EHEC-Angst: So gehen Sie sicher mit Lebensmitteln um

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Händewaschen reicht nicht! Auch beim Zubereiten von frischen Gemüse, Fleisch und Fisch gibt es einiges zu beachten.

München - Die Münchner sind in Sorge vor dem sich ausbreitenden, gefährlichen EHEC-Virus. Hygiene ist der beste Schutz gegen das Bazillus. Die tz erklärt: So gehen Sie sicher mit Lebensmitteln um!

Das fiese EHEC-Bazillus: Fast stündlich erkranken weitere Menschen, nun fordert der Darmkeim auch die ersten Todesopfer. Und das alles wegen verunreinigter Lebensmittel. Spätestens jetzt wird klar, wie wichtig Hygiene in der Küche ist. Aber die Münchner sind verunsichert: Wie kann man sich schützen? Die betreffenden Bundesinstitute und -ämter klären nun auf. Vorweg: Händewaschen genügt nicht!

Das entscheidende: Mikroorganismen dürfen nicht von rohem Fleisch, Fisch, Obst oder Gemüse auf andere Lebensmittel übertragen werden. Diese sogenannte Kreuzkontamination findet statt, wenn Lebensmittel unverpackt nebeneinander liegen – oder durch indirekte Übertragung über Hände, Arbeitsflächen oder Messer. Auch bei der Temperatur gilt es, genau zu sein. Oft werden die Lebensmittel zu wenig gekühlt oder aber nicht genügend erhitzt, um Keime abzutöten.

Wenn alte oder kranke Menschen im Haushalt leben, sollte man es mit der Hygiene besonders ernst nehmen. Wichtig ist beispielsweise auch, Haustiere von Lebensmitteln fernzuhalten und nach dem Streicheln immer die Hände zu waschen. Hier sind die besten Tipps zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen im einzelnen:

Transport von Lebensmitteln:

Gefrorene und gekühlte Lebensmittel sollten nach dem Einkauf so schnell wie möglich nach Hause gebracht werden, am besten in Kühlboxen.

Händewaschen:

Vor dem Zubereiten auf jeden Fall mit Wasser und Seife gründlich Hände waschen! „Aber auch nachdem man rohes Fleisch oder Ei angefasst hat“, rät Klaus Lorenz vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Auch Koch-Utensilien sollten gründlich gereinigt werden, ehe sie mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen, die wie Salat nicht erhitzt werden.

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Lappen und Schwämme:

Schwämme und Wischtücher bieten, vor allem wenn sie feucht sind, beste Bedingungen zur Vermehrung von Erregern. „Wenn täglich gekocht wird und rohe Lebensmittel verwendet werden, sollten Lappen und Trockentücher täglich gewechselt werden“, sagt Heidi Wichmann-Schauer vom Bundesinstitut für Risikobewertung. „Ausspülen reicht nicht.“ Lappen und Tücher in der Waschmaschine bei mindestens 60 Grad mitwaschen! Um Auftauwasser oder Eiweiß wegzuwischen, empfiehlt sie Küchenpapier.

Schneidebretter:

„Am besten ist es, bei der Verwendung von Eiern, Fisch oder Fleisch andere Schneidebretter, Schälchen und Messer als für Gemüse und Salat zu benutzen“, rät Lorenz. Lieber Kunstoffbretter als Holzbretter verwenden – die können in die Spülmaschine!

Kühlschrank:

Den Kühlschrank alle paar Wochenreinigen! Wichmann-Schauer: „Unten und ganz hinten sind die kältesten Orte im Kühlschrank. Dort sollten frische und leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch oder Aufschnitt aufbewahrt werden. Diese am besten in verschließbaren Behältnissen lagern, so dass die Flüssigkeit nicht heraustropft. Der Kühlschrank sollte nicht zu voll sein, damit die Kühlung richtig funktioniert. Aufgepasst: Einige Lebensmittel wie Hackfleisch dürfen nur bei höchstens 2 Grad aufbewahrt werden – also sofort aufbrauchen!

Zubereitung:

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten: zuerst Speisen, die nicht erhitzt werden wie Desserts, dann rohe Lebensmittel wie Salat und erst dann tierische Lebensmittel. Dann gilt: ordentlich einheizen! Alle Lebensmittel sollten im Inneren mindestens 70 Grad heiß werden – ein Fleischthermometer bringt Klarheit! Um die keimfeindliche Temperatur zu erreichen, sollten Fisch und Fleisch vor dem Erhitzen vollständig aufgetaut werden. Auch bereits gegarte Speisen sollten im Kühlschrank nicht länger als zwei Tage lagern.

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