Für vieles können die Betreiber aber auch nichts

Chaos-Wochen bei der S-Bahn: Sprecher räumt ein Problem ein

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S-Bahn-Chaos auf der Münchner Stammstrecke: ein häufiges Bild in den vergangenen Wochen.

München - Der Januar ist kein guter Monat für die S-Bahn München. Zu viele Störungen, defekte Züge und damit Verspätungen. Gerade für Pendler sehr unangenehm. Ein Sprecher äußert sich jetzt zu den Problemen.

Vorige Woche war es besonders schlimm: am Montag eine Weichenstörung, die schließlich das Gesamtnetz betraf. Außerdem ein Polizeieinsatz und ein defekter Zug, der die Strecke der S1 blockierte. Am Dienstag eine Oberleitungsstörung.Am Mittwoch sind schließlich einige Züge der verschiedenen Linien ausgefallen. Es gab jeweils viele Verspätungen.

Diese Woche ging‘s nahtlos weiter. Am Dienstag fuhr die S8 nicht, und am Donnerstag gab es schon wieder Probleme: Die S1 wurde zwischen Lohhof und Unterschleißheim komplett gesperrt. Sehr ärgerlich, weil auch der Flughafen betroffen war.

Grund genug, einmal bei der S-Bahn München anzurufen. 

Was ist da los?

"Für diese Ausfälle und Störungen gibt es natürlich viele Gründe: eine Weichenstörung, ein Notarzteinsatz, eine Oberleitungsstörung oder ein defekter Zug", fing ein Bahnsprecher an zu erklären. Und fügte hinzu: "Für die meisten der Probleme können wir jedoch nichts. Wir sind auch Leidtragende der Infrastrukturprobleme."

Kälte ist Schuld an Weichenstörungen

Im Winter, besonders, wenn er so kalt sei wie im Moment, seien das größte Problem die Eisblöcke, die die Züge mit sich tragen. Kommt der Zug durch die Weiche ins Ruckeln, fällt oft ein Eisblock auf die Gleise. „Da hilft dann auch die Heizung nichts - diese Masse bekommen wir da nicht so leicht wieder herunter", erklärt der Bahnsprecher.

Probleme an den Zügen durch Kälte

Auch für defekte Türen oder Bremsen seien die Kälte und der Schnee verantwortlich, meint der Sprecher. Das sei natürlich jeden Winter so, aber dieser sei schon besonders kalt.

Einzig und allein bei der Werkstattkapazität sieht der Sprecher einen "Fehler" bei der S-Bahn: "Wir haben da im Moment nicht genügend Kapazität, um alles zeitnah zu reparieren."

Alle Züge müssen enteist werden

„Die S-Bahn-Werkstatt Steinhausen arbeitet mit Hochdruck daran, den Schadensrückstand abzubauen. Wir setzen zusätzliches Personal zum Enteisen der Fahrzeuge ein und leisten Sonderschichten und Überstunden. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und bitten die Fahrgäste um Geduld.“ so Christian Bornschein, Leiter der S-Bahn-Werkstatt.

Der stetige extreme Temperaturwechsel zwischen den Außenstrecken mit starkem Dauerfrost und dem Stammstreckentunnel mit Plustemperaturen und Tauwasser führte in den letzten Wochen zur starken Vereisung des Unterbodenbereichs der S-Bahn-Züge, heißt es in einer Pressemitteilung der Bahn. Bevor die Züge in der Werkstatt gewartet und im Unterflurbereich instandgesetzt werden könnten, müssten alle 254 Züge der Flotte in der Werkstatt oder Außenreinigungsanlage zeitaufwändig enteist werden.

Stammstrecke ist überlastet

Grundproblem sei außerdem, "dass die Stammstrecke überlastet ist", sagt der Bahnsprecher. "Aber das wissen wir. Das ist ja schon länger so." Er erklärt, dass die Züge so eng getaktet sind, dass es eine Kettenreaktion gibt, sobald ein Zug Verspätung hat. "Auch wenn der Lokführer nur einer Person bei Aus- oder Einsteigen helfen muss."

Wenn die Verspätung von einem oder mehreren Zügen bei mehr als sieben Minuten liegt, werden einige Züge gleich gar nicht auf die Strecke geschickt. "Nur so können wir die Verspätungen wieder einholen."

Wenn also, wie am 18. Januar, mehrere Züge aus dem 10-Minuten-Takt ausfallen, kann das zum Beispiel die Ursache sein.

Wo gibt es Hilfe bei Verspätungen?

Wer sich nicht allein auf Lautsprecherdurchsagen am Gleis verlassen will, sollte den Streckenagenten kennen.

Die S-Bahn fällt aus - wir helfen Ihnen sofort auf Facebook

Unsere Redaktion hat für jede S-Bahn-Linie eine Facebook-Gruppe gegründet, in der sich Fahrgäste selbst organisieren können: Bilden Sie Fahrgemeinschaften, wenn Ihre S-Bahn ausfällt. Organisieren Sie ein Taxi und teilen Sie sich mit mehreren die Kosten. Oder bitten Sie andere Betroffene schlicht um Hilfe - oder bieten Sie einen Platz in Ihrem Auto an. Zusammen mit anderen Pendlern sind Sie im S-Bahn-Chaos weniger allein. Hier gelangen Sie zu allen Facebook-Gruppen (S1, S2,S3, S4, S6, S7, S8 und S20).

Danke an unseren Leser Ty, der uns auf dieses Thema hinwies.

ali

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