Friseur, Postbote, Krankenschwester und Schüler

Ausnahmen im Alltag: Vier Münchner berichten von ihrem Leben in der Corona-Krise

Coronavirus: Vier Münchner berichten von ihrem Leben im Ausnahmezustand
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Coronavirus: Vier Münchner berichten von ihrem Leben im Ausnahmezustand (Symbolbild)

Die ganze Welt befindet sich wegen des Coronavirus im Ausnahmezustand. Das gilt natürlich auch für München. Hier berichten vier Bürger von ihren Erlebnissen.

  • Während der Corona-Krise herrscht überall Ausnahmezustand.
  • Doch was bedeutet das für die Menschen in München?
  • Wir haben einen Friseur, einen Postboten, eine Krankenschwester und einen Schüler nach ihren Erfahrungen gefragt.

München - Das Coronavirus hat uns alle fest im Griff - vom Kindergartenkind bis hin zum Pflegeheimbewohner. Was vor ein paar Monaten noch undenkbar gewesen wäre, ist mittlerweile Realität. Alltag, eine neue Normalität - so verrückt sie stellenweise auch sein mag! Die Protagonisten unseres Corona-Tagebuchs geben dem Ausnahmezustand ein Gesicht und lassen das Unbegreifliche greifbar werden. Tag für Tag.

München in der Corona-Krise: So erlebt der Friseur den Ausnahmezustand

„Vor dem Shutdown haben wir uns richtig unsicher gefühlt. Meine Frau arbeitet auch als Friseurin. Wir wussten überhaupt nicht, wie es weitergeht und wann wir wieder arbeiten dürfen. Ich hatte richtige Existenzängste. Aber unser Chef hat uns super aufgefangen und das Kurzarbeitergeld aufgestockt, sodass wir gut mit unserer kleinen Familie über die schwerste Zeit hinweg gekommen sind. Rückblickend war die Zwangspause sogar schön. Normalerweise wechseln meine Frau und ich uns mit der Betreuung unserer zweijährigen Tochter ab. Gemeinsame Zeit haben wir nur in der Früh oder spätabends. Da waren die letzten Wochen eine willkommene Abwechslung.“
Daniel Krannich (39), stellvertretender Filialleiter Pony Club Gräfelfing

Hat die Corona-Zwangspause zur trauten Dreisamkeit in der Familie genutzt: Friseur Daniel Krannich.

München in der Corona-Krise: So erlebt der Postbote den Ausnahmezustand

„Das klingt vielleicht ironisch: Ich, der Packerlbote, habe noch nie online bestellt. Einzige Ausnahme: meine Dienstkleidung. Die kann man nämlich seit ein paar Jahren nur noch im Internet bestellen. Trotzdem sieht man als Bote anhand der Verpackung ja oft, was die Leute einkaufen. Als der Lockdown kam, hat sich auch das Bestellverhalten verändert: Das Erste, was die Leute gekauft haben, war Alkohol. Dann kamen Möbel. Und als das Wetter besser wurde: Erde und T-Shirts! Und auch jetzt ist die Nachfrage weiterhin hoch. Wer hat schon Lust, mit Maske shoppen zu gehen?“

Felice Iannone (49), Postbote in München

Erkennt ein klares Bestellverhalten der Kunden: Postbote Felice Iannone.

München in der Corona-Krise: So erlebt die Krankenschwester den Ausnahmezustand

„Klar, ein bisschen Besuch lockert die Stimmung. Erst gestern schwärmte mir eine Patientin von dem Besuch ihrer Tochter vor. Trotzdem müssen wir weiterhin achtsam bleiben, auch wenn Ministerpräsident Markus Söder Besuche in Pflegeeinrichtungen wieder erlaubt hat. Denn: Das Virus bleibt weiterhin gefährlich - vor allem für ältere Menschen. Deshalb sollten Angehörige weiterhin aufpassen und ihre Liebsten nur mit entsprechendem Abstand und Mundschutz besuchen.“

Gaby Scheinpflug (64), Krankenschwester, Ambulante Krankenpflege Tutzing

Warnt vor der Verbreitung des Coronavirus: Krankenschwester Gaby Scheinpflug.

München in der Corona-Krise: So erlebt der Schüler den Ausnahmezustand

„Normalität hat seit Corona eine neue Dimension - auch in der Schule. Wir haben gerade Motto-Woche. Heißt: Jeden Tag ziehen wir uns passend zu einem anderen Thema an. Heute ist der Assi-Tag - ich habe also meine Jogginghose und die Adiletten rausgeholt. Eigentlich ja das perfekte Corona-Outfit. Das Komische dabei ist: In den Jahren zuvor hat man so die Abijahrgänge erkannt. Jetzt braucht man das nicht, schließlich sind wir die Einzigen, die gerade die Schulbank drücken. Das ändert sich wahrscheinlich nächste Woche, wenn die Elftklässler kommen.“

Gianluca Loch (20), Abiturient am Adolf-Weber-Gymnasium, Nymphenburg

Mitten in der Motto-Woche: Schüler Gianluca Loch.

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