Endstation Kiosk

Fast 40 Mal schlug er zu: Münchens „Steinbrecher“ endlich gefasst

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Peer Siepe hält den Pflasterstein hoch, mit dem der Täter in seinen Laden eindrang.

München - Acht Monate trieb er sein Unwesen, jetzt ist er geschnappt: Münchens „Steinbrecher“ wurde in einem Kiosk gefasst. Der Besitzer erzählt, wie der Langfinger gestellt wurde.

Seine Taten tragen eine eindeutige Handschrift. Insgesamt 39 Mal hat ein Ungar (45) seit Sommer 2016 in Stadt und Landkreis zugeschlagen. Jedes Mal warf er einen massiven Pflasterstein durch die Schaufenster und Türen von Lottogeschäften. Innerhalb von acht Monaten klaute er dabei Zigaretten im Wert von 40 000 Euro. Am vergangenen Freitag die letzte Tat in Mittersendling: Im Kiosk von Peer Siepe (56) war Schluss – der (St)einbrecher ist gefasst!

Als ungarischer Hilfsarbeiter kam der Serientäter nach Deutschland. Laut Kriminalhauptkommissar Thomas Lüftner merkte er schnell, dass auch Einbrüche eine lukrative Einnahmequelle sind: Seine Taten beging er immer montags bis freitags, am Wochenende machte er Pause. „Für den war das wie normale Arbeit“, sagt Einbruchsexperte Lüftner. „Aber jetzt haben wir ihm das Handwerk gelegt.“ Höchste Zeit – denn die Abstände zwischen den Einbrüchen wurden immer kürzer. Alleine im März drang der umtriebige Ungar in 12 Lottoläden ein.

Auf frischer Tat ertappt

Peer Siepe wusste, dass ein Serientäter unterwegs ist. „Die Polizei hatte mich vorgewarnt. Wir standen eng in Kontakt. Die waren in zwei Minuten da“, sagt der Kioskbesitzer aus der Waldfriedhofstraße. Siepe steht gelassen hinter seinem Tresen. Er hat Erfahrung mit Einbrüchen: „Vor zwei Jahren ist es mir schon passiert – die haben alles in Müllsäcke gestopft.“ Damals flüchtete eine Bande mit Zigaretten und Bargeld im Wert von 10 000 Euro. Siepes Laden ist der jüngste Einbruch nicht mehr anzusehen. „Alles wieder repariert. Muss ja weitergehen.“ Was ihn wundert: „Dass niemand was mitgekriegt hat. Drüber und nebenan sind ja Wohnungen.“ Doch durch den stillen Alarm waren drei Polizeistreifen sofort da. Der Zigarettendieb war noch im Laden – Entkommen unmöglich!

Täter packt aus

Bei seiner Vernehmung packte er auch gleich aus, gab insgesamt 38 weitere Taten zu. „Er hat schnell gemerkt, dass Lügen auch nichts bringen würden“, sagt Kommissar Lüftner. Denn an einigen Tatorten wurde die DNA des Ungarn gesichert. In mehreren Läden wurde er sogar gefilmt – immer in den selben Klamotten. Auch in Gilching, Taufkirchen und Unterhaching hat er zugeschlagen.

Bei der Durchsuchung seines Zimmers in einem Wohnheim haben Ermittler keine Zigaretten mehr gefunden. Die hatte er einem Hehler verkauft. Dessen Namen wollte er aber nicht verraten.

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