Kunden greifen zu

„Kleiner Gag mit einem Augenzwinkern“: Münchner Metzgerei bietet ausgefallenen „Service“ für Hamsterkäufer

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Andreas Gaßner bietet Toilettenpapier aus dem Automaten an.

Die Deutschen sind verrückt nach Toilettenpapier - seit Ausbruch der Corona-Krise können die Bürger gar nicht genug davon bunkern. Das hat eine Metzgerei zum Anlass für eine besondere Aktion genommen.

  • In der Corona-Krise ist besonders Toilettenpapier ein rar gewordenes Gut.
  • Eine Münchner Metzgerei hat sich deshalb eine besondere Maßnahme ausgedacht.
  • Dabei müssen Kunden jedoch einen Schönheitsfehler in Kauf nehmen.

München - Nanu, was ist denn das? Im Fleisch- und Wurstautomaten derMetzgerei Gaßner auf dem Münchner Viehhof-Gelände findet der Kunde derzeit ein gänzlich anderes Produkt: Neben der Gelbwurst, über der Mett- und der Leberwurst hat sich eine Rolle Toilettenpapier versteckt, eingeschweißt und mit einem „Gaßner“-Aufdruck versehen. Ungewöhnliche Zeiten führen zu ungewöhnlichen Aktionen.

„Die Idee dazu hatte mein Produktionsleiter“, erklärt Metzgerei-Chef Andreas Gaßner. „Das ist ein kleiner Gag mit einem Augenzwinkern - derzeit ist alles ernst genug. Und nebenbei helfen wir auch, falls einmal arge Not besteht …“ Etwas über 20 Kunden hätten sich bereits eine Rolle für 1 Euro gezogen. „Reich werden wir damit nicht“, fügt der Geschäftsführer hinzu, der wegen der Corona-Krise die Hälfte seiner Produktionsmannschaft in Kurzarbeit schicken musste.

Corona-Krise München: Toilettenpapier-Rolle im Automaten etwas zerknautscht

Eingeschweißt ist die Rolle, damit darauf kein Kondenswasser entsteht. Der Automat ist schließlich gekühlt. „Durch das Einschweißen ist das Toilettenpapier ein wenig zerknautscht“, erklärt die Frohnatur Andreas Gaßner. „Ich hoffe, das stört keinen.“

Unterdessen gibt es ohnehin Entwarnung: Der bayerische Einzelhandel beobachtet eine Normalisierung der Einkaufssituation. „An der Hamsterfront kehrt endlich Ruhe ein“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann, am Donnerstag. Die Versorgungssituation entspanne sich immer mehr. „Langsam setzt sich die Vernunft durch.“

Ausgangsbeschränkungen in München: Hier die wichtigsten Antworten auf einige Fragen, die sich viele Bürger gerade stellen. Was ist verboten? Was ist erlaubt? Klar ist, dass Supermärkte und Apotheken in der Corona-Krise weiterhin geöffnet haben dürfen. Aber kommen auch Handwerker noch ins Haus? Und dürfen Physiotherapiepraxen noch öffnen? Ein Überblick.

Corona-Krise in München: „Hamster haben jetzt genug Toilettenpapier“

Inzwischen sinke die Gefahr, bei besonders gesuchten Produkten vor leeren Regalen zu stehen, sagte Ohlmann. Bei den Kunden festige sich die Erkenntnis, dass die Warenversorgung gesichert sei, und sie hätten inzwischen Vorräte angelegt. „Alle Hamster haben jetzt genug Toilettenpapier“, betonte er.

Nach wie vor sehr viel höher als sonst sei der Bedarf nach Desinfektionsmittel*, sagte Ohlmann. Zudem gebe es bei frischem Obst und Gemüse einen Anstieg um etwa 30 bis 40 Prozent, weil die Menschen jetzt mehr zuhause kochten. Auch frische Milchprodukte würden vermehrt nachgefragt.

Die Situation in den Geschäften hat sich Ohlmann zufolge entspannt. Die Einkäufe verteilten sich auf die ganze Woche und die gesamten Öffnungszeiten, weil die Menschen zuhause seien. Dabei werde zwar mehr, dafür aber seltener eingekauft.

Überraschen ändert das Robert-Koch-Institut seine Einschätzung zum Thema Mundschutz. Ein deutscher Chefarzt vergleicht die Corona-Pandemie mit einem Tsunami. Wegen der Wettervorhersage für das Wochenende verstärkt die Polizei in Bayern die Kontrollen.

Auch interessant: Ein Schwabinger Corona-Experte setzt große Hoffnungen in ein neues Medikament. Es sollte ursprünglich eine ganz andere Krankheit heilen, zeigt nun aber erste Erfolge im Einsatz gegen Covid-19.

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nba, dpa

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