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Verluste aus dem Lockdown

Wiesn-Wirt völlig fassungslos - „Mussten 36.000 Liter Bier vernichten“

Wiesnwirt Christian Schottenhamel ist sauer auf die Allianz.
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Wiesnwirt Christian Schottenhamel ist sauer auf die Allianz.

Der Münchner Oktoberfest-Wirt Christian Schottenhamel ist sauer auf seine Versicherung. Die will für den Schaden durch den Corona-Lockdown nicht aufkommen.

  • Dem Münchner Wirt Christian Schottenhamel ist während des Lockdowns ein enormer Schaden entstanden.
  • Die Versicherung sollte eigentlich die Ausfälle übernehmen - stellt sich aber quer.
  • Der Wiesn-Wirt ist jetzt vor Gericht gezogen.

München - Es sei ein „riesiger Vertrauensbruch“, sagt Christian Schottenhamel (57). „Natürlich bin ich sehr enttäuscht.“ Denn gerade auf die Allianz hatte der Wiesn-Wirt gezählt: Dort hatte er eine Versicherung für den Fall abgeschlossen, dass er seinen Betrieb am Nockherberg einmal schließen muss. In der Corona*-Krise war dieser Fall nun eingetreten – doch die Allianz weigert sich, den Schaden zu begleichen. Deshalb hat Schottenhamel geklagt – und fordert insgesamt 1,1 Millionen Euro.

Münchner Gastronom leidet unter dem Schaden, den der Lockdown brachte

Wie bei anderen Münchner Wirten auch mussten die Lokale von Mitte März bis Mitte Mai geschlossen bleiben. „Dadurch sind viele Kosten entstanden, aber bei uns ist ja auch noch das Starkbierfest ausgefallen“, sagt Schottenhamel. Rund 70.000 Gäste durften in der Festzeit nicht am Nockherberg feiern. „Allein 36.000 Liter Bier mussten wir vernichten.“ Auf dem Schaden will er nicht sitzen bleiben. 

Vor kurzem hieß es noch das Schottenhammels Kollege vom Nockherberg das Wiesn-Zelt „Bräurosl“ übernehmen wird.

Doch die Allianz sieht sich nicht in der Pflicht. Die Versicherung argumentiert, dass Corona* nicht Teil der Police war. Der Versicherungsschutz gelte demnach nur für Krankheiten und Erreger, die im Vertrag auch ausdrücklich genannt wurden. Das Problem: Covid-19 wird dort natürlich noch nicht aufgeführt. Und: Die Versicherungsbedingungen seien teils widersprüchlich, so das Gericht. 

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Münchner Oktoberfest-Gastronom sauer: Versicherung stellt sich im Prozess quer

„Ich wollte mich bei der Allianz absichern. Leider wird dort jetzt jede Möglichkeit gesucht, um sich aus der Verantwortung zu stehlen“, sagt Schottenhamel. Denn die Versicherung hat im Prozess, der vergangene Woche begann, auch bestritten, dass die Corona-Zwangsschließungen rechtmäßig waren – und dass der Nockherberg tatsächlich geschlossen war. Aus Sicht des Gerichts ein Ablenkungsmanöver: „Bestreiten ins Blaue hi­nein ist nicht zulässig“, sagte Richterin Susanne Laufenberg. Schottenhamel ergänzt: „Ich kann belegen, dass alle rund 100 Mitarbeiter, inklusive der Köche, in Kurzarbeit waren.“

Er habe große Hoffnung, „dass das Urteil positiv für uns ausfällt“. Es gehe ihm auch um die ganze Branche: Einige Wirte mussten aufgeben, andere kämpfen bis heute mit den Folgen des Lockdowns. „Wir ziehen das durch bis zum Schluss“, verspricht Schottenhamel. Das Gericht hat bereits angedeutet, dass dem Anspruch des Wirtes wohl „nichts entgegensteht“. Am 20. Oktober soll das Urteil fallen. (thi) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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