Er verging sich über 70 Mal an ihnen

83-Jähriger missbrauchte Urenkelinnen jahrelang

München - Ein 83-Jähriger hat den wiederholten Missbrauch der Urenkelinnen seiner verstorbenen Frau zugegeben. An die genaue Zahl der Übergriffe könne er sich aber nicht erinnern.

Gekrümmt und kraftlos sitzt Franz L. (83) auf der Anklagebank. Hosenträger, weißes Karohemd. Sein Anwalt mahnt ihn, sich zu ducken, wenn die Fotografen in den Gerichtssaal treten. Aber dieser Prozess ist öffentlich, und auch in diesem hohen Alter muss Franz L. sich den schweren Vorwürfen stellen, die seine Urenkelinnen und deren Familie gegen ihn vorbringen: Insgesamt 72 Mal soll der Münchner Rentner die beiden Mädchen (heute 13 und 15) im Laufe ihres noch so jungen Lebens sexuell missbraucht haben, wenn sie bei ihm zu Besuch waren oder er bei ihnen. Gestern der Prozess vor dem Landgericht München I (Az. 20KLs Js 158001/ 12).

Dabei kommen grausame Details ans Tageslicht. Immer und immer wieder zog der Ur-Opa seine Schlafanzughose herunter, wenn Denise und Marie (Namen geändert) mit ihm auf dem Sofa lagen – er forderte sie auf, ihn zu berühren, legte ihre kleinen Hände auf sein Glied. Doch dabei blieb es nicht. Wenn die Mädchen abends eingeschlafen waren, zog er sie aus und küsste sie zwischen den Beinen und wusste nur zu genau: Die kleinen Mädchen wissen sich nicht zu wehren. Zu solchen Vorfällen kam es auch, wenn Franz L. zu Besuch bei den Eltern der kleinen Mädchen war – bis 2009 lebten sie in Grünwald, später in Regensburg. Wie könnten sie ahnen, dass Franz L. seine Urenkelinnen immer wieder begrapscht und sich an ihren noch kindlichen Körpern erregt, als sie ihn bitten, auf seine beiden Urenkelinnen aufzupassen?

Franz L. hat Schande über seine Familie gebracht. Über seinen Anwalt lässt er erklären: Er räumt die Taten ein. Wie viele es genau waren – daran könne er sich nicht mehr genau erinnern. Das Strafmaß hingegen wird ihm exakt genannt: Franz L. drohen fünf Jahre Haft.

Andreas Thieme

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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