BMW bremst X-Games aus

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Glückliche Prozess-Sieger: Anwalt Ralf Hackbart und BMW-Manager Jochen Volkmer (re.)

München - Dem bayerischen Autohersteller wollte der Sportkanal ESPN untersagen, weiter BMW-X3-Games zu veranstalten. Doch vor dem Oberlandesgericht erlitten die TV-Macher einen Totalschaden.

Ein amerikanischer Fernsehsender wollte BMW gewaltig an den Karren fahren: Dem bayerischen Autohersteller wollte der Sportkanal ESPN untersagen, weiter BMW-X3-Games zu veranstalten. Doch vor dem Oberlandesgericht erlitten die TV-Macher am Donnerstag einen Totalschaden.

Seit 1995 veranstaltet der US-Sender den spektakulären Extremsport-Wettbewerb X-Games. Dabei kann es gar nicht gefährlich genug zugehen, das Publikum wünscht den Nervenkitzel. Bei tödlichen Unfällen wie am 19. Januar mit der kanadischen Freestyle-Skifahrerin Sarah Burke († 29) in Salt Lake City heißt es nur: The Show must go on. Die Show muss weitergehen.

„Die X-Games sind in den USA so bekannt wie die Olympischen Spiele“, sagt Christian Wolf, Anwalt des Senders. „Wir sind dabei, den europäischen Mark zu erobern.“ Die nächsten Sommer-X-Games sollen im Münchner Olympiastadion stattfinden. Wolf: „Die Landeshauptstadt unterstützt das.“

Als BMW vergangenen Mai in Genf die BMW-X3-Games veranstalten wollte, versuchte ESPN, dies gerichtlich zu unterbinden. Begründung der TV-Macher: Die Verwechslungsgefahr sei groß. BMW könne seine Promotion-Veranstaltung doch genausogut X3-Challenge oder X3-Race nennen. Außerdem sei die BMW-Veranstaltung eine plumpe Nachahmung. Vor dem Münchner Landgericht blitzten die amerikanischen TV-Macher jetzt damit allerdings ab.

Am Donnertag wurde der Streit vor dem Oberlandesgericht ausgetragen. Anwalt Wolf legte nach: „Die Fernsehzuschauer müssen den Eindruck haben, BMW sei Kooperationspartner mit den X-Games.“ BMW-Anwalt Ralf Hackbarth polterte dagegen: „Hier wird versucht, BMW zu schädigen! Ich sehe überhaupt keinen Ansatz für eine Nachahmung.“

Das Gericht gab BMW zu 100 Prozent recht. Der Vorsitzende Richter Rainer Zwirlein sagt: „Wir sehen keine Verwechslungsgefahr.“ Das Urteil ist rechtskräftig.

E. Unfried

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