Die Hölle von 1972

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Eine Szene aus dem Film "München 72 - das Attentat".

München - Das ZDF zeigt am 19. März (20.15 Uhr) einen Film zum Olympia-Attentat von 1972. Am Mittwoch wurde "München 72 - das Attentat" vorgestellt. Während der Dreharbeiten gab es viele Diskussionen zwischen den Schauspielern.

Der Anschlag eines palästinensischen Terrorkommandos auf israelische Sportler 1972 bei den Olympischen Spielen in München ist noch heute ein hoch emotionales Thema. Bei den Dreharbeiten zum ZDF-Drama „München 72 – Das Attentat“ habe es deshalb auch viele Diskussionen gegeben, da unter den Schauspielern sowohl Israelis, als auch Palästinenser waren, sagte der Regisseur Dror Zahavi am Mittwoch in München bei der Vorstellung des Films.

Streitpunkt war unter anderem die Darstellung der Terroristen, die nicht als reine Bösewichte gezeigt werden. Er habe bewusst auf Schwarz-Weiß-Malerei und auf falsche Emotionalität verzichten wollen, um keinen neuen Hass zu schüren, erklärte dazu Zahavi, der selber aus Israel stammt. Das ZDF zeigt den Film am 19. März um 20.15 Uhr und im Anschluss eine Dokumentation über das Attentat, das sich am 5. September zum 40. Mal jährt.

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Der Streifen beginnt mit der Aufbruchstimmung zu Beginn der Spiele, bei der sich Deutschland von seiner heiteren Seite zeigen wollte. Mittendrin ist die junge Polizistin Anna Gerbers (Bernadette Heerwagen), die mit vielen anderen die Spiele polizeilich absichern soll. Doch nach zehn Tagen geschieht das Undenkbare: Palästinenser dringen in die Wohnungen der israelischen Sportler ein, nehmen sie als Geiseln und verschanzen sich. Anna soll zwischen den Terroristen und den Politikern vermitteln.

Bald wird klar, wie erschreckend hilflos Politiker und Sicherheitskräfte sind. So endet die Geiselnahme auch in einem entsetzlichen Blutbad. Heino Ferch spielt den überforderten Polizeipräsidenten, Pasquale Aleardi ist der israelische Fechttrainer André Spitzer, der um sein Leben bangt. Beeindruckend ist Shredy Jabarin als Terroristenanführer „Issa“. In weiteren Rollen sind Benjamin Sadler, Rita Russek und Felix Klare zu sehen. Ein starker Film über ein trauriges Kapitel München.

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