Sie bringt Escada wieder nach oben

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Die Investorin Megha Mittal (35) hat sich mit dem Kauf von Escada einen Mädchentraum erfüllt.

Die dunklen Wolken sind an Escada vorbeigezogen: Megha Mittal (35), millionenschwere Investorin aus Indien, rettete das Unternehmen vor der Pleite. Und lässt den Escada-Stern in neuem Glanz erstrahlen!

Auch sie mussten wie bei Eon um ihre Jobs zittern: Als der Modekonzern Escada vor zwei Jahren Insolvenz anmelden musste, bangten alleine in München 450 Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz. Doch die dunklen Wolken sind vorbeigezogen: Megha Mittal (35), millionenschwere Investorin aus Indien, rettete das Unternehmen vor der Pleite. Und lässt den Escada-Stern in neuem Glanz erstrahlen!

Schwarze Zahlen, neue Stellen: Vor zwei Jahren hätte niemand damit gerechnet, dass sich der angeschlagene Modekonzern noch einmal aufrappelt. Zu nah stand das Unternehmen am Abgrund, als es Mitte August 2009 Insolvenz anmeldete. „Escada hat eine schwere Zeit durchgemacht. Durch die Neuausrichtung erwarten wir aber für 2011 einen deutlichen Umsatzzuwachs“, erklärt Sprecher Frank Elsner.

Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland

Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland

Mitte der 80er-Jahre, nur kurz nach der Gründung durch den Münchner Unternehmer Wolfgang Ley und seiner Frau Margaretha, war das Unternehmen die weltweit größte Damenmodemarke. Doch mit dem Börsengang 1986 begann der Absturz: Schlecht gewählte Zukäufe, 1992 der Tod von Margaretha Ley, die als kreativer Kopf der Firma galt, schließlich gingen mit der Finanzkrise weitere Kunden und damit Umsatz flöten. Als der damals neue Chef Bruno Sälzer versuchte, dem angestaubten Flair der Marke neuen Glanz zu geben, war es längst zu spät. Die erschreckende Bilanz im ersten Geschäftshalbjahr 2008/2009: Ein Verlust von 92 Millionen Euro. Weltweit fürchteten über 2000 Mitarbeiter um ihre Jobs.

Doch dann kam sie. Megha Mittal (35), bildhübsche und schwerreiche Investorin aus Indien, machte den Bollywoodtraum in München wahr. Der genaue Kaufpreis ist zwar geheim, Mittal soll Gerüchten zufolge 60 Millionen Euro hingeblättert haben. Für den Mittal-Clan ein Schnäppchen – das Vermögen der Familie um den schwerreichen Stahl-Mogul Lakshmi Mittal, Meghas Schwiegervater, wird auf 19,3 Milliarden Euro geschätzt.

Die Investition hat sich offensichtlich gelohnt. Das Geschäft läuft wieder: Allein im Vorjahr wurden 100 neue Stellen geschaffen, bis Ende diesen Jahres investiert Escada 20 Millionen Euro in den Aus- und Umbau der Filialen. Heuer sollen außerdem wieder schwarze Zahlen geschrieben werden, wobei das Unternehmen für 2011 mit einem Umsatz von 300 Millionen Euro rechnet. Escada-Chef Bruno Sälzer: „Wir streben heuer ein deutliches Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich an.“

Christina Schmelzer

Die Chronik der Luxusmarke

US-Schauspielerin Katherine Heigl, Topmodel Nadja Auermann, Filmstar Kim Basinger: Escada hat viele prominente Fans. In über 80 Ländern führt der international tätige Luxus-Modekonzern 180 eigene Geschäfte, dazu kommen 140 Franchise-Shops. Der größte Markt sind die USA, wo Escada 20 Prozent seines Umsatzes macht.

Die Geschichte der Edelmarke beginnt 1976, als das schwedische Topmodel Margaretha und der Unternehmer Wolfgang Ley die Firma in München gründen. Margaretha Ley bringt die kreativen Ideen in die Firma, ihr Mann kümmert sich um Finanzen und Verkauf. Das Geschäft floriert. 1986 geht Escada an die Börse – ab da geht es bergab. Sechs Jahre später stirbt die Firmengründerin, Wolfgang Ley führt Escada alleine weiter. Mehrere Restrukturierungen und Designer folgen. Mit dem Einstieg der Firma HMD im Jahr 2003 – sie erwirbt für 45 Millionen Euro 27 Prozent der Anteile – zieht sich Wolfgang Ley immer mehr zurück. 2006 legt er auch seinen Posten als Vorstandsvorsitzender nieder.

2008 kaufen die Tchibo-Erben Michael und Wolfgang Herz etwa zehn Prozent des Konzerns. Kurz darauf wird Bruno Sälzer, der zuvor bei Hugo Boss tätig war, als Chef eingestellt – diesen Posten hat er noch immer. Im August 2009 meldet Escada Insolvenz an. Kurz darauf erwirbt die Inderin Megha Mittal die Firma und rettet sie damit vor dem Aus.

CS

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