Super-Gau für die Wirtschaft

Coronakrise bedroht Münchner Unternehmen: Fünf Traditionshäuser schreiben Brandbrief

Die Corona-Pandemie ist für die Wirtschaft katastrophal. Jetzt schlagen fünf Münchner Traditionshäuser Alarm: In einem offenen Brief flehen sie die Politik um Hilfe an.

  • Im bundesweiten Vergleich steht die Münchner Wirtschaft gut da.
  • Doch die Corona-Krise sorgt bei hiesigen Unternehmen für herbe Verluste.
  • Stellvertretend verfassen fünf Firmen einen Brandbrief an Stadt und Freistaat.
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus

München - Bettenrid, Hirmer, Hugendubel, Kustermann und das Sporthaus Schuster wenden sich stellvertretend für viele andere Familienunternehmen an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). „Die Schließung unserer Häuser ist für uns Einzelhändler nach kurzer Zeit existenzbedrohend. Alleine bei uns fünf alteingesessenen Münchner Unternehmen sind über 1000 Arbeitsplätze in Gefahr“, heißt es in dem Schreiben – unterzeichnet von den Firmenchefs.

Münchner Firmen in der Corona-Krise: Die Forderungen im Brandbrief

Sie fordern neben einer schnellen Umsetzung der getroffenen Maßnahmen eine Aufstockung des Kurzarbeitergelds im Einzelhandel um 20 Prozent, staatliche Bürgschaften auf 100 Prozent der Überbrückungskredite, die sofortige Stundung der Zahlungen an die Finanzbehörden und einen ausreichend großen Fonds für die zu erwartenden Verluste – sowie Konjunkturprogramme für die Zeit nach den angeordneten Geschäftsschließungen: „Wir benötigen jetzt Ihre Unterstützung, um die Schließung unserer Geschäfte zu überstehen.“

Münchner Traditionsunternehmen wie Hirmer (im Bild) appellieren an die verantwortlichen Politiker.

In der Staatskanzlei wollte man das Schreiben am Mittwoch nicht bewerten. Viele angesprochene Punkte seien Bundesangelegenheiten, sagte ein Sprecher. Da trifft es sich gut, dass nach unseren Informationen kommende Woche Finanzminister Olaf Scholz (SPD) an der bayerischen Kabinettssitzung teilnimmt.

Wirtschaftskrise aufgrund Corona: Stadt München zahlt bereits Soforthilfe aus

OB Dieter Reiter äußerte sich bereits: „Der Ernst der Lage für nahezu alle Münchner Unternehmen egal welcher Größe und insbesondere deren Beschäftigten ist mir sehr bewusst. Deshalb habe ich für die Stadt München selbst, als auch bei meinen Treffen mit der Bayerischen Staatsregierung, insbesondere mit dem bayerischen Wirtschaftsminister darauf hingewirkt, dass alle denkbaren Hilfsmaßnahmen ausgeschöpft werden sollen. 

Ein erster Schritt ist die wirtschaftliche Soforthilfe des Freistaats – Soforthilfe Corona – ,die wir als Stadt bereits an die Münchner Unternehmen auszahlen.“

Wie so vielen Gastronomen macht Tim Mälzer die Corona-Krise finanziell zu schaffen. Nun legt er der Öffentlichkeit das momentane, verheerende Minus-Geschäft offen.

cmy, kv, mik

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