Betrug mit Teppichen: Fachhändler ist empört!

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Seit fast 62 Jahren betreibt Humbert Saemmer sein Teppichhaus. Jetzt musste der Kaufmann sein Geschäft aufgeben. Offenbar nutzen Betrüger diesen Umstand und zocken Kunden ab

München - Sechs Jahrzehnte lang hat Humbert Saemmer (81) in München edle Orientteppiche verkauft. Jetzt muss er schließen und sein guter Ruf ist auch noch in Gefahr - wegen Gaunereien in seinem Namen!

Sechs Jahrzehnte lang verkaufte Humbert Saemmer (81) edle Orientteppiche an der ­Maximilianstraße. Nun schließt der Kaufmann sein Geschäft. Seit Oktober läuft der Räumungsverkauf. „Die exorbitant gestiegene Gewerbemiete zwingt mich zur Aufgabe“, sagt der Teppichhändler. Jetzt ist auch noch sein guter Name in Gefahr. Betrügerinnen haben einen Kunden (98) abgezockt – und dem Rentner statt eines teuren Seidenteppichs einen billigen aus Baumwolle verkauft.

Eine der Täterinnen hatte das Opfer angerufen: „Ich bin von Ihrem Teppichgeschäft – ich habe ein tolles Angebot für Sie.“ Als der betagte Pullacher den Namen Saemmer ins Spiel brachte, gab sich die Anruferin umgehend als Angestellte aus. Die Falle war zugeschnappt. Der 98-Jährige schöpfte keinen Verdacht, er wusste von der Schließung. Schließlich war er 50 Jahre lang Kunde.

Wenige Stunden später stand die Anruferin mit einer weiteren Frau vor der Tür des 98-Jährigen. Sie hatten zwei Teppiche dabei – angeblich ganz wertvolle Exemplare aus Seide. Der Rentner interessierte sich für einen Teppich, der regulär 4000 Euro kosten würde. Für 3500 Euro boten die Frauen den vermeintlichen Seidenteppich an. Der Pullacher zahlte ein paar hundert ­Euro an, den Rest wollten die Frauen am nächsten Tag abholen. In einer ruhigen Minute stellte der Rentner fest, dass sein vermeintliches Schnäppchen keine 100 Euro wert ist.

Kaufmann Humbert Saemmer ist entsetzt: „Da wird unser guter Name für gemeine Betrügereien missbraucht. Wir verkaufen keine Teppiche an der Haustür.“ Die Betrügerinnen sind übrigens nicht wieder aufgetaucht.

J. Mell

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