Die Landeshauptstadt sperrt wieder zu

OB Reiter zieht die Corona-Notbremse - diese neuen Regeln gelten in München ab Sonntag

München zieht die Notbremse. Weil an drei aufeinanderfolgenden Tagen der Inzidenzwert die kritische Marke 100 überschritten hat, gelten ab Sonntag erneut scharfe Maßnahmen. Von einer Einschränkung in der Nacht sind dabei alle betroffen.

Museen und auch der Tierpark schließen demnach wieder. Außerdem gilt eine Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr.

Das kam mit Ansage: München wies am Karfreitag einen Inzidenzwert* von 104,3 aus. Somit muss die Stadt die Notbremse ziehen. Ab Ostersonntag werden alle Lockerungen vom 8. März zurückgenommen. OB Dieter Reiter (SPD) sagt: „Es war absehbar, aber es ist bitter, dass wir jetzt ausgerechnet zu Ostern die 100er-Marke gerissen haben und damit ab Sonntag wieder verschärfte Maßnahmen greifen.“

München: Ab Sonntag gelten neue Einschränkungen samt meiner Ausgangssperre

Ab Sonntag nun sind private Zusammenkünfte erneut beschränkt auf Angehörige des eigenen Hausstands und eine weitere Person. Davon ausgenommen sind Kinder unter 14 Jahren. Außerdem tritt zwischen 22 Uhr und 5 Uhr eine Ausgangssperre in Kraft.

Fast Menschenleer ist die Fußgängerzone rund im den Marienplatz im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt.

Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe bleiben für Kunden dicht. Öffnen dürfen der Lebensmittelhandel, Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen sowie Kfz-- und Radlwerkstätten. Auf sind auch Banken, Pfandleihhäuser, Filialen des Brief- und Versandhandels, Reinigungen und Waschsalons.

Corona in München: Es gibt Ausnahmen von der Notbremse

Ausgenommen von der Notbremse bleiben überdies Blumenfachgeschäfte, Gartenmärkte, Schuhgeschäfte, Gärtnereien, Baumschulen und Baumärkte. Der Verkauf von Presseartikeln ist gestattet. Kunden empfangen dürfen ebenso Versicherungsbüros, Buchhandlungen, Läden für Tierbedarf und Futtermittel sowie sonstige für die tägliche Versorgung unverzichtbare Geschäfte und auch der Großhandel. Vorbestellte Ware kann vor Ort abgeholt werden. Friseure sowie Dienstleistungsbetriebe der nicht medizinischen Fuß-, Hand-, Nagel- und Gesichtspflege bleiben geöffnet, andere Betriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, und Tattoo-Studios sind zu.

Unaufhaltsame Steigerung: der Anteil der britischen Variante.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen – Museen, Galerien, der Tierpark, der Botanische Garten sowie Gedenkstätten – müssen wieder schließen. Büchereien, Archive und Bibliotheken können mit Hygienekonzept und Kundenzahlbegrenzung geöffnet bleiben. An Musikschulen ist Präsenzunterricht untersagt, das gilt auch für Angebote der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie der Erwachsenenbildung. Kontaktfreier Sport ist erlaubt, Mannschaftssport nicht.

Dieter Reiter (SPD) zieht die Notbremse.

Für Kinderbetreuung und Schulen muss am Ende der Vorwoche verbindlich festgelegt werden, ob diese öffnen dürfen. Damit sind Kitas, Kindertagespflegestellen, Ferientagesbetreuung und organisierten Spielgruppen grundsätzlich geschlossen. Da die Schulen noch in den Osterferien sind, wird erst kommenden Freitag festgelegt, wie hinterher verfahren wird.

Derweil breiten sich die Varianten des Coronavirus* im Freistaat aus: Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit (LGL) liegt der Anteil der Varianten unter den positiven SARS-CoV-2-Befunden bei rund 73 Prozent, davon wiederum entfallen 72 Prozent auf die britische Virusvariante. Das LGL veröffentlicht ab sofort auf seiner Homepage eine Statistik zu den Virusmutationen in Bayern.

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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