Karl-Valentin-Orden für Schlager-Star

Nach umstrittener Auszeichnung: Andreas Gabalier legt nach - und hat Neuigkeiten

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Andreas Gabalier bekam am Samstag den Karl-Valentin-Orden überreicht.

Der umstrittene Volksmusiker Andreas Gabalier hat am Samstag in München den Valentin-Orden bekommen. Das enorme negative Echo hat nun aber auch positive Folgen für den Musiker.

Update vom 3. Februar, 21.15 Uhr: Dass Andreas Gabalier den Karl-Valentin-Orden bekam, sorgte in den Tagen vor der Verleihung für Schlagzeilen. Und dieses Aufsehen scheint sich nun sogar noch für den Sänger bezahlt zu machen. Am Tag nach der Verleihung verkündete Gabalier via Facebook: „Noch NIE sooo viele Tickets wie in den vergangenen Tagen verkauft“. Deshalb kündigte der Musiker nun an, dass er am 23. August 2019 ein weiteres Stadion-Konzert in Schladming spielen wird.

Mit Blick auf die Reaktionen um die Narrhalla-Auszeichnung schrieb Gabalier: „Ganz offensichtlich bilden sich die Leute draußen im Land immer noch ihre eigene Meinung zu ach sooo großen ‚Skandalen‘“.

Gabalier teilt nach umstrittener Auszeichnung aus: „Wenn alle Leute so tolerant wären wie ich...“

Update vom 03. Februar, 6.46 Uhr: Andreas Gabalier wurde von der Faschingsgesellschaft Narrhalla mit dem Karl-Valentin-Orden ausgezeichnet. Im Vorfeld gab es Wirbel um die Verleihung. Der umstrittene Sänger äußerte sich bei der Übergabe des Preises selbst.  

Der österreichische Sänger wünscht sich von seinen Kritikern mehr Toleranz. „Wenn alle Leute so tolerant wären wie ich, ich glaube, dann hätten wir auf dieser Welt überhaupt keine Sorgen“, sagte er bei der Verleihung am Samstagabend in München. Begründet wurde die Auszeichnung damit, dass Karl Valentin sich zeitlebens als Volkssänger gesehen habe und Gabalier quasi ein „Volkssänger 2.0“ sei. Wie kein anderer verstehe er es, volkstümliche Musik mit Stadionrock zu verbinden.

Die Kritik, die es im Vorfeld gab, wies Gabalier in seiner Dankesrede für den Orden zurück, verbunden mit einer „Rüge mit einem Augenzwinkern an die Medienlandschaft“. Die Anschuldigungen seien haltlos und er distanziere sich von dem, was ihm vorgeworfen werde. Ein Grund für die Kritik sei für ihn Neid, deutete Gabalier an. „Wenn da so ein Lausbua in der Lederhosn daherkommt, dann mag das schon sein, dass das dem einen oder anderen nicht schmeckt, dass man da solche Massen bewegt.“ Den Orden werde er „mit einem breiten Grinser“ über die Fotoserie seiner bisherigen Münchner Konzerte hängen.

Andreas Gabalier wurde am Samstag in München mit dem Karl-Valentin-Orden ausgezeichnet. (Archivbild)

Alt-Rock'n'Roller Peter Kraus (79) nannte Gabalier in seiner Laudatio einen „jungen, gut aussehenden Lederhosenfreak“, der den Rock'n'Roll zu neuen Höhen empor katapultiert habe. „Du hast die Lederhose salonfähig gemacht - und ich vor Jahren die Jeans.“

Alles nur Neid? Das sagt Gabalier Kritikern der Ordens-Verleihung - Heute Verleihung

Update vom 02. Februar, 8.26 Uhr: Der österreichische Musiker Andreas Gabalier erhält am heutigen Samstag (20.00 Uhr) in München den Karl-Valentin-Orden der Faschingsgesellschaft Narrhalla. Der Verein würdigte den 34-Jährigen („Hulapalu“) als „Volkssänger 2.0“, der bei seinen Konzerten volkstümliche Musik mit Stadionrock verbinde. Alt-Rock'n'-Roller Peter Kraus soll den Orden im Rahmen des Faschingsballs der Narrhalla überreichen.

