Glückwünsche für unseren Verleger

Dirk Ippen wird heute 75: "Er lebe hoch!"

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75 Jahre Dirk Ippen – dazu gratuliert die gesamte Belegschaft des Münchner Merkur und der tz.

München - Dr. Dirk Ippen, Verleger des Münchner Merkur und der tz, feiert heute seinen 75. Geburtstag. Wir gratulieren - ebenso wie seine Freunde und Weggefährten.

Er lebe hoch!

Was ich an ihm so schätze, das sind die vielen Begabungen, die vielen Interessen, die seine Persönlichkeit ausmachen, aber auch die leise, feine Art, mit denen er sich seine Erfolge als Verleger gefallen lässt.

Dirk Ippen fiel mir das erste Mal im Jahr 1982 auf, als es hieß, ein junger Verleger aus Hamm in Westfalen übernehme den Münchner Merkur und die tz. Immerhin handelte es ich bei dem einen Titel um eine Institution der Isarmetropole und des bayerischen Oberlandes, und bei dem anderen um ein flottes Blatt im hartumkämpften Boulevard der Landeshauptstadt. Eine Sensation für mich: Er erwarb beide Zeitungen vom mächtigen Axel Springer Verlag.

Der Verleger wohnt mit seiner Ehefrau Marlene Ippen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

„Der traut sich aber was!“, dachte ich mir, damals Chefredakteur von Bunte in Offenburg. Ein bei Berlin geborener, in Norddeutschland aufgewachsener Protestant, in der bayerischen Mundart gewiss nicht heimischer Jungverleger versucht sich im Reich des großen Franz Josef Strauß – wie mag das ausgehen? Ich stand kurz davor, mit meiner Redaktion nach München umzuziehen und beschäftigte mich mit allem, was dort den Medienstandort ausmachte.

Natürlich fiel mir auf, der neue Mann war mein Jahrgang. Seit damals, seit über 30 Jahren, haben wir uns so oft gesehen, gesprochen, ausgiebig diskutiert, ja zu einem wirklich nahen, freundschaftlichen Verhältnis gefunden, so nah, dass ich gar nicht mehr weiß, wann und wo wir uns das erste Mal getroffen haben. Ich weiß nur, mit welcher Umsicht und Klugheit er seither kleine, mittlere, mittelgroße Blätter in Nord- und Süd-, West- und Ostdeutschland zu einer vielgliedrigen Verlagsgruppe zusammengefügt hat.

Dabei geht es ihm zunächst immer ums Geschäft, die Anzeigen, und das Gespür für die Leser und Abonnenten, ihre Mentalität, ihr Lebensgefühl. Für mich ist er der genialste Stratege unter den Zeitungsverlegern. Er versteht nicht nur, das „Subsidiaritätsprinzip“ virtuos anzuwenden, das heißt in seinem Fall, die lokale Kompetenz des einzelnen Titels stärken und die überregionalen und globalen Geschichten in einem „Mantel“ für alle Blätter zu konzentrieren. Früh hat er auch die Bedeutung des Internets erkannt, seine Wirkung auf den Printbereich. Er weiß, dass der Trend – allmählicher, aber konstanter Rückgang der Auflage, geringere Anzeigenerlöse – die Zeitungen zwingt, sich in immer größeren Gruppen zusammenzuschließen. Auch wenn der Weg von der Masse zur Nische gehen mag in den nächsten Jahren, Dirk Ippen sieht keinen Grund zu jammern. Und da er mitverfolgt, wie sich, ich zitiere ihn, „die Erwartung nicht erfüllen will, dass der Anzeigenkunde so wie in der Zeitung auch online einen bestimmten Platz kauft“, beteiligt er sich direkt und indirekt an elektronischen Medien und Internetportalen und findet dort Substitute für den Anzeigenrückgang in seinem Printbereich.

Der Verleger, dessen Blätter von der Costa Blanca bis zum märkischen Oranienburg reichen, verbindet seinen kaufmännischen Sinn mit einem eindrucksvollen Bildungsinteresse. Literatur und Philosophie, Geschichte und Ökonomie sind die Welten, welche den so fleißigen Unternehmer mit der unstillbaren Neugierde zum großen Leser und Gedichte-Rezitator verwandeln. Wer sich fragt, wie Ippen es schaffte, den Münchner Merkur auf einem unabhängigen, konservativ-liberalen, aber keineswegs CSU-konformen Kurs zu halten, der findet die Antwort in diesem Wesenszug Ippens: Er ist ein Geist, der im Sinne der deutschen Klassik nicht nachlässt, sich als freien Menschen zu bilden. Dadurch gewinnt er die Souveränität, das Hin und Her der Zeitläufte, die Krisen in der politischen Welt mit unbestechlicher Urteilskraft zu verfolgen. Sein politisches Credo lässt sich kurz zusammenfassen: Freie Marktwirtschaft und Repräsentative Demokratie. Der regelmäßige Economist-Leser ist ein überzeugter Transatlantiker.

Gute Freunde: Dr. Hubert Burda und Dr. Dirk Ippen.

