Buchhalter veruntreut halbe Million - „Zulagen“

München - Der Buchhalter eines Unternehmens im Raum München hat fast eine halbe Million Euro vom Firmenkonto für sich abgezweigt. Ihm wird Veruntreuung in 89 Fällen vorgeworfen, doch der 51-Jährige sieht das anders.

Im Prozess vor dem Münchner Landgericht erklärte der 51-Jährige die ihm vorgeworfenen 89 Fälle von Untreue am Donnerstag mit Sondervergütungen für geleistete „Zusatzaufgaben“. Er wurde vor einem Jahr fristlos entlassen und sitzt seit neun Monaten in Untersuchungshaft.

Der Buchhalter war seit 2008 für eine Finanzdienstleistungsfirma in Unterföhring tätig. Laut Anklage sollte er alle kaufmännischen Angelegenheiten insbesondere auch für die Muttergesellschaft in der Schweiz bearbeiten. Der 51-Jährige sagte, er habe für seinen Arbeitgeber „nebenberuflich“ unter anderem die Aufgaben eines Sicherheitsbeauftragten und Qualitätsmanagement-Beauftragten erledigt. „Die Summen in der Anklageschrift dürften für diese Zusatzaufgaben gewesen sein“, sagte er. Der ihm in Aussicht gestellte Zusatzvertrag lasse „erkennen, dass meine Aufgaben nicht von dem ursprünglichen Vertrag gedeckt waren“.

Im Sommer 2010 sei ihm wieder ein neuer Vertrag zugesagt worden, „dazu gibt es einen intensiven e-mail-Verkehr“, sagte der Angeklagte. Aber ihm sei bewusst geworden, dass er sich auf Zusagen nicht verlassen könne. Während seiner Mitarbeit habe dreimal der Geschäftsführer und fünfmal der Hauptabteilungsleiter Buchhaltung gewechselt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare