Wirbel um Bußgelder für Schüler aufgeklärt - FDP blamiert sich

München - Zehn Cent Strafe für Schwätzen, 20 Cent für Kaugummikauen und zwei Euro für Handyklingeln. Die FDP hielt das für den Bußgeldkatalog einer Hauptschule. Jetzt ist die Sache aufgeklärt - mit einer überraschenden Wende.

Es war ein Bußgeldkatalog auf einem Arbeitsblatt einer Münchner Hauptschule, der Stadträtin Gabriele Neff (FDP) verärgerte. „Solche Blätter haben an einer Schule nichts zu suchen“, sagte sie am Mittwoch. Sie war zunächst sogar davon ausgegangen, dass es sich um einen echten Bußgeldkatalog handelt und hatte im Rathaus Alarm geschlagen. „Ich kenne die Eltern und weiß, dass das keine Erfindung ist“, hatte die „Bild“-Zeitung die FDP-Stadträtin zitiert.

Den durchaus taschengeldgerechten Bußgeldkatalog gibt es tatsächlich - allerdings handelt es sich dabei laut Schule lediglich um ein Arbeitsblatt im Fach evangelische Religion in Zusammenhang mit Martin Luther und dem Ablasshandel. Mit dem Arbeitsblatt sollte den Schülern gezeigt werden, dass man sich von Sünden nicht freikaufen könne, zitierte die Zeitung eine Lehrerin.

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Besorgte Eltern wandten sich an die Stadträtin

Eine Schülerin hatte den Bußgeldkatalog mit dem Handy fotografiert und ihren Eltern gezeigt. Diese hatten sich wiederum an Stadträtin Neff gewandt. „Ich finde so ein Arbeitsblatt äußerst seltsam“, sagte Neff der Nachrichtenagentur dpa.

Zulässig wäre ein solcher Strafenkatalog ohnehin nicht, wie Gerhard Zimmermann, stellvertretender fachlicher Leiter beim Schulamt in München, sagte. Im Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz sei genau festgelegt, welche Strafen Lehrer verhängen dürfen. „Ein solcher Bußgeldkatalog ist nicht vorgesehen.“

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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