Unnötiger Schmierfink am Werk

Krude Corona-Verschwörungstheorie im Münchner Uni-Viertel: Mehrere Schmierereien mit gleichem Inhalt

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Hier war ein selbsternannter Künstler am Werk.

Das Coronavirus birgt noch so manch ein Geheimnis. Das ruft Verschwörungstheoretiker auf den Plan. Wie im Münchner Uni-Viertel. Da gibt es mehrere Schmierereien. 

  • Das Coronavirus hat einige Verschwörungstheoretiker auf den Plan gerufen. 
  • Sie verschandeln das Stadtbild, um sich Gehör zu verschaffen. 
  • Mehrere Schmierereien gleichen Inhalts sind in der Barer Straße und Schellingstraße zu finden. 

München - Die Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus sind durchaus skurril. Einige lassen sich von den unterschiedlichsten Fantasien von faktenfeindlichen Menschen leiten, sodass allerhand Fehlinformationen das Internet füllen. Manch ein mächtiges Staatsoberhaupt weigert sich auch noch den Tatsachen ins Gesicht zu schauen. Kein Wunder, dass sich der Einzelne dazu getrieben fühlt, seine Wahrheit den Mitbürgern mit kryptischen Inschriften mitzuteilen. 

Coronavirus in München: Covid-1984? Da treibt ein Schmierfink sein Unwesen

Im Münchner Uni-Viertel treibt wohl im Moment einer sein Unwesen, der seine wilden Behauptungen wohl nicht in der Universität unter Kommilitonen verbreiten kann. Hat die Uni zu, müssen die Gebäude und Wände unter dem geistigen Müll leiden. In der Barer Straße beim Edeka auf Höhe der Tramstation „Schellingstraße“ verewigte sich der Unbekannte mit den Worten „Covid-1984“ und „F*** Bill Gates“

Neben dem Edeka in der Barer Straße war ein „Künstler“ am Werk.

Doch wohl aus Angst dort nicht das breite Publikum zu erreichen, zeigte er seine limitierten künstlerischen Fähigkeiten noch in der Schellingstraße. Und das mindestens zweimal. Zweimal bildete er noch „Covid-1984“ ab. Doch was hat es damit auf sich? Im Roman „1984“ von George Orwell wird ein totalitärer Überwachungsstaat im gleichnamigen Jahr beschrieben. Oft wird der Roman zitiert, wenn es zu Kritik gegenüber einem Überwachungsstaates kommt. Anscheinend sind die lebensrettenden Maßnahmen in der Corona-Krise, die von der Bundesregierung beschlossen wurden und die faktisch wirken, für den Unbekannten Humbug. 

Coronavirus in München: Wilde Theorien über Gates oder Orwell kursieren auch im Netz

Zusätzlich könnte er das mögliche Tracking via App meinen, das aktuell im Gespräch ist. Außerdem wurde bei seinen Schmierereien Bill Gates beleidigt, bei dem ein zusammenhangsloses Video aus dem Jahr 2015 viral, indem Corona-Verschwörungstheoretiker den Grund sehen, dass Gates wohl die Kontrolle über das weltweite Gesundheitssystem erlangen will. In dem Video von vor fünf Jahren spricht Gates darüber, dass ein Virus gefährlicher als ein Atomkrieg sei. 

Zweimal war der Unbekannte auch in der Schellingstraße unterwegs. 

Dabei wird wohl von den Irrgläubigen außer Acht gelassen, dass Gates mehreren gemeinnützigen Firmen Geld zur Verfügung gestellt hat, mit dem für einen Impfstoff geforscht wird. Und ob George Orwell (1950 verstorben) mit seinem Roman so weit in der Zukunft als sinnbildliches Vorbild genommen werden kann, ist wohl eher der Wunsch mancher. 

ank

Viele Wirte setzen darauf, bald mit den Biergärten zu starten. Manche in München feilen schon an konkreten Plänen für die Zeit nach dem Corona-Lockdown.

Teils wirre Thesen ziehen dieser Tage weite Kreise. Ein ICE-Führer machte nun eine deutliche Ansage an Verschwörungstheoretiker.

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