Abgeschleppt! Fünf Monate ohne Auto - wegen 250 Euro

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Der VW von Petra S. wurde hier abgeschleppt, obwohl es kein Verbotsschild  gab

München - Weg! Einfach weg! Da, wo Petra S. ihren Golf geparkt hat, ist nur noch leere Straße. Der Wagen: abgeschleppt. Und es sollte fünf (!) Monate dauern, bis die Münchnerin das Auto wiederbekommen sollte.

Die irre Abschlepp-Geschichte: Am Donnerstag war sie Thema vor dem Oberlandesgericht.

Vorgeschichte: Am 13. November 2009 hatten die Eheleute Petra und Axel S. ihren Wagen im nördlichen Teil der Emmy-Noether-Straße abgestellt, um zur Arbeit zu kommen. Der Parkplatz der Stadtwerke sei belegt gewesen. Am Abend war das Auto dann verschwunden! Es sei kein Parkverbots-Schild zu sehen gewesen, so Petra S. Und: Es sei auch nicht klar gewesen, dass es sich um eine Privatstraße handelt (Eigentümerin ist die Landeshauptstadt, die eine Durchfahrt zum Georg-Brauchle-Ring zulässt.) Deshalb dachte Petra S. an einen Diebstahl: „Ich habe die Polizei angerufen.“ Dabei erfuhr sie, dass ihr GTI abgeschleppt wurde. Das Unternehmen forderte 250 Euro von Petra S. - vorher werde man den Standort des Autos nicht mitteilen. Aber: Die Eheleute wollten nicht zahlen.

Sie zogen vor Gericht. Folge: Sie bekamen ihr Auto zunächst nicht wieder - geschlagene fünf Monate lang! Warum zahlte sie nicht? „Das ist doch die Masche“, so ihr Anwalt Dirk Gründler. Sind erst mal die 250 Euro bezahlt, sei die Chance gering, das Geld wieder zurückzuholen. Petra S. hielt sich an den Rat ihres Anwalts und kämpfte um ihr Auto. Auch, wenn das noch einen Haufen weiteren Ärger mit sich brachte: „Meine Hausschlüssel und mein Führerschein waren im Auto.“ Petra S. musste also einen neuen Führerschein beantragen.

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Immerhin: Vor dem Oberlandesgericht lief es Donnerstag gut für Petra S. Die Beschilderung in der Emmy-Noether-Straße sei nicht klar gewesen, stellten die Richter fest. In diesem Fall hätte nicht abgeschleppt werden dürfen. Die Frage, ob eine benachbarte Firma den Abschleppdienst überhaupt beauftragen durfte, musste gar nicht erörtert werden. Als Richter Thomas Steiner zu erkennen gab, der Klägerin teilweise Recht zu geben und ihr 266 Euro zuzusprechen, gab sich das Abschleppunternehmen großzügig: Für den „subjektiv empfundenen Ärger“ bot er ihr erst 500, dann 1000 Euro an. Die Klägerin zögerte, dann stimmte sie dem Vergleich zu. Steiner zu Petra S.: „Sie haben Ihr Gesicht nicht verloren.“

ebu

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