Beschwerden häufen sich 

Bettler-Alarm in der U-Bahn - MVG warnt vor der Musik-Masche

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Sie ziehen mit Akkordeon durch die U-Bahnzüge und betteln bei MVG-Kunden um Geld. Hier spielt eine Musikerin in einer U5 Richtung Hauptbahnhof. 

Immer mehr Kunden beschweren sich über Bettelmusikanten in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die MVG will dem Phänomen jetzt mit noch strengeren Kontrollen begegnen.

München - Sie ziehen mit Musikinstrumenten durch die U-Bahnzüge, drängen sich mit mitleiderregenden Blicken an Fahrgästen vorbei und fordern nach ihrer Darbietung offensiv Geld: Im Münchner Untergrund machen sich verstärkt Bettelmusikanten breit. Das bestätigt die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) auf Nachfrage unserer Zeitung. Die MVG hat die Kontrollen in dieser Richtung deshalb verschärft. Denn immer mehr Kunden fühlen sich offenbar gestört.

Ein normaler Wochentag, mittags, die U2 in Richtung Hauptbahnhof ist relativ spärlich besetzt. Plötzlich ertönen Akkordeon-Klänge. Der Ziehharmonikaspieler wippt im Takt der Musik und tänzelt die Sitzreihen entlang. Er grinst. Die meisten Fahrgäste wirken skeptisch. „Darf der das überhaupt?“, flüstern manche. Ein jüngerer Mann sagt zum Musikanten: „Du darfst hier nicht spielen!“ Den beeindruckt das wenig, er macht weiter und steigt kurz darauf aus.

Geld bekommt der Bettelmusikant von niemandem. Wenig später in der U5 am Hauptbahnhof: Eine Frau zieht mit ihrem Akkordeon durch den Waggon. Auch sie bittet nach ihrer musikalischen Darbietung die Fahrgäste um Geld, bekommt aber von den meisten nichts.

MVG sensibilisiert ihre Mitarbeiter für das Phänomen

„Wir registrieren seit ein paar Wochen wieder etwas häufiger Bettelmusikanten“, bestätigt MVG-Sprecher Matthias Korte. Zwar habe das Phänomen nicht die Ausmaße angenommen wie im Jahr 2014 – damals waren Bettelbanden in Innenstadt und Bahnhöfe allgegenwärtig –, die MVG hat aber ihre Mitarbeiter wieder sensibilisiert. Ihrzufolge stören sich die meisten Fahrgäste an der offensiven Bettelei. In fahrenden Zügen kommt das Problem hinzu, dass sich die Kunden der Begegnung nicht aktiv entziehen können. Erst am nächsten Bahnhof können sich die Wege trennen.

Die MVG stellt klar: Die Bettler stellen kein konkretes Sicherheitsrisiko dar. Sie werden gegenüber den Fahrgästen nicht körperlich aktiv und entfernen sich in der Regel relativ schnell vom jeweiligen Spielort. Trotzdem haben aber in den vergangenen Monaten die Beschwerden der Kunden zugenommen.

Organisiertes Betteln verboten - Es droht ein Platzverweis

Betteln und Musizieren ist in den Verkehrsmitteln der MVG seit August 2014 untersagt. Damals hat das Kreisverwaltungsreferat (KVR) eine Allgemeinverfügung für die Altstadt und den Bereich rund um den Hauptbahnhof erlassen, die das organisierte Betteln verbietet. Erwischt die MVG Bettler in Zügen, Bussen oder Trambahnen, erhalten sie einen Platzverweis, bei Wiederholung droht Hausverbot oder sogar eine Anzeige. Kunden, die Bettler wahrnehmen, können sich sowohl an Fahrer als auch an Sicherheitspersonal wenden. Außerdem ist es laut MVG möglich, derartige Beobachtungen über eine der Notrufsäulen an den Bahnsteigen zu melden. Die Zentrale kann dann gezielt Sicherheitspersonal zu den jeweiligen Orten schicken.

Die einfachste Methode ist laut MVG-Sprecher Matthias Korte allerdings, den Bettlern erst gar kein Geld zu geben. Denn wenn die musizierenden Spendensammler nichts verdienen, wird die Methode vermutlich bald wieder unattraktiv.

Lesen Sie auch: Trotz Streifenkarte - So wurde ein Münchner zum Schwarzfahrer abgestempelt

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Kommentare

MadridistaMUC
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Und dürfen die ohne Konsequenzen schwarzfahren? Und warum gibt es scheinbar immer noch so Leute, die denen was geben? Genauso doof, wie Tauben zu füttern. Aber manche müssen ihr schlechtes Gewissen beruhigen.

muckel67
(0)(0)

Früher musste man abends vorn beim Busfahrer einsteigen und den Fahrschein vorzeigen, er hat also hinten nicht aufgemacht. Heute ist der MVG ein Paradies für Kriminelle aller Art. In manchen Buslinien mit hohem sozialen Zündstoff habe ich schon seit 5 Jahren keine Kontrolleure mehr gesehen, muss sie aber zwangsweise zur Arbeit nutzen. Natürlich nur stehend, um nicht den Gestank an der Kleidung anzunehmen. In der U5 wird kräftig weiter von der Zigeunermafia musiziert. Die Fahrer kümmert es nicht, wenn die auf jeder Station in den nächsten Waggon umsteigen.

Pfiffy
(1)(0)

Ich habe gestern Mittag so einen Bettelmusiker aus der U-Bahn geworfen. Etwas mehr Hirn bei den Leuten, d.h. nix in den Becher werfen und etwas mehr Zivilcourage, sprich die Bettler raus werfen und schon wär Ruhe. Aber die einen haben kein Hirn, die anderen trauen sich nicht. Armes Deutschland.