2 Morde im Portugal-Urlaub - Prozess ab 9. März

München - Zur Vertuschung seiner unehelichen Vaterschaft soll ein Münchner seine Ex-Geliebte und deren kleine Tochter zu einem Versöhnungsurlaub nach Portugal gelockt und beide umgebracht haben.

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Aus dem Portugal-Urlaub kehrte Gunnar D. (44) alleine nach München heim. Zurück am Strand von Faro blieben zwei Tote: Seine Ex-Geliebte Georgina Z. (30) und die 21 Monate alte gemeinsame Tochter Alexandra. Beide waren eiskalt getötet worden! Wegen Mordes wird dem Techniker ab dem 9. März der Prozess gemacht.

Gunnar D. hatte zwei Geliebte, eine in München und Georgina Z. in Stuttgart. Als die Angolanerin schwanger wurde, wandte er sich von ihr ab. Er weigerte sich, Unterhalt für das Kind zu bezahlen. Mit einem Vorwand gelang es ihm, Georgina im Juli 2010 zu einem fünftägigen Kurzurlaub nach Portugal zu überreden. Nach Ansicht der Ermittler diente die Reise nur einem Zweck: Mord! Am 10. Juli 2010, dem letzten Urlaubstag, beobachteten Zeugen am Strand Praia do Canavial einen Kampf: Gunnar D. drückte die junge Frau brutal unter das Wasser! Sie wehrte sich verzweifelt. Doch am Ende hatte sie keine Chance. Nach dieser Tat fuhr er mit der weinenden Alexandra, die das schreckliche Geschehen vom Ufer aus mit ansehen musste, im Mietwagen davon. Die Leiche des Kindes  wurde erst am 8. März 2011 von Fischern zwischen den Klippen unter Steinen versteckt aufgefunden.

Die Staatsanwaltschaft geht von zwei Tatmotiven aus: Gunnar D. wollte keinen Unterhalt für sein Kind bezahlen. Außerdem wollte er gegenüber seiner zweiten Geliebten das Verhältnis mit Georgina vertuschen. Der Prozess ist bis zum 16. Mai terminiert. Vorsitzender Richter Michael Höhne schließt aber nicht aus, dass sich das Verfahren bis Sommer hinziehen wird. Das Hauptproblem sind die vielen Zeugen, die aus Portugal anreisen müssen. Äußert sich der Angeklagte zu den Vorwürfen? Das sei noch offen, sagte Verteidiger Sascha Petzold.

E. Unfried

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