Polizei zieht Bilanz

Blitzmarathon in München: 2700 Raser abkassiert

München - 2700 Fahrzeuge rauschen während des Blitzmarathons in eine Radarfalle. Die Polizei ist mit dem Fahrverhalten der Münchner trotzdem zufrieden.

Zwei wirklich üble Raser, über 2700 Temposünder und 400 Autofahrer, die am Steuer telefonierten, keinen Führerschein haben, unter Alkohol und/oder Drogen standen oder Gurtmuffel sind – das ist die Bilanz des Polizeipräsidiums München im Rahmen des Bayerischen Blitz-Marathons vom 16. bis 23. April. 58 000 Fahrzeuge aller Art vom Mofa bis zum 40-Tonner fuhren in der Blitzer-Woche in den Radarstrahl. Doch nur knapp 2,6 Prozent davon wurden beanstandet. Unrühmlicher Spitzenreiter war ein Motorradfahrer (35), der gleich am ersten Tag vormittags auf der Fürstenriederstraße mit 115 km/h geblitzt wurde. Erlaubt ist dort Tempo 50 – er war also mehr als doppelt so schnell. Das kommt ihn teuer zu stehen: 560 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und zwei Monate Fahrverbot. Auch Platz 2 des Raser-Rekords hält ein Motorradfahrer: Am Nachmittag des 21. April wurde er ebenfalls mit 115 km/h (erlaubt ist 60) auf der Bundesstraße 388 bei Ismaning gemessen. Er wird dafür einen Monat zu Fuß gehen, 480 Euro Bußgeld zahlen und zwei Punkte kassieren.

Die Münchner Polizei ist mit dem Ergebnis des Blitzmarathons trotzdem zufrieden: "Die Kraftfahrer waren in München deutlich langsamer unterwegs als sonst", hieß es in einer Mitteilung. Viele Kraftfahrer hätten erkannt, dass sie auch ohne schnelles Fahren pünktlich an ihr Ziel kommen. In diesem Jahr seien weniger Fahrzeuge geblitzt worden als beim Blitzmarathon vor einem Jahr.

In Oberbayern lag die Polizei an hunderten Messstellen auf der Lauer. In Mittelfranken erwischte die Polizei einen Motorradfahrer, der über 100 Stundenkilometer schneller fuhr als erlaubt.

Münchens Polizei hofft auf die Einsicht, "dass zu schnelles Fahren kein Kavaliersdelikt ist, sondern Menschenleben gefährden kann". Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München starben im Jahr 2015 bereits zwei Menschen wegen überhöhter Geschwindigkeit, 82 Menschen wurden verletzt.

tz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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