Neue Idee für die Isarauen

Doppelbrücke an der Isar? Steg soll Prater- und Schwindinsel verbinden

Bisher nur Fantasie: So könnte der Brückenschlag zwischen Prater- und Schwindinsel aussehen.
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Bisher nur Fantasie: So könnte der Brückenschlag zwischen Prater- und Schwindinsel aussehen.

Eine Brücke, auf der Fußhänger über die Maximiliansbrücke hinweg von der Praterinsel zur Schwindinsel gelangen: Diese Option wird demnächst von der Stadt geprüft.

München - Nachdem die südliche Isar in ein Naturschutzgebiet verwandelt worden ist, will der Stadtrat in den nächsten Jahren die innerstädtischen Isarauen von der Reichenbachbrücke bis zu den Maximiliansanlagen umgestalten lassen. Die erste Stufe dieses Mega-Projektes, die Bestandsaufnahme, ist nun abgeschlossen. Anderthalb Jahre später als geplant, stellt das Planungsreferat die Erkenntnisse und seine Empfehlungen den Bezirksausschüssen in den betroffenen Vierteln vor. Neu darin: Ein möglicher Brückenschlag zwischen Prater- und Schwindinsel.

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Zurzeit ist das Mega-Projekt vor allem eins: Eine Sammlung von Wünschen und Ideen, was in den nächsten Jahren mit der Isar passieren könnte. Und eine Aufzählung der Vegetation, der Baudenkmäler und der gastronomischen Angebote. Eine Vorprüfung eben. Erst in einem nächsten Schritt der bis mindestens 2020 dauert, wird dann geprüft, welche Projekte umgesetzt werden können.

Café über der Isar möglich?

Es geht um sehr verschiedene Projekte, unter anderem die Restaurierung alter Kaimauern, Zugangsmöglichkeiten zur Isar, oder auch das Thema Freizeitgestaltung. So soll neben der Erneuerung und Umnutzung von Gaststätten auch geprüft werden, ob ein Café auf einer Plattform über der Isar möglich ist. Weiter umstritten sind die Pläne für das Maxwerk. Nachdem die Augustiner Brauerei nach langem Streit ihre Pläne einer großen Gastronomie aufgegeben hatte, sieht der Entwurf die Prüfung einer kleinteiligen Gastronomie, also beispielsweise eines Cafés, vor. Auch für die historischen Gärten an der Isar sieht der Plan Erneuerung vor. So soll der Park am Vater-Rhein-Brunnen aufgewertet werden.

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Eine mögliche spektakulärste Veränderung könnte ein Fußweg von der Prater- zur Schwindinsel sein. Noch ist es eine vage Idee, aber das Baureferat lässt derzeit die Machbarkeit prüfen, eventuell auch als Brückenschlag über die Maximiliansbrücke hinweg. Die derzeitige Wegeverbindung vom Kabelsteg in Richtung Praterinsel endet bislang am Grundstück des ehemaligen Riemerschmid-Geländes. Entscheidend wäre die Kreuzung an der Maximiliansbrücke. Neben Fragen der technischen Machbarkeit sind an der Stelle auch die Themen Hochwassersicherheit, Denkmal- sowie Naturschutz zu berücksichtigen. Stand jetzt soll soll dem Baureferat noch bis Ende dieses Jahres die Machbarkeitsstudie vorliegen.

Meilenstein-Plan soll 2019 stehen

Robert Schätzle vom Planungsreferat stellt in Aussicht: „2019 soll ein Meilenstein-Plan stehen und geklärt werden, wer, was macht.“ Schließlich beträfen die Veränderungen viele Akteure. Dazu gehören nicht nur die zuständigen Behörden, sondern auch Anlieger, wie beispielsweise die Gemeinde St. Lukas, das Alpine Museum oder der Gasteig. Die Kirche wird renoviert und dann auch den Vorplatz neu gestalten. Am Alpinen Museum soll der Eingangsbereich verlegt werden. Er wird künftig an der Westuferpromenande liegen.

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Schätzle sieht eine „grundsätzliche Zustimmung“ für die Veränderungen. Natürlich habe aber jeder eigene Vorstellungen und besonders Menschen, die sich um die naturnahe Isar sorgen, ständen den Plänen teils kritisch gegenüber. Er vergleicht die Diskussion mit der am Kulturstrand. In den Plänen bleibe die kleine Isar aber naturnah. Die Mehrnutzung finde größtenteils an der großen Isar statt.

Flussbad-Idee ist umstritten

Viele der Ideen sind bereits bekannt und stehen schon länger auf der Wunschliste der Stadt. Deswegen gab es auch im Bezirkssausschuss Au-Haidhausen (BA5), wo Schätzle die Erkenntnisse nun vortrug, nur wenig Widerstand. Vor allem ging es um Änderungen an Formulierungen und den in die Planungen einbezogenen Gaststätten. Ulrich Martini (Grünen) fehlt zum Beispiel ein Konzept für einen kreuzungsfreien Radweg auf der linken Isarseite. Der sei doch in Aussicht gestellt worden. Bloß keine Kommerzialisierung der Isar, das ist aber Konsens im BA5. Deswegen ist besonders das eventuell entstehende Flussbad umstritten. Teile des Gremiums lehnen es grundsätzlich ab.

Die betreffenden Bezirksausschüsse Altstadt-Lehel, Ludwigvorstadt-Isarvorstadt und Au-Haidhausen haben jetzt noch bis zum 29. Oktober Zeit Änderungswünsche an das Planungsreferat zu senden. „Danach wird es komplizierter mit Einsprüchen“, sagt Schätzle. Der Stadtrat soll im Dezember darüber entscheiden, wie es weiter geht.

Tarek Barkouni

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