MVV-Tarifreform

Alles zu den neuen MVV-Tarifen: Einfacher – und manchmal günstiger

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Raus aus dem Dschungel: Statt Zonen, Ringen und Räumen sollen künfitg einheitliche Zonen für Ordnung sorgen.

„Einfacher und klarer“ soll die Tarifstruktur künftig sein. Günstiger soll’s auch werden – aber längst nicht für alle Nutzer.

München - Es ist vollbracht: Nach monatelangen Verhandlungen haben sich die Stadt, die umliegenden Landkreise und der Freistaat auf eine Reform des MVV-Tarifs geeinigt.

Wie kompliziert der MVV-Tarif mit seinen Zonen, Ringen und Räumen ist, wird dem routinierten Münchner vor allem dann bewusst, wenn er einem Besucher erklären soll, welchen Fahrschein dieser lösen soll. Künftig wird der Tarifdschungel etwas lichter: Sieben Zonen sollen für mehr Ordnung sorgen. Diese „radikale Vereinfachung“ ist ein der drei Säulen, auf der die MVV-Strukturreform ruht. Die anderen beiden: MVV-Abonnenten werden belohnt und über 70 Orte sind neuen Tarifzonen oder Übergangsbereichen zugeordnet worden. Der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (47, CSU), Sprecher der MVV-Landkreise, sprach von einem „Meilenstein“. Er sagt: „Die Reform bringt eine deutliche Vereinfachung – und für viele MVV-Nutzer, nicht alle, auch eine Vergünstigung.“

Das Tarifmodell auf einen Blick

Neue M-Zone

Besonders stolz sind alle Beiteiligten auf die neue M-Zone. In ihr sind die bisherigen Ringe 1-4 zusammengefasst, zusätzlich sind einige Umlandgemeinden – etwa Aschheim, Deisenhofen, Karlsfeld, Ottendichl, Oberhaching, Stockdorf und Putzbrunn – mit in diese Zone gerutscht. In dieser M-Zone gilt künftig nur noch ein Tarif. Die Monatskarte in der neu geschaffenen M-Zone soll künftig 59,90 Euro kosten - ein Preis unter 60 Euro galt als entscheidender Knackpunkt im Streit um die Tarifreform. Im Abo mit jährlicher Zahlung kostet die M-Zone 47,25 Euro. Trotzdem bedeutet die M-Zone für diejenigen, die bisher mit einer Monatskarte für die zwei Innenstadtringe ausgekommen sind, eine Preissteigerung. „Wir haben erreicht, dass das Monatsticket in der M-Zone künftig mit 59,90 Euro für all jene, die bisher nur zwei Ringe bezahlen, ein stark vergrößertes Angebot für einen moderat höheren Preis bietet“, sagt SPD-Stadträtin Simone Burger.

Lesen Sie auch: Rekordzahlen beim MVV: 716 Millionen Fahrgäste

Die neuen Tarife gelten ab dem 9. Juni 2019 und belohnen vor allem diejenigen, die sich langfristig an den MVV binden wollen. Das zeigt bereits der Blick auf die Preise der Wochenkarte. Hier sparen in der M-Zone nur noch diejenigen, die bisher vier Ringe gekauft haben. Der Preis von Tageskarten und Einzelfahrscheinen steigt dagegen deutlich an.

Streifenkarte: 15 Prozent sparen

Als weiteren Erfolg reklamiert Burger: „Beim jetzt geplanten Preismodell wird man sich mit der Streifenkarte künftig 15 Prozent pro Einzelfahrt sparen, das ist ein echter Preisvorteil.“ Günstiger wird die Streifenkarte aber nicht. Vielmehr bleibt der Preis gleich, der höhere Rabatt wird dadurch erzielt, dass der Preis für Einzelfahrten deutlich angehoben wird.

Eine spürbare Erleichterung bringt die Tarifreform für die Senioren der Stadt. Zwar wird das Seniorenticket leicht teurer und gilt künftig erst ab 65 statt ab 60 Jahren, dafür können Senioren künftig auch schon vor 9 Uhr in der Früh fahren. Bisher galt das Ticket erst nach 9 Uhr.

OB Dieter Reiter (SPD) ist zufrieden: „Wir haben gemeinsam eine Reform beschlossen, die allen Fahrgästen zugutekommt.“ Er lobt die Zusammenarbeit mit den Landkreisen: „Mir war es besonders wichtig, dass die Münchner bestmöglich profitieren und wir gleichzeitig die erfolgreiche Kooperation mit der Region intensivieren.“

Marc Kniepkamp

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