Tatort Hauptbahnhof

Bundespolizei schnappt zwei betrunkene Diebinnen

München - Überwachungskameras können Gold wert sein: Die Bundespolizei hat zwei Frauen geschnappt,  die am Hauptbahnhof Gepäckstücke aus einem versehentlich unverschlossenen Schließfach entwendet hatten.

Ein 84-Jähriger und seine 80-jährige Begleiterin aus Berlin hatten am Mittwoch kurz nach 10 Uhr zwei Koffer und ein Beautycase in ein Schließfach am Münchner Hauptbahnhof gelegt. Als sie ihr Gepäck gegen 17:45 Uhr wieder an sich nehmen wollten, war das Schließfach leer. Nachdem sie Anzeige erstattet hatten, wertete die Bundespolizei die Videoaufzeichnungen aus. Auf den Überwachungsbildern sieht man, wie der Berliner die Gepäckstücke in das Schließfach 2440 legt. Da er nicht genug Kleingeld hat, geht er, während seine Begleiterin aufpasst, Geldwechseln. Als er zurückkommt, versperrt er das falsche - ein nebenan liegendes Schließfach.

Gegen 10:50 Uhr zeigt die Aufzeichnung, dass eine junge Frau, die an mehreren Geldauswürfen hantiert, Gepäckstücke aus dem unverschlossenen Fach entnimmt. Eine weitere junge Frau beobachtet die Umgebung und hilft später beim Abtransport der Gepäckstücke. Mit Hilfe der Bilder fahndete die Bundespolizei im Hauptbahnhof nach beiden Damen. Gegen 19:30 Uhr wurden sie dann im Bereich des Haupteinganges geschnappt. Nach anfänglichem Zögern räumten beide die Tat ein. In der Jackentasche der Komplizin fanden die Ermittler drei Mobiltelefone. Eines davon gehörte dem 84-Jährigen.

0,97 und 1,79 Promille Alkohol im Blut

Außerdem kam heraus, dass die beiden Frauen die Gepäckstücke in einer Unterführung in der Nähe des Hauptbahnhofs abgestellt und durchsucht hatten. Danach ließen die Täterinnen die Gepäckstücke stehen. Beamte der Landespolizei sicherten kurz darauf zwei Koffer. Das Beautycase befand sich aber nicht mehr in der Unterführung.

Beide Beschuldigten waren alkoholisiert. Bei der 28-Jährigen wurde ein Atemalkohol von 0,97 Promille und bei der 22-Jährigen Komplizin 1,79 Promille gemessen. Nach den Besitzern der beiden weiteren Mobiltelefone sucht die Bundespolizei noch. Die 28-Jährige wird heute auf Anordnung der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt. Die 22-Jährige durfte die Wache nach Benennung eines Zustellungsbevollmächtigen wieder verlassen. Dank der Bilder der Videoauswertung sind die Geschädigten wieder im Besitz ihres Gepäcks im Wert von 900 Euro.

mm

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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