Im Westend viel Neues

Drei neue Lokale auf der Schwanthalerhöhe: Wir haben sie ausprobiert

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Das Weinwirtshaus Schönfärber ist alles andere als aufgesetzt – bodenständig, erschwinglich und geschmackvoll

Noch vor zehn Jahren war das Westend ein gastronomisches Niemandsland. Wir stellen Ihnen drei Lokale vor, bei ­denen sie beste Speisen zu fairen Preisen bekommen.

In München hat er Kultstatus: Thomas Hertlein, der Rocker mit Rauschebart und dem Künstlernamen „der Weinheilige“. Jetzt hat der Wirt des ehemaligen Schwabinger Restaurants Blaue Donau nach drei Jahren Auszeit wieder einen neuen Laden im Westend aufgemacht: das Weinwirtshaus zum Schönfärber.

„Gell, Herr Doktor Schönferber, sind Sie a rechter Weinkenner?“ - Ein Zitat vom Monaco Franze

Der Name ist an Helmut Dietls TV-Serie Monaco Franze angelehnt. An den blasierten Bildungsbürger Dr. Schönferber, der sich als „a rechter Weinkenner“ ausgibt, wie der Monaco Franze bei einem Dinner nach der Oper anmerkt. Thomas, der alle duzt, mag dieses hochgestochene Geschwafel über Wein nicht. Für den Niederbayern zählt nur Erfahrung. Bei ihm hätten 30 Jahre Gastronomie dazu geführt, dass er „nie einen Wein vergisst“.

Keine Schönfärberei sind die Speisen, die aus Hertleins eher deftiger alpenländischer Küche kommen: Klassiker wie das Tartar stehen immer auf der Karte, ansonsten wird wöchentlich gewechselt. Es gibt nur Menüs. Zwei Gänge (Vorspeise, Hauptgang) für 35 Euro, drei Gänge für 45 Euro. Weg­geschmissen wird hier nichts. So landen übrig gebliebene Weine in den Soßen.

Bei den Tropfen legt der Chef seinen Schwerpunkt auf lang gelagerten Wein. Flaschen gibt’s ab

22 Euro, offene Weine ab 8 Euro (0,2 l). Freilich kann auch Bier getrunken werden (Augustiner Hell, 0,5 l, 3 Euro).

Ein Liebespäarchen ist von Hertleins roter Haus-Cuvée „Heute Bunt“ (2007er, 44 Euro), so begeistert, dass es eine Flasche mit heim nimmt – und schnell verschwindet… Passt zur Philosophie des Wirts: „Wein ist wie Sex. Dieselben zwei Personen, dasselbe Bett und dennoch ist es jedes Mal anders.“

Tina Layes

Münchens erste Pierogeria 

Mit neun Jahren kam Kinga Belza aus Polen nach München. Nun betreibt die 42-Jährige das „Babuni“ an der Landsberger Straße, Untertitel „Pierogeria und Café“. Denn hier dreht sich alles um die gefüllten Teigtaschen. Die Schwaben haben ihre Maultaschen, die Polen ihre Pierogi.

Täglich stehen zwei verschiedene Sorten Pierogi auf der Karte – mal gefüllt mit Buchweizen und Pilzen, mal mit Hähnchenfleisch, mal mit Kürbis, Grünkohl und Hirse.

Kinga Belza ist Polin – und stolz auf ihr Nationalgericht. Die ­gefüllten Pierogi serviert sie nun in ihrem Tageslokal „Babuni“

Die Köchin Adrianna stammt ebenfalls aus Polen. Sie füllt jede einzelne Tasche von Hand. Eine Portion – fünf Teigtaschen, Rohkostsalat, Sauerrahm und Röstzwiebeln – kostet 7,50 Euro. Neben den Teigtaschen bietet das Babuni auch jeden Tag eine Suppe für 5,80 ­Euro an, etwa Altpolnisches Krautgulasch oder Rote-Bete-Brühe mit Pasteten.

Café Babuni, Landsberger Str. 137, Montag bis Freitag 10 – 16 Uhr, 089/74 03 11 59

Janina Ventker

Italienischer Genuss für jede Tageszeit

Francesco (l.) und Sebastian vom Leopardi

Aus dem Eck­lokal Marietta in der Westendstraße ist nun das Leopardi geworden: Die Brüder Francesco Questante (27) und Sebastian Di Maggio (33) aus Sizilien haben es übernommen. Sie sind jung, aber keine Un­bekannten in der Münchner Gastroszene, ­betreiben die beiden doch bereits seit zehn Jahren die Burda Bar in der Arabellastraße.

Die Gäste sollen auf einen Espresso (1,80 Euro) oder Cappuccino (2,40 Euro) zusammenkommen – und plaudern. Das kann am Morgen zu einer Focaccia (ab 3,80 Euro) sein, zum Mittagessen auf ein Nudelgericht wie Penne Salsiccia (8,50 Euro) oder auf ein Glas Prosecco nach Feierabend (3,50, 0,1 l).

Noch wird abends um 19 Uhr geschlossen, aber ab 1. Februar wird der Italiener bis 23 Uhr geöffnet haben. 

Leopardi, Westendstr. 33, Montag bis Samstag 8 – 19 Uhr, 089/55 28 42 15

Tina Layes Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite

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Westend - mein Vierte

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