125 Jahre Glöckl 

Traditionswirtshaus am Dom feiert besonders Jubiläum - und lüftet ein kleines Geheimnis

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Stammgast: Oberbürgermeister Dieter Reiter gratulierte den Geschäftsführern Jürgen Morawek (rechts) und Berndt Mencner (links).

Ein Wirtshaus mitten in der Innenstadt, am Fuße der Frauenkirche gelegen, da kehren doch sicher nur Touristen ein... Von wegen!

München - Wenn der Oberbürgermeister eine lange Sitzung im Rathaus hinter sich hat, geht er danach für eine Stärkung ins Nürnberger Bratwurst Glöckl am Dom. 

Wenn Königin Silvia von Schweden in ihrer Heimatstadt München ist, trifft sie sich hier mit ihren alten Freundinnen. Und dann wären da noch die 42 Stammtische. Manche kommen einmal im Monat, manche einmal in der Woche, und manche sogar täglich – wie die Herren vom „Schuster“-Stammtisch, die sich hier seit vier Jahrzehnten treffen.

Schon Karl Valentin speiste hier

Das Lokal, in dem schon Karl Valentin speiste, feiert heuer sein 125-jähriges Bestehen. Das Zauberwort lautet: Beständigkeit. „Die Leute freuen sich, wenn sie wiederkommen, und alles sieht noch genauso aus“, sagt Gastronom Berndt Mencner (58), der seit 2009 das Lokal zusammen mit seinem Geschäftspartner Jürgen Morawek (56) führt. „Wir wollen auch weiterhin nichts ändern.“

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Der Gastraum hat in der Tat Wiedererkennungswert: Er ist seit den 1940er-Jahren unverändert. Dunkle Holzvertäfelungen, schwere Möbel, Bierkrüge und viele Bilder zieren den Raum. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte man den ursprünglichen Charakter so detailgetreu wie möglich wieder herstellen. 

Ein Franke brachte 1893 die Bratwurst nach Bayern

Der urige Gastraum trage noch heute einen großen Teil zur Beliebtheit des Lokals bei. Restaurantleiter Thomas Roth sagt: „Es ist halt doch noch die letzte Wirtschaft, die nicht zu Tode renoviert ist.“

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Im Jahr 1893 brachte übrigens ein Franke die Bratwurst nach München. Ein gewisser Simon Bäumler kaufte das kleine Haus am Dom und eröffnete ein Lokal mit Namen „Nürnberger Bratwurst Glöcklein“. Das Besondere: Seit jeher werden hier die Bratwürste über dem offenen Buchenholz-Feuer gegrillt. Ein beliebtes Fotomotiv für Touristen, die hier natürlich genauso willkommen sind wie die Einheimischen – aber eher die Plätze im Freien belegen als im Stüberl.

Auch wenn viele Prominente das Lokal gerne aufsuchen, weil sie hier ungestört speisen können - zum Jubiläumsfest waren neben einigen Brauerei-Vorständen, Stadträten und Oberbürgermeister Dieter Reiter fast nur Stammgäste geladen. „Der Häuptling von jedem unserer Stammtische war da“ sagt Jürgen Morawek und lacht.

Janina Ventker

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