Todesursache bekannt

Wiesn-Wirt Richard Süßmeier ist tot: München trauert um Gastro-Napoleon

Richard Süßmeier, legendärer Wirt des Oktoberfestes dirigiert beim Wiesn-Warm-up im Hofbräuhaus in der Inneren Wiener Straße in München.
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Richard Süßmeier, legendärer Wirt des Oktoberfestes dirigiert beim Wiesn-Warm-up im Hofbräuhaus in der Inneren Wiener Straße in München.

Die Münchner Wiesn-Szene verliert ein prominentes Gesicht. Richard Süßmeier ist am Montag im Alter von 90 Jahren verstorben.

  • Große Trauer in der Münchner Wiesn-Szene - Richard Süßmeier ist am Montag verstorben
  • Der 90-Jährige starb offenbar an einer Lungenentzündung
  • Süßmeier war Jahre lang Festwirt des Armbrustschützenzelts und Sprecher der Wiesn-Wirte

München - Er war ein Riese – trotz seiner kleinen Statur von 163 Zentimetern. Und er war ein echtes Münchner Unikat. Frech – und immer ehrlich. Dazu dieses verschmitzte Lächeln. „Du bist immer so groß wie du dich fühlst“, stellte der Wirte-Napoleon noch im August zu seinem 90. Geburtstag fest.

Ja, Richard Süßmeier war der König der Münchner Gastronomen. Nun ist er tot. Er starb Montagmorgen um 8.30 Uhr im Krankenhaus. Herzstillstand!

München trauert um Richard Süßmeier - Wirte-Napoleon ist tot

Das Drama um den 90-Jährigen begann Mitte letzter Woche. Plötzlich fühlte sich Richard schlecht, konnte kaum gehen. Seit Monaten hatte er sich in seinem Haus in Grünwald vorsichtshalber isoliert. „Ich will mir ja nicht den Coronavirus einfangen“, hatte er der tz im Herbst noch erzählt. Nur seine Kinder brachten ihm Essen und Trinken vorbei.

„Als es ihm dann nun so elend ging, brachte ihn meine Schwester gleich in die Klinik“, erzählt sein Sohn der tz. Im Harlachinger Krankenhaus kümmerten sich die Ärzte sofort intensiv um den Patienten. Die Diagnose: Eine schwere Lungenentzündung. Am Montag blieb sein Herz dann stehen.

„Er spürte, dass das kein Spaß war“, erzählt Michael. Typisch Richard Süßmeier: Er freute sich noch, dass die Krankenschwestern so ein schönes Bairisch sprechen, „da fühlte er sich doch gleich wohler“. Aber sein Zustand besserte sich nicht. Im Gegenteil: „Schon am Freitag war er kaum mehr wach. Aber immerhin gab es die Möglichkeit, dass wir Abschied nehmen konnten“, so der Sohn. „Mein Vater ist dann am Montagmorgen einfach friedlich eingeschlafen. Sein Herz hat einfach aufgehört zu schlagen.“

Richard Süßmeier ist tot - Als „Napoleon“ wegen Gauweiler von der Wiesn flog

Sein Herz – es war ein großes. Vielen Gastronomen griff Süßmeier über die Jahre unter die Arme. Mit hilfreichen Ratschlägen und Tipps. Jeder mochte, schätze ihn. „Gastronom zu sein, war für mich immer das Größte“, sagte der gebürtige Münchner gern. Kein Wunder, dass ihn die Wiesnwirte damals zu ihrem Chef wählten. 1958 hatte er das Armbrustschützenzelt übernommen. Und weil Süßmeier so klein war, aber dennoch trotzig und willensstark gegen die anderen Mächte in der Stadt wetterte, nannten sie ihn „Napoleon“.

Süßmeier gab später gern zu: „Das hat mir geschmeichelt. Ein schöner Spitzname.“ Seine Sprüche (die oft an den großen Karl Valentin erinnerten) machten ihn bekannt – und brachten ihm auch jede Menge Ärger ein. Als er sich mit dem damals jungen und recht forschen Münchner Kreisverwaltungsreferenten Peter Gauweiler (CSU) anlegte, kam das Ende: Süßmeier flog 1984 von der Wiesn.

„Das hat weh getan“, gab der Wirt vom Straubinger Hof und der Großmarkthalle später zu. „Aber an solchen Dingen wächst man halt – wenn auch leider nicht körperlich.“ Wie gesagt: Er war ein Riese – wegen dieser 163 Zentimeter bayerischer Lebensfreude. Armin Geier

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