Anzahl bisher begrenzt

Braucht‘s mehr Sitzplätze auf der Wiesn? Ja, findet diese Stadtratsfraktion

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Hier sitzt keiner mehr: Eindrücke von der Wiesn 2017.

Der Kampf um einen Sitzplatz in einem der Zelte auf der Wiesn ist jedes Jahr hart - und wird es auch bleiben. Der Grund: Die Sitzplatzanzahl ist gedeckelt. Doch es gibt Gegenwind.

München - Lange Schlangen vor den Zelten, Gedränge drinnen: Ein Wiesn-Besuch - mit dem Ziel, einen Sitzplatz in einem der Zelte zu ergattern - ist jedes Jahr eine Geduldsprobe. 106.000 offizielle Sitzplätze stehen den Besuchern zur Verfügung. Und das soll auch so bleiben. "Keiner will eine überhitzte Rekordwiesn", sagte Wiesnchef Josef Schmid nach der Wiesn 2017. 6,2 Millionen Besucher hatte das Oktoberfest in diesem Jahr. Mehr als ausreichend, fand Schmid. Mehr Sitzplätze, damit mehr Besucher und ein erhöhtes Sicherheitsproblem würden das enspannte Wiesn-Feeling ins Wanken bringen. Aus diesem Grund hat der Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft bereits im vergangenen Jahr die Zahl der Sitzplätze in den Zelten auf der Wiesn begrenzt - und zwar ohne Ausnahme.

Stadt soll mehr Sitzplätze im Einzelfall prüfen

Genau dagegen wehrt sich jetzt die Fraktion der Bayernpartei im Münchner Stadtrat. Sie fordert „kein generelles Gastplatzmehrungsverbot“, wie es in einer Mitteilung der Partei heißt. Stattdessen solle der Stadtrat im Einzelfall prüfen und entscheiden, ob ein Zeltbetreiber mehr Sitzplätze zur Verfügung stellen darf. 

Die Bayernpartei begründet ihren Antrag so: Die Deckelung der Sitzplatzanzahl sei unter anderem angesichts der Terroranschläge in Paris und Brüssel von 2015 und 2016 sowie wegen einer drohenden Überfüllung des Wiesn-Geländes - so geschehen an einem Samstag der 2015er Wiesn - beschlossen worden. Die Folge sei gewesen, dass die Sitzplätze im 2015er Rahmen gehalten wurden und Anträge einzelner Wirte auf mehr Plätze generell abgelehnt wurden. „Dies ist weder rechtlich haltbar, da ein Antragsteller ein individuelles Prüfungsrecht für seinen Antrag besitzt, noch ist es zeitgemäß“, so die Bayernpartei in ihrem Schreiben. Die Rahmenbedingungen hätten sich seitdem grundlegend verändert. So läge jetzt zum Beispiel ein anderes Sicherheitskonzept vor, die Besucherzahlen gingen weiter zurück und auch durch Sicherheitsmaßnahmen wie Zäune und mehr Security-Personal sei es in Zukunft möglich, einer Überfüllung entgegenzuwirken. 

Effekt für Wiesn-Wirte: mehr Umsatz

Der Effekt einer Lockerung des Verbots hin zu Einzelfallentscheidungen sei laut Bayernpartei klar: Es sei so „den Festwirten möglich, auch einen höheren Umsatz zu tätigen“ - und somit der Stadt letztendlich mehr Pacht zu überweisen. Ob diese Forderung bei Wiesnchef Schmid und anderen Verantwortlichen so gut ankommt, darf bezweifelt werden. Es war „eine gmiatliche Wiesn, eine wunderbare Wiesn, eine Wiesn zum Flanieren, eine Wiesn zum Genießen", hatte Schmid nach dem diesjährigen Oktoberfest bilanziert. Und so soll es wohl auch bleiben.

Die Bilanz zur Wiesn 2017 lesen Sie hier. Zu welchen Einsätzen die Polizei beim Oktoberfest 2017 gerufen wurde, haben wir hier zusammengefasst.

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