Schärfere Regeln?

„Dann dürfte es auch keine Wiesn geben“: Das sagen Isar-Paddler zum drohenden Bootsverbot

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Sommer an der Isar mit vielen Schlauchbooten. 

Zu viel Müll, zu gefährlich: Der Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen will den Bootsverkehr auf der Isar drastisch einschränken. Und auch die Stadt München plant schärfere Regeln. Das sagen die Paddler. 

München - Im Stadtgebiet ist das Bootfahren bis Höhe Thalkirchner Brücke erlaubt - noch. Was halten die Bootsfahrer von den geplanten Verschärfungen? tz-Reporter Severin Heidrich und Fotograf Andreas Heddergott haben sich zwischen Wolfratshausen und Großhesselohe an der Isar umgehört. 

Müllbeutel sind im Gepäck

Wir sind natürlich komplett gegen ein Verbot, erzählen die Paddler Mathias (30), Dennis (30), Max (31), Alex (29), Philipp (30), Kristina (31) und Wolfgang (34) aus München. Wir haben alle Müllbeutel dabei, die wir später fachgerecht entsorgen - also entsteht kein Dreck. Warum sollen wir dann nicht mehr fahren dürfen? Die Isar zeigt sich hier im Süden von München von ihrer schönsten Seite. Wir nennen das liebevoll „Bayerisch-Kanada“. Sich mit den Freunden und ein paar Booten treiben zu lassen, ist einfach wunderbar! Klar gibt es ein paar schwierigere Stellen, aber wenn man ein bisschen aufpasst, ist das vollkommen okay. Es ist trotzdem total gemütlich. 

Keine exzessiven Trinker unterwegs

Das Schlauchbootfahren auf der Isar kennen wir nur aus München - und es gehört einfach dazu, sagen Hannah und Tim (28) aus München. Ein Verbot wäre totaler Quatsch. Die Politiker sollen das Volk vertreten und nicht irgendwelche Einzelpersonen. Diese entspannte Kombination aus Sonne und Bewegung bereitet vielen Leuten Freude - und tut gleichzeitig niemandem weh. Wir haben nicht beobachtet, dass irgendwelche Idioten hier exzessives Kampfsaufen veranstalten. Wir verpflegen uns mit Obst und Wasser. Das bisschen Müll, das dabei entsteht, nehmen wir wieder mit. Wir machen das auf jeden Fall nochmal, das kann uns keiner nehmen.

Dann dürfte es auch keine Wiesn geben

Was wollen sie denn noch alles verbieten - nur weil sich ein paar wenige nicht benehmen können? Nach dieser Logik dürfte es das Oktoberfest schon längst nicht mehr geben, meinen Steven (27), Feinelektroniker, und Sergio (27), Elektriker aus München  Klar, an Schlauchbooten auf der Isar verdient die Stadt halt nichts. Irgendwann dürfen nur noch Leute Spaß haben, die in Geld schwimmen. Wir haben eine Tour von Wolfratshausen aus gemacht und sind begeistert.

Haben extra ein neues Boot gekauft

Wir haben uns extra ein neues Boot gekauft und sind jedes zweite Wochenende damit unterwegs, erzählen Marvin (30), Abteilungsleiter, und Tanja (32), Chef-Stewardess aus München. Deswegen wäre ein Verbot eine Katastrophe. Und grundlos: Wir haben weder Müll gesehen noch sturzbesoffene Menschen in den anderen Booten. Mit dem Boot auf der Isar zu fahren, ist für uns total aufregend. Gerade die Mischung aus Sport und Wochenendausflug in die Natur reizt uns. Wir haben die Strecke von Wolfratshausen nach Großhesselohe in knapp drei Stunden geschafft. 

Anwohner beschweren sich schon seit Langem. Auch wenn es viele vernünftige Paddler gibt wie die Leute oben auf dieser Seite: Insgesamt bleibt jede Menge Müll liegen. Die Stadt hat am Wochenende reagiert: Mit einem Kran wurde ein Floß mit einem Plakat aufs Wasser gehievt. Darauf zu sehen: die Aufforderung an Paddler und Sonnenanbeter, die Isar doch bitte sauber zu hinterlassen. 

Lesen Sie auch: Diese sechs Probleme haben Münchner an der Isar - aber der siebte Punkt freut alle

Severin Heidrich 

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