81-Jähriger kämpft seit 30 Jahren um Besitzansprüche

Deutsche Sprintlegende kämpft um Gemälde von Leonardo da Vinci - Noch immer keine Einigung 

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Kämpft um seine „Altersversorgung“: Armin Hary in München. 

Seit knapp 30 Jahren kämpft der Olympiasieger Armin Hary um die Besitzansprüche an einem Gemälde von Leonardo da Vinci. Noch immer gibt es keine Einigung. 

Update vom 8. April 2019: Im jahrzehntelangen Streit um eine angeblich von Leonardo da Vinci gemalte Madonna gibt es noch immer keine Einigung. Der Ex-Sportstar Armin Hary (82) und ein Galerist konnten sich bislang nicht auf einen Vergleich einigen, wie das Oberlandesgericht (OLG) München gestern auf Anfrage mitteilte. „Sie arbeiten noch daran“, sagte eine Gerichtssprecherin. „Deshalb ist auch noch kein neuer Termin zur mündlichen Verhandlung bestimmt.“ Ursprünglich hatte das Gericht in der vergangenen Woche eine eigentlich allerletzte Frist für eine Einigung verhängt. Diese war am Freitag abgelaufen. Wann und wie es nun weiter geht, war zunächst unklar. 

Zur Erinnerung: Der frühere Sprinter und Weltrekordhalter über 100 Meter, Hary, streitet seit Jahrzehnten mit dem Galeristen um das Gemälde. Hintergrund sind alte Schulden, die der Galerist bei Armin Hary haben soll. Dieser bestreitet jedoch vehement, dass der ehemalige Weltklasse-Sportler einen Anspruch auf die „Verkündigungsmadonna“ hat. Nach seiner Überzeugung handelt es sich um einen echten Leonardo da Vinci, der viele Millionen wert sein soll. Das Landgericht Ingolstadt hatte Hary in dem Dauerstreit Recht gegeben. Dagegen legte der Galerist Rechtsmittel ein. Seit Beginn der Berufungsverhandlung im Oktober 2018 appellierte das Gericht immer wieder an die betagten Streithähne, sich zu einigen - aber ohne Erfolg.

Update vom 21. Januar 2019: Noch immer ist der Prozess um das angebliche da-Vinci-Gemälde nicht in der Zielgeraden. Seit mehr als 30 Jahren streitet Sprint-Legende Armin Hary (81) nun schon um die Rechte an einem angeblichen Da-Vinci-Gemälde - und ist darüber ergraut, so langsam mahlen in diesem Fall die Mühlen der Justiz. Hary, der als erster Sprinter die 100 Meter in zehn Sekunde lief, kann über diesen Marathon nur den Kopf schütteln: am Montag musste er erneut vor dem Oberlandesgericht erscheinen, das den Fall aktuell verhandelt. 

Dort klagt die Sprint-Legende gegen einen Galeristen (78), der sich ebenfalls als Besitzer der Verkündigungs-Madonna sieht. Experten schätzen den Wert des Originals auf mindestens 450 Millionen Euro. „Das sollte meine Altersvorsorge sein“, sagt Hary. Doch der Streit um die Rechte an dem Kunstwerk geht erneut in die Verlängerung - auch gestern gab es vor dem Oberlandesgericht keine Einigung.   Rückblick: Mitte der 80er-Jahre bekam Hary das Gemälde von dem Galeristen überschrieben - quasi als Schuldschein über 390.000 Mark. 1989 erkannte dann ein Restaurator, dass es sich bei dem Bild um die Verkündigungs-Madonna handeln soll - also ein echter Leonardo da Vinci. 

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Oberlandesgericht schlug Vergleich vor: kommt es bald zu einer Einigung?

„Ich wollte das Gemälde damals eigentlich gar nicht“, sagt Hary schmunzelnd, „aber ich brauchte das Geld.“ Das Oberlandesgericht schlug nun einen Vergleich vor - und drängt auf ein baldiges Ende des Rechtsstreits. Doch das bleibt schwierig, solange selbst Kunstexperten darüber streiten, ob das Gemälde nicht eventuell doch nur von einem Schüler da Vincis stammt. Hary hatte es damals für schlappe 3.800 D-Mark gekauft. Heute könnte er damit Multimillionär werden. Geht es nach den Richtern, wird der Fall nun endlich im Sprint-Tempo beigelegt. 