Die Entscheidung für Gabalier ist heftig umstritten. Kritiker werfen dem Österreicher Nähe zum Rechtspopulismus und Frauenfeindlichkeit vor sowie eine ablehnende Haltung gegenüber Homosexuellen. Keinesfalls stehe Gabalier in der Tradition des legendären Komikers und Volkssängers Karl Valentin (1882-1948), dessen Andenken durch solche Ordensträger beschädigt werde.

Alles nur Neid? Das sagt Gabalier Kritikern der Ordens-Verleihung

Update vom 01. Februar, 22.30 Uhr: Am Samstag soll Andreas Gabalier von der Faschingsgesellschaft Narhalla den Karl-Valentin-Orden verliehen bekommen. Seit das verkündet worden ist, regt sich Widerstand in Künstlerkreisen. Nun äußert sich der Sänger in der Samstagausgabe der österreichischen Zeitung Kurier selbst zu den Vorwürfen und stellt klar: Die Anschuldigungen gegen ihn seien haltlos.

„Ich bin weder homophob noch frauenfeindlich und auch nicht rechtspopulistisch unterwegs“, meint Gabalier. All die Kritik an seiner Person sei eine Reaktion auf seinen Erfolg. „Ich glaube, ich bin einfach einigen zu groß geworden. Mein Erfolg hat eine Dimension bekommen, den es bisher in Österreich noch nicht gab“, so der 34-Jährige gegenüber der Zeitung. 

Es sei eine kleine Minderheit, die die Vorwürfe gegen ihn erhebe. Doch eben jene Kritiker hätten sich laut Gabalier weder mit seiner Person noch seinen Liedtexten auseinandergesetzt. „Die selbsternannten Toleranten sind oft intolerant“, resümiert der Sänger. 

Orden für Gabalier: Erste bittere Konsequenz für die Faschingsgesellschaft Narrhalla

Update vom 1. Februar, 12.08 Uhr: Die Faschingsgesellschaft Narrhalla darf in diesem Jahr nicht an dem schwulen Rosenmontagsball in München teilnehmen. Sie wurde von den Veranstaltern ausgeladen, weil sie ihren Karl-Valentin-Orden in diesem Jahr an den umstrittenen österreichischen Musiker Andreas Gabalier (34/„Hulapalu“) verleihen will. „Der Sänger Andreas Gabalier hatte sich in der Vergangenheit wiederholt homophob geäußert. Die Veranstaltenden des Schwulen Faschingsballs am Rosenmontag wollen diese Haltung nicht auch noch belohnen und ziehen Konsequenzen“, teilte das Münchner Schwulenzentrum Sub mit.

Gabalier soll Orden erhalten: Kabarettist poltert - und stellt Dschungelcamp-Vergleich an

Update vom 30. Januar, 16.54 Uhr: Der Karl-Valentin-Orden hat nach Ansicht von Ottfried Fischer (65) seine Würde verloren. „Ich habe mir abgewöhnt, über die Narrhalla oder mit der Narrhalla über Dinge zu sprechen, von denen sie keine Ahnung haben“, sagte der Kabarettist der Deutschen Presse-Agentur in München. „Würdevolle Verleihung von Faschingsorden an künftige beziehungsweise gegenwärtige Ordensträger - das können sie nicht mehr.“

Die Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla will den Orden in diesem Jahr an den österreichischen Musiker Andreas Gabalier verleihen und stößt damit auf Widerspruch. „Ich sage dazu nichts, weil ich den arg geschunden Karl Valentin, wie alle Jahre wieder, nicht diesem Dschungelcamp des karnevalistischen Humors erneut ausliefern möchte“, sagte Fischer. „Deshalb: Kein Salz in die valentinesken Wunden.“

Ottfried Fischer zeigt kein Verständnis für die Ordensverleihung an Andreas Gabalier.

