Chaos nach Sicherheitspanne

„Reine Katastrophe!“ - Vater und Tochter berichten über ihre Flughafen-Odyssee

+
Udo Wanner (69) mit Tochter Emma (14): Sie waren mittendrin im Flughafen-Chaos.

Das Chaos am Münchner Flughafen am Samstag war katastrophal. Zwei Beteiligte berichten von ihrer Odyssee an diesem Tag.

München - Auf dem Foto oben sehen Sie Udo Wanner (69) und seine Tochter Emma (14). Die beiden erlebten am Samstag einen Tag voller Chaos am Flughafen. Einen Tag, der noch massive Folgen haben wird… 

Eine Frau war in der Früh unkontrolliert durch eine Sicherheitsschleuse gegangen, in der Folge wurde das Terminal 2 gesperrt, 330 Flüge fielen aus. Die Regierung von Oberbayern hat deshalb jetzt drei Flughafen-Kontrolleure von der Kontrolltätigkeit entbunden. 

Die Mitarbeiter seien am Samstagmorgen zusammen mit fünf weiteren Kontrollkräften der Sicherheitsgesellschaft München (SGM) an einer Sicherheitsschleuse im Einsatz gewesen. Und: Flughafen-Chef Michael Kerkloh (65) äußerte sich bei einer Pressekonferenz selbstkritisch. Es werde mit allen Beteiligten darüber geredet, „wie solche außerordentlichen Situationen besser gemanagt werden können“.

Lesen Sie zudem auch: Pressesprecher von Münchner Flughafen nach Chaos-Samstag - „Kritik ist nicht nachvollziehbar“

Die „außerordentliche Situation“ bedeutete für Wanner und seine Tochter einen langen Tag am Flughafen. Der Ingenieur aus Innsbruck wollte Emma eigentlich nur absetzen – sie sollte zu einer Reise nach Bodrum (Türkei) starten. Doch es kam ganz anders. „Als wir um 8.30 Uhr ankamen, war die Eingangshalle bereits brechend voll, und es ging gar nichts.“ Das Bodenpersonal war überfordert, die Telefonleitungen glühten, Wanner hing mehrere Stunden in der Warteschleife. 

Kein Vorwürfe an Lufthansa-Mitarbeiter

„Ich mache den Damen von der Lufthansa keine Vorwürfe. Die haben toll reagiert und blieben sogar bei sehr wütenden Passagieren ruhig und freundlich“, erzählt Wanner. Das Problem sieht er nicht bei der Fluggesellschaft. Er sagt aber: „Was die Polizei gemacht hat, war eine Katastrophe! Dass keine Massenpanik ausgebrochen ist, war reines Glück.“

Vielleicht interessiert Sie auch das: Flughafen-Chaos wegen einer einzigen Passagierin: Regierung zieht personelle Konsequenzen

Wanner und seine Tochter erlebten das Geschehen in voller Länge. Der Flieger, in dem Emma schon gesessen war, blieb am Boden. Wanner, der mit dem Auto eigentlich schon auf dem Heimweg gewesen war, kehrte noch mal um und holte seine Tochter wieder ab. Zusammen zurück nach Innsbruck – allerdings ohne Koffer, der wohl noch im Flieger war… Wanner hat seine Familie jetzt zu einem Ausflug an den Starnberger See eingeladen. 

Judith Kohnle, Dirk Walter

Auch interessant

Meistgelesen

Nach Berliner Vorbild: Neues System soll Münchner U-Bahnen revolutionieren
Nach Berliner Vorbild: Neues System soll Münchner U-Bahnen revolutionieren
Wunder von Freimann: Lkw überfährt Elfjährige auf Schulweg - dann kommt die große Erleichterung
Wunder von Freimann: Lkw überfährt Elfjährige auf Schulweg - dann kommt die große Erleichterung
Neue Partylocation in München: Das steckt hinter der auffälligen Fassade
Neue Partylocation in München: Das steckt hinter der auffälligen Fassade
Münchner (14) läuft aus Versehen ganzen Marathon: „Als ich merkte, dass ich falsch bin ...“
Münchner (14) läuft aus Versehen ganzen Marathon: „Als ich merkte, dass ich falsch bin ...“

Kommentare