Herzlos!

Eltern lassen diese Mädchen allein am Hauptbahnhof zurück

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Die Bundespolizei hat die Mädchen am Bahnsteig 33/34 am Starnberger Flügelbahnhof entdeckt.

Ein Ehepaar (25 und 22) hat seine beiden Mädchen (8 und 9 Jahre alt) samt Gepäck allein an einem Bahnsteig am Hauptbahnhof zurückgelassen. Die Kinder harrten stundenlang aus. 

München/Reichersbeuern - Ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn wurde gegen 14.30 Uhr auf zwei Mädchen aufmerksam, die sich allein und ohne Begleitung am Bahnsteig 33/34 im Bereich des Starnberger Flügelbahnhofes am Hauptbahnhof aufhielten. Das teilt die Bundespolizei am Donnerstag mit. 

Mehrmals erkundigte sich der DB-Mitarbeiter bei den Mädchen, wo deren Eltern seien. Auf Nachfragen gab die Ältere der beiden an, sie würden auf die Eltern warten, die wären zum Einkaufen gegangen und sie sollen hier - samt Gepäck - auf die Rückkehr warten. Der Mitarbeiter veranlasste zunächst Durchsagen im Bahnhofbereich. 

Nachdem die Eltern über fast eine Stunde nicht kamen, informierte der Bahnmitarbeiter die Bundespolizei. Eine Streife nahm sich der Mädchen am Bahnsteig an und wartete zunächst dort. 

Als der nächste, abfahrende Zug an dem Bahnsteig München um kurz nach 16 Uhr verlassen hatte, eine baldige Rückkehr der Eltern immer unwahrscheinlicher wurde, nahmen die Beamten die beiden Mädchen mit zur Wache am Gleis 26. 

Den Eltern war offenbar die Gefahr nicht bewusst

Von den Eltern fehlte weiterhin jede Spur. Nachdem es den Beamten mit den wenigen Angaben der Mädchen gelang, eine Wohnadresse einer Asylunterkunft im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz zu ermitteln, suchte eine Streife der Bundespolizei die Unterkunft auf. Auch dort waren die Eltern aber natürlich nicht anzutreffen.

Erst gegen 17.30 Uhr erkannte eine Streife im Hauptbahnhof offensichtlich suchende Eltern. Schnell war klar, dass es sich bei dem 25-jährigen Mann und seiner 22-jährigen Begleiterin um den Vater und die Mutter der bei der Bundespolizei befindlichen Kinder handelte. Die beiden stammten ursprünglich aus Afghanistan und waren nach längerem Aufenthalt in Baden-Württemberg - samt Gepäck - unterwegs zum neuen Familienwohnort im oberbayerischen Reichersbeuern.

Bei der Familienzusammenführung hatten die Beamten den Eindruck, dass den Eltern die Gefahr nicht bewusst war, in die sie die Kinder gebracht hatten. Ob die Belehrungen der Bundespolizisten wirken, wird die Zukunft zeigen.

mm

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