Autonomes Bus-Shuttle soll dennoch fahren

Mega-Projekt im Olympiapark geplatzt - MVG will anderen Partner: „Leistungsrückstand erheblich“

Knuffig: So sollten die autonom fahrenden Shuttlebusse des Aachener Unternehmens aussehen.
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Knuffig: So sollten die autonom fahrenden Shuttlebusse des Aachener Unternehmens aussehen.

Die Pläne für autonom fahrende Busse im Münchner Olympiapark haben sich zerschlagen. Der Fahrzeughersteller hat Insolvenz angemeldet. Nun plant die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) eine Kooperation mit der Deutschen Bahn für ein ähnliches Projekt.

  • Der autonom fahrende Bus im Olympiapark ist zunächst Geschichte.
  • Die Hersteller-Firma ist pleite, das Insolvenzverfahren eröffnet.
  • Die Münchner Verkehrsgesellschaft will nun einen anderen Partner .

MVG-Sprecher Matthias Korte bestätigt Informationen unserer Zeitung: „Es gibt Überlegungen, gemeinsam mit der Deutschen Bahn im Rahmen der IAA 2021 einen autonomen Shuttle zu betreiben.“ Der Shuttle wäre also zunächst ein Bestandteil der Messe, die vom 7. bis 12. September in München stattfinden soll. „Die Voraussetzungen für ein solches Angebot werden gerade geprüft“, sagt Korte. „Wo genau der Kleinbus fahren könnte, ist noch zu klären.“

Die Kommunikation mit dem Hersteller gestaltete sich schwierig

Die Verkehrsgesellschaft hatte ursprünglich im Rahmen des Forschungsprojektes Easyride Testbetriebe mit automatisierten Kleinbussen durch den Olympiapark geplant. So hätten beispielsweise mobilitätseingeschränkte Besucher einfach von der U-Bahn-Haltestelle zur Olympiahalle gebracht werden können. Die Verkehrsbetriebe hatten sich zu einem Testversuch entschlossen, geplant waren Fahrzeuge vom Typ E.GO Mover. Doch die Kommunikation mit dem Hersteller gestaltete sich offenbar schwierig. Wie die MVG in einer Vorlage für den Stadtrat mitteilt, habe man seit Monaten mit Nachdruck auf die vertraglich festgelegten Leistungen gepocht. Ergebnislos. Wörtlich heißt es: „Der Leistungsrückstand der e.GO Mobile AG ist mittlerweile so erheblich, dass im Projekt Easyride kein Testbetrieb automatisierter Fahrzeuge im Olympiapark durchgeführt werden kann.“ Die Verkehrsbetriebe haben sich daraufhin entschlossen, die Zusammenarbeit mit der Herstellerfirma zu beenden.

Olympiapark sieht weitere Probleme

Das Aachener Unternehmen e.GO Mobile hat mittlerweile einen Insolvenzantrag gestellt, das Verfahren ist eröffnet. Grundsätzlich steht die Olympiapark GmbH einem Shuttleservice im Park positiv gegenüber. Als schwierig gestalte sich jedoch die unmittelbare Verbindung zwischen der U-Bahn-Haltestelle und der Olympiahalle. Das Problem: Auf diesem Weg sind bei Veranstaltungen Massen von Zuschauern zu Fuß unterwegs, Konflikte sind programmiert. „Es müsste geprüft werden, ob ein Shuttle-Service auf eigens dafür eingerichteten Fahrstreifen möglich wäre, ohne die Sicherheit der Fußgänger und den Veranstaltungsablauf zu stören“, schreibt die Olympiapark GmbH.

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