OB, Kämmerer, Stadtwerke-Chef

Raten Sie mal, wer ganz oben auf der Liste ist: So viel verdienen Münchens Chefs

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Bei weitem nicht der Top-Verdiener: OB Dieter Reiter bezieht ein Grundgehalt von 168.000 Euro.

Sparkassen-Chef Ralf Fleischer ist nach wie vor der bestbezahlte Boss der Stadt. 2017 strich der 55-Jährige 542.000 Euro Jahressalär ein. Doch auch andere Manager erhalten hohe Gehälter.

München - Mit Zahlen kennt sich Christoph Frey (SPD) aus. Schließlich ist er seit November als neuer Stadtkämmerer Herr über die Münchner Finanzen. Rund siebeneinhalb Milliarden Euro beträgt das von ihm verwaltete Haushaltsvolumen. Viel Geld, das viel Verantwortung mit sich bringt, gerade weil in München in den kommenden Jahren große Investitionen anstehen. Freys Grundgehalt in Höhe von rund 117.500 Euro ist dennoch recht gering – jedenfalls, wenn man es mit den Gehältern der Top-Manager der städtischen Unternehmen vergleicht.

Ralf Fleischer (l.) erhält als Sparkassen-Chef 542 000 Euro. Christoph Frey (r.) verdient als Kämmerer rund 117 000 Euro.

Laut dem Finanzdaten- und Beteiligungsbericht der Kämmerei ist Ralf Fleischer, der Chef der Münchner Stadtsparkasse, der unangefochtene Top-Verdiener. Der Chef von rund 2500 Mitarbeitern verdiente im Vorjahr 542.000 Euro (inklusive Tantiemen und Prämien). Über ein großes Gehaltsplus durfte er sich indes nicht freuen: Sein Gehalt stieg im Vergleich zu 2016 nur um 1000 Euro. 2015 erhielt er 503.000 Euro. Im Vergleich: OB Dieter Reiter (SPD), auch Chef des Sparkassen-Aufsichtsrates, kommt auf 168.500 Euro Grundgehalt.

Auf Platz zwei der Gehaltsliste liegt erstmals Stadtwerke-Chef Florian Bieberbach. Seit er den Vorstandsposten 2013 übernommen hat, ist sein Gehalt kontinuierlich gestiegen. 2015 erhielt Bieberbach 468.000 Euro, 2016 waren es 481.000 Euro. 2017 hat er mit einem Gehalt von 504.000 Euro erstmals die halbe Million-Marke geknackt. Für die Stadtwerke sind etwa 9000 Beschäftigte im Einsatz.

Axel Fischer (l.) ist Chef der München Klinik. Sein Gehalt: 382.000 Euro. Florian Bieberbach (r.) von den Stadtwerken München verdient 504.000 Euro.

Bieberbach hat den Leiter des Flughafen Münchens, Michael Kerkloh, auf Platz drei verwiesen. Kerklohs Gehalt von 497.000 Euro bewegt sich exakt auf Vorjahres-Niveau. Der Geschäftsführer wird Ende nächsten Jahres in Rente gehen, als Nachfolger wird Landtagsabgeordneter Ernst Weidenbusch (CSU) gehandelt. Er würde damit Chef von 9000 Mitarbeitern.

Klinik-Chef deulich unter Vorjahresniveau

Ebenfalls zu den Top-Verdienern bei den kommunalen Unternehmen gehört Axel Fischer. Als Vorsitzender der München Klinik blieb sein Salär 2017 mit 382.000 Euro inklusive Tantiemen allerdings deutlich unter dem Vorjahresniveau. 2016 und 2015 durfte er sich nämlich noch über jeweils 414.000 Euro freuen. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Kliniksprecher Raphael Diecke, dass dieser Rückgang auf Variablen in der Gehaltberechnung und nicht auf Gehaltskürzungen zurückzuführen sei. Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München, hatte im vergangenen Jahr 349.000 Euro auf dem Gehaltszettel stehen. Im Jahr davor waren es noch 336.000 Euro gewesen, 2015 waren es 319.000 Euro. Im Gehaltsranking machte Dittrich im vergangenen Jahr einen recht großen Sprung und liegt nun auf Platz vier.

Klaus Dittrich (l.) ist Messe-Chef und verdient 349.000 Euro. Michael Kerkloh vom Flughafen verdient kurz vor der Rente 497.000 Euro.

Ein Grund dafür ist, dass die Vorstandsposten der beiden Stadtwerke-Töchter Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Versorgung und Technik neu besetzt worden sind. Die bisherigen Chefs waren im September 2016 beziehungsweise im Januar 2017 in den Ruhestand gegangen. Das Gehalt der Nachfolger fiel geringer als das der Vorgänger aus: Helge-Uve Braun, der neue Chef der Versorgung und Technik, lag 2017 bei 279.000 Euro, der neue MVG-Chef Ingo Wortmann bei 261.000 Euro. Tierpark-Chef Rasem Baban kommt auf ein Gehalt von 175.000 Euro – immerhin mehr als der OB.

Video: In München steht der teuerste Weihnachtsbaum Europas

Judith Bauer

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