Wie aber hat es der norddeutsche Protestant geschafft, nachdem er sich in den 80er- Jahren entschloss, nach München zu ziehen und im Oberland seine Wochenenden zu verbringen, Anerkennung, Zuneigung, ja Popularität zu erlangen? Jeder Vernissage, jedem Opern- oder Theaterabend, jedem Empfang und jeder Party fehlt Entscheidendes, wenn Dirk Ippen nicht erscheint. Sein Humor, dem jedes Krachlederne fehlt, der aber viel von seiner norddeutschen Herkunft verrät, seine Lust am Disputieren, sein Spaß am Tanzen, seine Fähigkeit, mit ganz verschiedenen Menschen bestgelaunt Umgang zu pflegen, seine Unbekümmertheit, ja nicht zuletzt seine Jugendlichkeit, die er sich beibehalten hat – dies zusammen erklärt für mich, warum er München mit seinen gesellschaftlichen Szenen, genauso wie das Oberland mit seinen idyllischen Winkeln – die der Wanderer und Bergsteiger bestens kennt – für sich eingenommen hat.

Es gehört zu den Eigenheiten der Stadt München, dass sie Menschen von auswärts anzieht, ihnen Chancen gibt und ihren Aufstieg, wiewohl sie keine Einheimischen sind, zulässt. Dirk Ippen ist so einer und wir sollten uns alle freuen, so einen unter uns zu haben. Er ist für München ein großes Glück, und darüberhinaus für die ganze Verlegerschaft in Deutschland und Europa ein großer Inspirator! Er lebe hoch! 

Hubert Burda, Verleger (u.a. Focus, Bunte)

Weltoffen und eng an den Lesern

Gratuliert auch persönlich: Horst Seehofer. 

Wenn ein in Preußen gebürtiger und in Ostfriesland und Westfalen sozialisierter Unternehmer in Bayern heimisch wird, dann ist das erfreulich. Wenn er Dirk Ippen heißt und ein Zeitungsimperium in München begründet, dann ist das ein Glücksfall für unser Land. Wenn sich dieser Verleger dann noch besonders dem Lokalen und Regionalen verpflichtet fühlt und in seinen Blättern bayerische Identität in allen ihren Facetten abbildet, dann stimmt ganz einfach die Chemie zum Bayerischen Ministerpräsidenten. 

Heimat in globalisierter Welt mit den Menschen als Mittelpunkt stets im Blick – das verbinde ich mit Dirk Ippen. Weltoffen, bodenständig und eng an den Lesern. Als Verleger von Münchner Merkur und tz prägt Dirk Ippen maßgeblich die Vielfalt der Münchner, der bayerischen Zeitungslandschaft und bürgt mit seinen Blättern für Qualitätsjournalismus. Ich freue mich auf weitere anregende Gespräche und ein Weißwurstfrühstück mit dem bayerischen Westfalen.

Horst Seehofer, Ministerpräsident in Bayern

Gebildet, kultiviert, lebensfroh

Lieber Dirk,

auch wenn man es Dir nicht ansieht: Heute darfst Du Deinen 75. Geburtstag feiern. Dazu gratuliere ich Dir von Herzen und wünsche Dir alles Gute – vor allem Gesundheit, weiterhin jeden Erfolg bei all Deinen verlegerischen und darüber hinausgehenden Engagements, persönliches Glück und Freude an den schönen Dingen des Lebens.

Roland Berger

Du bist ein herausragender Verleger, Unternehmer und Publizist, und hast Dich auch sonst um viele und vieles in unserer Gesellschaft verdient gemacht. München hast Du zu Deiner Heimat erkoren. Und überall, wo Deine Medien die Menschen mit Information versorgen, bist Du für eine klare Meinung und Dein bürgerliches Engagement bekannt. Die, die das Privileg haben, Dich persönlich zu kennen, schätzen Dich als gebildeten, kultivierten, lebensfrohen und, wo immer Engagement gefordert ist, als höchst engagierten und stets hilfsbereiten Menschen, der andere gerne an dem Kaleidoskop seines Wissens, seiner Erfahrungen und seiner Interessen teilhaben lässt.

Lieber Dirk, feiere Deinen Geburtstag ausgiebig, oder noch besser: Lass Dich gebührend feiern. Du hast es redlich verdient. Mit allen guten Wünschen für das nächste Vierteljahrhundert und sehr, sehr herzlichen Grüßen bin ich

Dein Roland

Roland Berger, Unternehmer und Berater von Politik und Wirtschaft

Ich beneide Dirk Ippen

Neid ist die höchste Form der Anerkennung, also geht’s los mit der Todsünde.

Helmut Markwort

Ich beneide Dirk Ippen um seine Fitness. Ich erkenne sie, wenn ich ihn in Lederhosen sehe, aber ich weiß aus zuverlässigen Quellen, dass er wie eine Gams Berge hochklettert und vom Gipfel herab großmütig die Nachkriechenden erwartet. Ich beneide ihn um seinen Sinn für Lyrik. Er ist nicht nur Herausgeber von Büchern mit Gedichten, sondern er kann auch viele auswendig deklamieren. Ich beneide ihn um seine Zeitungssammlung aus Dörfern und in Großstädten. Über Landesgrenzen hinweg sammelt er erfolgreich Tageszeitungen und klebt sie in sein Verlegeralbum wie andere ihre Briefmarken.

