Was passiert mit dem regulären Betrieb?

Coronavirus in München: Wie lange können die Kliniken die Krise noch meistern?

Das Coronavirus hält die Kliniken in China seit Monaten in Atem.
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Das Coronavirus hält die Kliniken in China seit Monaten in Atem.

Das Coronavirus verbreitet sich in München. Menschen müssen in Kliniken behandelt werden. Aber: Was passiert mit dem regulären Betrieb?

  • Das Coronavirus* breitet sich in Deutschland und auch in München aus. 
  • Jetzt schlagen Virologen aus Münchens Kliniken Alarm. 
  • Wie lange können Münchens Kliniken die Krise noch meistern?

München - Wie lange können Münchens Kliniken die Coronavirus*-Krise noch meistern? Führende Virologen schlagen Alarm: Man brauche mehr Intensivbetten. Und zwar deshalb, weil mit der massiven Ausbreitung des Virus auch die Zahl der schweren Krankheitsverläufe zunehmen wird. Doch in München können derzeit noch nicht einmal die vorhandenen Intensivbetten vollständig genutzt werden. Denn es gibt viel zu wenige Pflegekräfte.

So bleiben im städtischen Klinikum Harlaching nach Informationen der Gewerkschaft Verdi derzeit 15 bis 20 Prozent der Intensivbetten leer. Gewerkschaftssekretär Christian Reischl bezeichnete die Situation in Münchens Kliniken als „prekär“. Der Verdi-Experte weiter: „In einem Privatkrankenhaus können wegen Personalmangel nur sechs von zwölf Intensivbetten betrieben werden.“

Coronavirus in München: Wie lange können die Kliniken die Krise noch meistern?

In anderen Kliniken ist die Quote zwar nicht ganz so hoch, aber Experten bestätigen das Grundproblem bei den Intensivstationen. „Eine weitere rasante Ausbreitung würde uns vor große Herausforderungen stellen. Man kann die Kapazitäten auf einer Intensivstation nicht willkürlich erhöhen“, sagte Prof. Hanno Leuchte, Chefarzt im Krankenhaus Neuwittelsbach, unserer Zeitung. Die internistische Fachklinik behandelt zahlreiche Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, die im Falle einer Corana-Ansteckung besonders gefährdet wären.

Gerade für eine drastische Zunahme solcher infizierten Risikopatienten wollen und müssen sich viele Münchner Klinken wappnen. Jede Einheit bereite momentan Notfallpläne vor, weiß Prof. Leuchte und bestätigt: Die Bereitstellung weiterer Plätze auf den Intensivstationen werde durch den Pflegemangel erschwert. „Es war ja bereits vor der Ausbruch des Coronavirus* in München schwierig, Pflegekräfte zu bekommen. Hier besteht definitiv ein akuter Engpass.“ Im Klinikum Großhadern werde derzeit nach Verdi-Informationen überlegt, Personal aus anderen Bereichen abzuziehen, um genügend Kräfte für den Intensivbereich zu haben.

Coronavirus München: Mangel in der Intensivpflege

Angesprochen auf den Personalmangel in Harlaching erklärte der Chef der Münchenklinik, Dr. Axel Fischer: „Wir verfügen in der aktuellen Situation über ausreichend Kapazitäten und sind im Rahmen unserer Krisenpläne auf steigende Zahlen schwerer erkrankter Personen vorbereitet. Wenn nötig, können wir zusätzliche Intensivkapazitäten für Coronapatienten schaffen.“

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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