Lage konnte beruhigt werden

Falsche Notrufe am Monopteros: Chaoten locken Polizei in die Falle

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Dauer-Ärger im Englischen Garten: Am Samstag musste die Polizei mehrere Male anrücken.

Die Polizeimeldung vom Samstagabend ist mindestens ungewöhnlich: Immer wieder hätten Menschen die 110 gewählt und von Schlägereien im Englischen Garten berichtet. Das stimmte nicht, aber die Polizei wurde trotzdem gebraucht.  

Update vom 24. April 2018: Der vergangene Samstag war die Randale-Nacht vom Monopteros, die Schande vom Englischen Garten. Jugendliche griffen Feuerwehrmänner an, darunter Stefan Kießkalt. Er berichtet, was dort geschah. 

Die Erstmeldung

München - Dauer-Ärger im Englischen Garten! Erst eine Woche ist es her, dass eine Facebook-Party am Monopteros komplett aus dem Ruder lief – und am Samstag mussten jetzt schon wieder über 100 Polizisten am kleinen Tempel eingreifen! Mit falschen Notrufen hatten Jugendliche die Beamten in den Park gelockt, um dann eine Auseinandersetzung zu provozieren. Und am Ende griffen Chaoten dann Einsatzkräfte der Feuerwehr an.

Mehrere Anrufe gingen am Samstag bei der Polizei ein. Zeugen berichteten von vermeintlichen Schlägereien unter größeren Gruppen im Englischen Garten. Doch als die Beamten eintrafen, stellten sich diese lediglich als Schaukämpfe heraus. Am bekannten Treffpunkt direkt am Monopteros-Hügel hatten sich über 1000 Jugendliche versammelt. Nach einer geplatzten Feier am vorvergangenen Wochenende wollte man sich offenbar bei den Polizisten revanchieren und lockte die Beamten gezielt mit Falschmeldungen vor Ort. Laut Polizei machten die Jugendlichen deutlich, dass man sich mit den Beamten schlagen wolle. Doch die Situation beruhigte sich.

(Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Schwabing - mein Viertel“.) 

Dafür spielten sich gegen 22 Uhr für die Feuerwehrler dann schlimme Szenen ab. Jugendliche riefen den Rettungsdienst zu einer vermeintlichen Reanimation. Jemand werde ständig bewusstlos, hieß es. Am Monopteros herrschte angespannte Grundstimmung, so die Feuerwehr. Die Besatzung eines Rettungswagens und ein Notarzt bahnten sich den Weg zu dem Patienten. Auf dem Rückweg zum Rettungswagen eskalierte die Situation: Einige Jugendliche beschimpften die Einsatzkräfte, warfen Flaschen. Einige stiegen sogar auf den Rettungswagen und schüttelten das Auto von allen Seiten. Auch am Feuerwehrfahrzeug wollten sich die jungen Frauen und Männer zu schaffen machen, öffneten einige Rollkästen. Die Polizei musste eingreifen, um die Einsatzkräfte vor weiteren Übergriffen zu schützen.

Feuerwehrsprecher Stefan Kießkalt ist bestürzt: „Wir kommen, um zu helfen, und müssen uns beleidigen und angehen lassen. Wir können es nicht verstehen.“

Erst vor wenigen Tagen hat es einen Polizei-Großeinsatz am Monopetros gegeben, lesen Sie den Bericht: „Facebook-Party am Monopteros eskaliert: Flaschen fliegen auf Polizisten, die greifen zu Schlagstöcken“.

Polizei ist am Wochenende verstärkt im Englischen Garten präsent

Die Polizei nimmt seit ein paar Wochen vermehrt solche Facebook-Partys wahr. Auch deshalb sei sie vor allem am Wochenende verstärkt im Englischen Garten präsent. Auch zwei Polizeihunde waren am Samstagabend dabei. Solch ein Einsatz kann sehr schnell teuer werden: Eine Polizeihubschrauber-Flugstunde kostet rund 1500 Euro.

Immer wieder muss unsere Redaktion über zurückgelassene Müllberge im Englischen Garten berichten. Teilen Sie folgende freundliche Erinnerung auf Facebook:

Johannes Heininger/sah

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