Ich beneide ihn um seine Beteiligungen an vielen landesweiten und regionalen Radiosendern. Wenn er mit dem Auto durch Deutschland fährt, kann er nahezu ohne Unterbrechung von einem Ippen-Sender auf den anderen umschalten.

Ich beneide ihn um seine soziale und gesellschaftliche Entwicklung. Vor mehr als drei Jahrzehnten kam er aus dem nicht so ganz zentralen westfälischen Hamm nach München und ist heute ein angesehener und prägender Bürger dieser Stadt.

Helmut Markwort, Journalist und Herausgeber des „Focus“

Westfälischer Landsmann in Oberbayern

Reinhard Marx

Dirk Ippen hat viele bemerkenswerte Seiten – überrascht hat mich bei unserem letzten Treffen vor ein paar Wochen seine Textsicherheit! Er kann doch tatsächlich das Westfalenlied auswendig. Als ich beim Besuch in der Redaktion des Münchner Merkur damit begann, die ersten Verse aufzusagen, stimmte er als westfälischer Landsmann sofort mit ein. Und das nach 33 Jahren als Verleger der großen oberbayerischen Heimatzeitung, die er durch den Ausbau der lokalen Präsenz noch stärker als zuvor bei den Menschen vor Ort verwurzelt hat.

Das Blatt ist auch für die Kirche ein wichtiger und kritischer Begleiter. Sein Verleger macht aus seinem Bekenntnis zu den christlichen Tugenden keinen Hehl. „Der Glaube, die Liebe und die Hoffnung sind die wichtigsten Bestandteile unserer Seele“, schrieb Dirk Ippen in seiner Kolumne zum vergangenen Osterfest.

Lieber Herr Ippen, ich wünsche Ihnen zu Ihrem 75. Geburtstag alles Gute und Gottes reichen Segen!

Reinhard Marx, Erzbischof München und Freising

Wir brauchen Männer wie ihn

Er ist einer, so meine ich, der zu den immer seltener werdenden Zeitgenossen zählt, die man mit vollem Recht einen Bildungsbürger nennen darf. Im Gegensatz zum Bildungsbürger Ende des 19. Jahrhunderts träumt er aber nicht von unpolitischen Idyllen. Wie seine Merkur-Kommentare, die ich samstags so gerne lese, zeigen, bleibt er ein leidenschaftlicher homo politicus.

Rachel Salamander

Seine Liebe zu Büchern, zu wissenschaftlicher wie schöngeistiger Literatur schätze ich besonders. Es reden nur noch Wenige über Bücher, er immer. Seine von ihm mit großer Sorgfalt herausgegebenen Gedichtsammlungen verraten den intimen Kenner deutscher Dichtung. Ich wundere mich, wie ein so vielbeschäftigter Lenker eines vielseitigen Zeitungsimperiums die Zeit und die Muße findet, der Lust am Lesen zu frönen.

Anfang der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts hat uns Felix Buttersack, Münchner Merkur-Gründer und wunderbarer Fabulierer, einander vorgestellt. Seitdem begegnet mir Dirk Ippen immer freundschaftlich, als guter Gesprächspartner und mit viel Humor. Dass ihn meine Arbeit über die Jahrzehnte aufrichtig interessiert, freut mich natürlich, darauf bin ich auch stolz!

Wir brauchen Männer wie ihn, darum rufe ich ihm auf Jiddisch zu: „Bis 120!“ Wie Moses möge er dieses Alter erreichen.

Rachel Salamander, jüdische Literaturwissenschaftlerin und Buchhändlerin

Umsichtige Analyse des Zeitgeschehens

Vor zwei Jahren, kurz nach meiner Ankunft in Deutschland, hatte ich die Ehre, Sie in Ihrem Verlagshaus in München kennenzulernen. Kurz danach war ich mit vielen Ihrer Freunde bei Ihnen daheim, in Ihrem wunderschönen bayerischen Haus, zu Gast.

John B. Emerson

Sofort war ich tief beeindruckt von Ihrer umsichtigen Analyse des Zeitgeschehens und Ihrem unermüdlichen Einsatz für die transatlantische Partnerschaft. Unsere anregenden Diskussionen, zuletzt bei einer Mass Bier auf der Wiesn, bereicherten mein Verständnis für Deutschland und sogar auch für mein Heimatland.

Viel wichtiger jedoch erscheint mir, dass ich die Freundschaft, die wir auf der Basis dieser ersten Begegnung aufgebaut haben, sehr zu schätzen weiß.

Mit größtem Respekt gegenüber Ihren Errungenschaften als herausragender Verleger und gegenüber Ihnen als Mensch wünschen meine Frau Kimberly und ich Ihnen und Marlene von Herzen alles Gute zu Ihrem ganz besonderen Tag.

Happy 75th!

John B. Emerson, Botschafter der USA in Deutschland

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