Voraussetzung dafür wäre, dass der Galerist 150.000 Euro an die Familie Hary zahlt - und sie mit zehn Prozent am Erlös beteiligt, wenn das Gemälde verkauft wird. Kommt es nicht zu einer Einigung, wird das Gericht am 1. April weiter verhandeln. „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum es nicht möglich ist, dieses Bild zu verscherbeln“, sagte die Vorsitzende Richterin.

Ursprungsmeldung vom 15. Oktober 2018

München – Armin Hary (81), deutscher Topsprinter des vergangenen Jahrhunderts, plagen finanzielle Sorgen. Seit 30 Jahren kämpft der Olympiasieger von 1960 um die Besitzansprüche an einem Gemälde. Dieses stammt vermutlich von Leonardo da Vinci. Gestern musste Hary vor dem Oberlandesgericht (OLG) München antreten. Er hatte einen Galeristen (78) verklagt, der sich auch als Besitzer der „Verkündigungs-Madonna“ sieht.

Das Gemälde, ein Fragment, sollte Harys Altersversorgung sein. Er bekam es Mitte der 80er-Jahre angeblich von einem Galeristen (78) überschrieben – quasi als Schuldschein. 1989 erkannte ein Restaurator, dass es sich bei dem Bild um die verschwundene „unbefleckte“ Madonna von Leonardo da Vinci handelt. „Ich wollte das Bild ursprünglich eigentlich gar nicht“, erzählte Hary schmunzelnd am Rande des Prozesses, „ich brauchte das Geld“, erinnerte sich der Mann, der 1960 als Erster die 100 Meter in 10,0 Sekunden lief. Der geschätzte heutige Wert schwankt zwischen fünf und 500 Millionen. Doch ein endgültiges Urteil wird erst nächstes Jahr fallen. Die Vorsitzende Richterin legte den beiden Männern nahe, einen Vergleich zu schließen.

Ehemaliger Topsprinter will Goldmedaillen verkaufen: Urteil erst 2019

Für Hary könnte es bis dahin finanziell knapp werden. Deshalb will er seine beiden Goldmedaillen über 100 Meter und 4x100 Meter samt Olympia-Equipment wie Laufschuhen, Trikot und Startblöcken verkaufen. Es gebe zwei Interessenten, erklärte Hary. Einen deutschen Käufer und einen Abnehmer aus Amerika. Doch Hary ringt momentan mit sich, wem er seine Golderinnerungen überlassen soll. „Der Amerikaner hat mir einen Termin bis 15. Dezember gesetzt“, sagte Hary gestern. Sollte er seine Medaillen bis dato nicht anderwertig verkaufen, gehen sie nach Amerika. Dort sollen sie auf Wechsel-Ausstellungen gezeigt werden.

Armin Hary, deutscher Topsprinter des vergangenen Jahrhunderts, plagen finanzielle Sorgen.

Hary weiß seine Medaillen dort gut aufgehoben, doch lieber würde er sie natürlich im eigenen Land behalten. Vermutlich zahlen aber die Amerikaner besser. Über Geld wollte er gestern jedoch nicht reden. Schon früher legte er sein Vermögen gerne in Gemälden an. „Ich habe gekauft, was meiner Frau gefiel“, behauptete er. Beim späteren Verkauf einiger Bilder durch besagten Galeristen, will Hary um die Verkaufssumme von 390 000 Euro geprellt worden sein. Zur Sicherheit erhielt er Ansprüche an der Madonna. 

Sie befindet sich im Depot der Alten Pinakothek in München. Die Anwälte könnten nun ein Geschäft zwischen dem Sprintgenie und dem Kunstliebhaber aushandeln. Angedacht ist ein Verkauf an den Galeristen, sofern es einen Sponsor gibt. Beim Auktionshaus Christie’s in New York erzielte im November 2017 das Bild „Salvator Mundi“ von da Vinci einen Preis von 450 Millionen Dollar.

Harys da Vinci ist möglicherweise nicht komplett vom Meister des 15. Jahrhunderts fertiggestellt worden, sondern vielleicht von seinen Schülern oder seiner Werkstätte. 

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