Dreifacher Gelenkbruch beim Bieseln - der Staat zahlt

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Kaspar P. ist erleichtert über das Urteil.

München - Kaspar P.s Geschichte wäre wohl auf jeder Party der Lacher. Doch für den 48-Jährigen ist es bitterer Ernst:  „Ich habe mir beim Pinkeln den Knöchel gebrochen, und zwar dreifach.“

Die Behandlungskosten von 5000 Euro musste der Justizbeamte zunächst selbst tragen - obwohl er sich auf dem Heimweg von der Arbeit befand. Dagegen klagte er. Am Dienstag wurde der Prozess am Verwaltungsgericht verhandelt. „Wenn jemand auf die Toilette geht, ist das ein menschliches Bedürfnis“, stellt der Vorsitzende Richter Dietmar Zwerger zu Beginn klar. Die entscheidende Frage ist: Gehört das Bieseln zum Dienst?

28. Juli 2011: Kaspar P. arbeitet als Verwaltungsbetriebssekretär im Justizpalast am Lenbachplatz. Täglich pendelt er von Schrobenhausen zum Stachus. Eine Stunde und 45 Minuten dauert sein Heimweg. Da hält es der 48-Jährige nicht mehr aus, findet keine öffentliche Toilette - und entscheidet sich für eine Hecke. Ein falscher Schritt, er rutscht aus. „Da hab ich es schon knacken gehört.“ Gleich dreifach bricht sein Sprunggelenk.

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P. ist zufrieden: Das Gericht gibt ihm Recht, der Freistaat muss die Behandlungskosten tragen. „Der Bürounfallschutz muss auch auf dem Dienstweg gelten“, heißt es. „Ein wegweisendes Urteil“, so Anwalt André Schneeweiß. Wem die Blase auf einer Dienstfahrt drückt, der ist also beim Pinkeln versichert. Und Kaspar P.? „Ich bin erleichtert“, sagt er.

thi

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