Dreck lass nach!

Winter-Müll kommt ans Tageslicht

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Eine Kehrmaschine entfernt den Dreck am Bavariaring.

München - Wochenlang hat der Schnee den Dreck gnädig unter einer weißen Decke versteckt – das ist jetzt vorbei. Erst im April kommt der große Frühjahrsputz.

Das Tauwetter der vergangenen Tage lässt all den Schmutz zu Tage treten, der sich in München über den Winter angesammelt hat. Die Straßenreinigung versucht jetzt zwar schon fleißig, Hundekot, Scherben & Co. zu beseitigen, macht aber noch nicht den richtig großen Frühjahrsputz inklusive Grünanlagen-Reinigung. Das volle Programm gibt’s erst im April. Eine Mitarbeiterin des zuständigen Baureferats erklärt: „Da können wir dann auch sichergehen, dass es nicht noch einmal so viel schneien wird.“

Tatsache ist: Ein Frühlingsspaziergang wird in München derzeit zur Müll-Tour. Am Kolumbusplatz liegt zum Beispiel ein Haufen Eierschalen im Grünstreifen, in der Claude-Lorrain-Straße stapeln sich neben einer Wertstoffinsel eine verrostete Pfanne, ein kaputter Elektrogrill, alte Schuhe. Ein alter Pullover, eine Hose und eine Jacke vergammeln im Gebüsch. Der Gehweg neben den Containern ist ein wahres Minenfeld aus Hundehaufen. Vielerorts liegen leere Flaschen, Getränkedosen, Folien und Pizzaschachteln unter den Büschen, in der Pettenkoferstraße stapeln sich Kartons und Pappbecher.

„Es sieht zur Zeit tatsächlich wilder aus als üblich“, sagt die Sprecherin des Baureferats. Während der Wintermonate wurde nur Schnee geräumt und gestreut, der Müll blieb liegen.

Es gibt hier viel zu wenig Abfalleimer

Wenn ich zurzeit an der Isar spazieren gehe, stört mich der viele Dreck. Ich denke aber auch, dass viel zu wenig Abfalleimer an den Spazierwegen stehen. Meiner Meinung nach müsste die Stadt da etwas tun. Jetzt haben wir Frühling, die Blumen fangen an zu blühen – aber zwischen den Blumen liegt überall Müll und Hundekot.

Fadime Inel (42), Pflegerin aus ­Augsburg

Schmutziger Frühling: Jedes Jahr das Gleiche

Der viele Schmutz auf den Spazierwegen und Straßen fällt beim Spazierengehen zurzeit wirklich auf. Müll und Hundekot kommen unter den Schneedecken hervor, es wächst noch kein richtiges Gras und alles wirkt sehr schmutzig. Das ist jedes Jahr um diese Zeit das Gleiche.

Christiane G., Rentnerin (69) aus München

Wer reinigt wo?

Die 400 Mitarbeiter der Straßenreinigung kümmern sich um die Straßen und Gehwege in den beiden Vollanschlussgebieten in der Innenstadt und Pasing (rote Flecken auf der Karte rechts). Dabei kommen 6000 Tonnen Kehricht im Jahr zusammen. Auch 2000 Mülleimer werden geleert. Dafür kassiert die Stadt bei den Anliegern Straßenreinigungsgebühren.

Die Straßen im Vollanschlussgebiet sind nach ihrer Verkehrsbedeutung und dem Müllanfall in vier Reinigungsklassen unterteilt, in denen die Reinigungstrupps in verschiedenen Abständen auftauchen. In der Fußgängerzone wird zum Beispiel zweimal täglich sauber gemacht, in Anliegerstraßen nur einmal pro Woche.

Außerhalb dieses Vollanschlussgebietes müssen die Eigentümer, deren Grundstücke an öffentliche Straßen, Wege oder Plätze grenzen, selbst zum Besen greifen – und zwar bis zur Straßenmitte.

Eine Ausnahme bilden im Außenbereich die großen Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen. Dort werden die Fahrbahn und der Radweg von der städtischen Straßenreinigung sauber gehalten.

J. Bosch/J. Welte

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