Diesen Müll schluckt kein Eimer mehr

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Nach dem Becher ist vor dem Eimer … Ein Blick in den Hofgarten

München - Sonntag in der Früh im Hofgarten. Vogelgezwitscher. Die ersten Sonnenstrahlen. Ja, das könnte eine Idylle sein. Aber: Es ist eher eine Müllhalde.

Die Abfalleimer quellen über – vor allem wegen der Unmengen von Kaffeebechern. Der Coffee To Go, so lecker er auch ist: Er bringt ein Müllproblem mit sich. Stadt und Lokalpolitik wollen nun dagegen vorgehen. „In den letzten Jahren hat die Müllbelastung durch Pappbecher ständig zugenommen“, sagt Baureferats-Sprecherin Cornelia Unterhuber.

Kaffeebecher-Müll: Stadt will Sondergebühr

Bei Thomas Köster, Parkchef des Englischen Gartens und des Hofgartens, klingelt das Telefon Sturm: Bürger beschweren sich über zugemüllte Grünanlagen – besonders seit Starbucks (siehe unten) eine Filiale am Odeonsplatz eröffnet hat. „Wir reinigen heute deutlich öfter als noch vor wenigen Jahren“, sagt Unterhuber. Und: „Zusätzlich testen wir an großen Plätzen größere Abfallbehälter.“ Der Bezirksausschuss Schwabing-Freimann versuchte außerdem bereits im vergangenen Oktober, eine Sonderabgabe durchzusetzen: Vertreiber von Mitnehm-Produkten sollten einen höheren Beitrag zu den Straßenreinigungsgebühren bezahlen.

Aber: Es gibt laut Unterhuber keine rechtliche Handhabe, das durchzusetzen. Denn mit dem Getränk verkauft Starbucks auch den Becher – die Entsorgung ist damit Sache des Verkäufers. Die Position von Starbucks: Man sei „in Gesprächen mit der Verwaltung, inwieweit wir uns an dem Erhalt der Grünanlagen beteiligen können“. Bis 2015 wolle man „nur noch Papierbecher verwenden, die zu 100 Prozent wiederverwertbar sind“.

ast, cl

Starbucks zieht nach München

Deutschlands umsatzstärkste Starbucks-Filiale: Sie steht hier bei uns in München, genauer gesagt am Hauptbahnhof. Michael Freiburg (35) ist hier seit sechs Monaten der Chef und selber sein bester Kunde: „Ich trinke viel und gerne Kaffee …“ Der Trend hin zum Mitnehm-Kaffee ist ungebrochen – obwohl die Preise nicht grad günstig sind (der große Caffè Latte kostet zum Beispiel drei Euro).

2004 eröffnete die erste Münchner Starbucks-Filiale an der Leo­poldstraße, seitdem ist Wachstum angesagt. Mittlerweile gibt’s zwölf Läden in München (weltweit: 17 009). Und Schluss ist noch lang nicht … Starbucks-Sprecherin Yenia Zaba: „Wir verfolgen auf jeden Fall eine nachhaltige Expansion im Raum München.“

Das betrifft übrigens nicht nur die Läden, sondern auch die Chef-Ebene. Denn: Im Mai wird die Deutschland-Zentrale des Unternehmens nach München verlegt. Bisher war das Hauptquartier in Essen.

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