Der Karl-Valentin-Orden erinnert an den legendären Humoristen (1882-1948) und wird seit 1973 verliehen. Ordensträger sind unter anderem Hape Kerkeling, Senta Berger, Helmut Dietl, Michael „Bully“ Herbig, Loriot und der frühere Papst Benedikt XVI., als er noch Erzbischof von München und Freising war. „Valentin würde sich mehrmals am Tag im Grab umdrehen, wenn er wüsste, was man mit ihm anstellt“, sagte Fischer der dpa. Zu Gabalier als Preisträger wollte er sich ausdrücklich nicht äußern.

Andreas Gabalier sorgt für Ärger - nun äußert sich der Sänger selbst: „Lasse mir nichts kaputtreden

Update vom 30. Januar, 11.39 Uhr: Der Volksmusiker Andreas Gabalier (34) soll den Karl-Valentin-Orden bekommen und zeigt sich von der Kritik daran unbeeindruckt. „Wenn sich ein paar Einzelne aufregen, die mich persönlich überhaupt nicht kennen, dann juckt mich das nicht“, sagte der österreichische Sänger der Bild-Zeitung vom Mittwoch. Der Orden wird alljährlich von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla in Gedenken an den Komiker Valentin verliehen. Gabalier soll ihn am Samstag erhalten.

Das Valentin-Karlstadt-Musäum kritisiert die gesellschaftspolitische Haltung des Volksmusikers. Diese sei rechtspopulistisch, eindeutig homophob und frauenfeindlich. „Ich bin wohl einigen zu bodenständig, aber das werde ich ganz sicher nicht für diese Leute ändern“, erklärte der 34-Jährige. „Von ein paar Neidern lasse ich mir meine Erfolgsgeschichte nicht kaputt reden.“ Er erwarte mehr Respekt, ging auf die Vorwürfe aber nicht weiter ein.

Video: Andreas Gabalier äußert sich zur Kritik seinem Karl-Valentin-Orden

Auch Alt-Rock-'n'-Roller Peter Kraus (79), der den Preis am Samstag überreichen soll, verteidigt Gabalier. „Ich kenne Andreas als einen netten, höflichen und respektvollen Kollegen“, sagte er dem Blatt.

Update vom 29. Januar: Die Narhalla möchte Andreas Gabalier am Samstag den Karl-Valentin-Orden verleihen. Seitdem gibt es heftige Kritik von namhaften Münchnern wie Alt-OB Christian Ude. Doch auch in den sozialen Medien schlägt die Auszeichnung des selbsternannten „Volks-Rock‘n‘Rollers“ hohe Wellen. Auf Twitter diskutieren die User über den Hashtags #KarlValentinOrden und #AndreasGabalier über den österreichischen Sänger und den Münchner Orden. „Karl Valentin rotiert bestimmt derweil in seinem Grab“ oder „Jetzt muss nur noch Bushido den Orden bekommen“, finden einige Nutzer. Andere sehen Gabalier wiederum als „guten Musiker“ mit einer „ehrlichen und offenen Meinung“ - eben ganz wie Karl Valentin. 

Nun meldet sich auch der österreichische Vizekanzler und Parteiobmann der FPÖ zu Wort. Heinz Christian Strache teilte am Montag einen Artikel über die Auszeichnung Gabaliers auf Facebook und verteidigt den Sänger dabei vehement. „Allmählich zweifelt man am Verstand, aber nicht an dem von Herrn Gabalier. Das ist schon pathologischer Hass gegenüber andersdenkenden Kunstschaffenden... Der Kunst ihre Freiheit. Freiheit der Kunst!“, schreibt der Politiker. 

Straches Anhänger stimmen ihm dabei zu und meinen: „Andreas Gabalier ist einer der wenigen Stars, die sich getrauen, gegen den Mainstream zu handeln!“ oder „Andreas Gabalier hat Recht, dass er sich nicht verbiegen lässt und ich finde, er hat die Auszeichnung verdient“.

