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Nachsorge per Smartphone

Münchner Uni-Klinikum setzt auf Corona-App: „Hoffen so auch die Rettungsdienste entlasten zu können“

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Prof. Marion Subklewe vom LMU-Klinikum hat die Weiterentwicklung der App „Cankado“ angeregt.

Das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München will genesenen Corona-Patienten mit einer Handy-App helfen. Auch für Krebspatienten sollen von der Software profitieren.

  • Die AppCankado“ hilft Corona-Patienten nach der Krankenhaus-Entlassung.
  • Der digitale Helfer ist ursprünglich für Krebspatienten konzipiert worden.
  • Eine Weiterentwicklung hilft Risikopatienten zuhause bei möglichen Problemen.
  • Mehr zum Thema erfahren Sie in unserer tz-App. Wie der Download funktioniert, erklären wir in diesem Artikel.

München - Können Corona-Patienten endlich aus der Klinik entlassen werden, ist die Freude groß – aber manchmal auch die Sorge. Denn vor allem nach einem schweren Verlauf der Erkrankung sind viele Patienten noch länger geschwächt. Beschwerden können sich in häuslicher Quarantäne zudem erneut verschlimmern.

Corona München: Smartphone-App Cankado hilft bei Nachsorge von Patienten

Um in solchen Fällen rasch gegensteuern zu können, setzt man am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München auf einen digitalen Helfer: eine Smartphone-App, die ursprünglich für die Nachsorge von Krebspatienten entwickelt worden ist.

„Cankado“ ist eine der wenigen Gesundheits-Apps, die als Medizinprodukt registriert ist. Patienten nutzen sie als digitales Tagebuch, etwa um Beschwerden zu dokumentieren – und mit ihrem Arzt in Kontakt zu treten.

Was ihr bei Krebspatienten eine große Hilfe ist, könnte doch auch die Nachsorge von Covid-19-Patienten verbessern, dachte sich daher Prof. Marion Subklewe, Oberärztin am LMU-Klinikum. „Cankado“-Geschäftsführer Prof. Timo Schinköthe griff ihre Idee auf und entwickelte für die App ein ergänzendes Corona-Modul, das „Covid-19 Caregiver Cockpit“.

Cankado: So funktioniert die Corona-App aus München - und das soll sie bezwecken

Genesene können sich die zugehörige Patienten-App aufs Smartphone laden. Mit einem Sicherheitscode ihrer Klinik können sie die Nutzung freischalten und dann per App ihr gesundheitliches Befinden festhalten. Sie tragen dazu morgens und abends ihre Körpertemperatur und Atemfrequenz ein, also die Zahl der Atemzüge pro Minute. Die Ärzte in der Klinik können diese Daten in Echtzeit mitlesen. Bei Bedarf können sie einen Patienten dann rechtzeitig erneut in die Klinik holen oder auch nötige Untersuchungen anregen.

Für die App, die eigentlich für Krebspatienten gedacht war, gibt es eine Weiterentwicklung für Corona-Patienten.

„Wir hoffen so auch die Rettungsdienste entlasten zu können“, erklärt Privatdozent Dr. Clemens Gießen-Jung, der als Oberarzt Covid-19-Patienten auf einer Corona-Station des Klinikums betreut. Er hält die App für ein wertvolles Hilfsmittel, um die Versorgungslücke nach der Zeit in der Klinik zu schließen. Sie gebe den Betroffenen mehr Sicherheit und helfe, Ängste abzubauen „und zu Hause in Ruhe zu genesen“.

Auch Krebspatienten sollen bald von einer Erweiterung des Corona-Moduls profitierten. Viele von ihnen sind besonders in Sorge, sich mit dem Virus anzustecken. Ob es Anzeichen dafür gibt, könnten Ärzte künftig auch mithilfe der App überwachen. Diese wolle man in der aktuellen Ausnahmesituation kostenlos zur Verfügung stellen, meldet der Hersteller.

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