Anwohner erzwingen Tempo 30: Wo kommt das Limit noch?

München - Die Nachbarn in der Meyerbeer- und Offenbachstraße in Pasing-Obermenzing haben Tempo 30 erzwungen. Kommt das Limit auch noch anderswo?

Jahrelang haben sie gekämpft, haben demonstriert, auf der Straße geparkt, Radarmessungen vorgenommen – letztlich brachte ein selbst finanziertes Lärmgutachten den Erfolg. Die Nachbarn in der Meyerbeer- und Offenbachstraße (Pasing-Obermenzing) erzwingen Tempo 30 – und bremsen damit den Verkehr auf einem Autobahnzubringer. Die Grünen jubeln und sehen ein Vorbild, das Limit auch anderswo in der Stadt durchzusetzen!

Am Donnerstagabend hat das Kreisverwaltungsreferat die Anordnung auf der Pasinger Bürgerversammlung völlig überraschend bekanntgegeben. Der Straßenverkehrschef im KVR, Norbert Bieling, bestätigt das. Das Gutachten habe an vielen Gebäuden zu viel Krach festgestellt. In so einem Fall könne die Behörde das Tempolimit auf Nebenstraßen wie hier anordnen.

Wobei der Begriff Nebenstraße in den Ohren der Nachbarn wie Hohn klingen dürfte: Alle Münchner Autofahrer kennen die Straße, weil sie eine der wichtigsten Verbindungen vom Ende der Stuttgarter Autobahn A8 Richtung Süden darstellt – Pasing, Laim, Landsberger Straße. Vor zwei Jahren zählten die Anwohner 22 Laster in einer halben Stunde, im vergangenen Jahr überprüften sie zwei Wochen lang die Geschwindigkeiten der Autos – mehr als die Hälfte war schneller als die erlaubten 50, jedes zehnte Auto rasanter als 65, die Spitze lag bei 119 Stundenkilometern!

Die Grünen waren mit ihrer Forderung nach Tempo 40 dort gescheitert – genau wie mit dem Lärmaktionsplan und Tempo 30 an zehn Hauptstraßen. Stadträtin Sabine Nallinger wittert einen Präzedenzfall und fordert eine Prüfung, an welchen Straßen die Nachbarn ähnlich leiden.

David Costanzo

Rubriklistenbild: © dapd

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