Aufregung um Preisverleihung an Andreas Gabalier

Ursprungsartikel vom 25. Januar - München - Der Zoff zwischen Narrhalla und den Hütern des Nachlasses von Karl Valentin schwelt schon lange. Jetzt aber hat die Faschingsgesellschaft den Valentin-Kennern das Kraut ausgeschüttet! Sie will dem umstrittenen Volksmusiker Andreas Gabalier den Valentin-Orden verleihen – und treibt damit namhafte Münchner auf die Barrikaden.

Vorwurf gegen Gabalier: „Spiel mit faschistischen Symbolen“

„Es ist nicht hinzunehmen, dass Gabalier mit seinem offenkundigen Spiel mit faschistischen Symbolen wie dem nachgestellten Hakenkreuz auf dem CD-Cover, seiner Frauenfeindlichkeit und seiner Homophobie mit dem Namen Karl Valentins in Verbindung gebracht wird“, schimpft Rechtsanwalt Gunter Fette, der im Auftrag der Familie Valentins seinen Nachlass verwaltet. Schon lange empfinde er die Entscheidungen der Narrhalla als zunehmend unverständlich. „Als bekannt wurde, dass Gabalier den Orden bekommt, ist uns allen der Kragen geplatzt!“

Mehr zum Thema: Andreas Gabalier wehrt sich: Nach Konzert-Eklat fühlt er sich „ins rechte Eck gedrängt“

„Ein schockierender Fehlgriff“, sagt Alt-OB Christian Ude (l.) - Narrhalla-Vize Günter Malescha: „Vorwürfe sind unhaltbar“.

Alt-OB Christian Ude sagt: „Der Narrhalla ist mit Gabalier ein schockierender Fehlgriff gelungen!“ Ude findet, die Narrhalla solle künftig den Rat von Valentin-Kennern einholen, bevor sie sich entscheidet.

Sabine Rinberger, Direktorin des Valentin-Karlstadt-Musäums, ist sauer: „Die Narrhalla missbraucht einen großen Künstler. Da dreht es mir fünf Mal den Magen um!“ Auch die „Saubande“ – das ist der Förderverein des Musäums, in dem auch Luise Kinseher und Helmut Schleich sind – ärgere sich sehr. Und Alfons Schweiggert von der Karl-Valentin-Gesellschaft, der auch Konstantin Wecker und Gerhard Polt angehören, sagt: „Wir sind empört!“

Gabalier frauenfeindlich? „80.000 Mädels in einem Stadion irren sicher nicht!“

Narrhalla-Vize Günter Malescha juckt das nicht: „Oberflächlich betrachtet entsteht für den ein oder anderen der Eindruck, Gabalier sei der rechten Ecke zugeneigt. Schaut man genau hin, ist das nicht haltbar. Auch dass er frauenfeindlich sein soll, ist Unsinn. 80.000 Mädels in einem Stadion irren sicher nicht!“

Der Valentin-Orden

Karl Valentin zum 125. Geburtstag

Die Narrhalla verleiht den Karl-Valentin-Orden seit den 70ern. Valentins Tochter Bertl Böheim hatte das seinerzeit erlaubt. Zu den ersten Ordensträgern zählen Loriot (1974), Sigi Sommer (1975) und Gert Fröbe (1976). Auch Harald Juhnke (1993), Senta Berger (1998), Thomas Gottschalk (2001), Helmut Dietl (2005) und Iris Berben (2007) bekamen den Orden. Dass der ehemalige Papst Benedikt XVI. den Orden 1989 bekam, überrascht auf den ersten Blick. Allerdings ist Joseph Ratzinger als Jugendlicher zu Fuß zu Valentins Beerdigung in Planegg gelaufen, weil er ein Fan des Humoristen war. Sehr umstritten war schon die Verleihung an FDP-Mann Jürgen Möllemann (1992).

Lesen Sie auch: Für diesen Spruch bekam Philipp Lahm den Karl-Valentin-Orden

BST/mef/dpa

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