Frau läuft mit Messer Amok in Schwabing

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Polizisten bei den Ermittlungen

München - Eine Frau ist am Sonntagmorgen mit einem Messer in Schwabing Amok gelaufen. Sie stach wahllos auf Passanten ein. Die Hintergründe der Tat sind bislang völlig unklar.

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Henrik S.: Er hielt der Amokläuferin die Tür zu

Alexander M. (50) hat am Sonntagmorgen gegen 10.20 Uhr nur fünf frische Hemden im Waschkeller geholt. Auf dem Rückweg in seine Wohnung im fünften Stock sieht er eine Etage tiefer seine Nachbarin Katja S. (42) und denkt sich nichts dabei, er wohnt ja schon acht Jahre im Haus. Auf einmal sieht er im Augenwinkel etwas zucken – dann spürt er diesen Schmerz im Arm. Blut!

Alexander M. (50) wurde am Arm verletzt und musste ins Krankenhaus

Eine Münchnerin dreht durch: Katja S. hat ihren Nachbarn Alexander M. in der Schwabinger Elisabethstraße mit einem Küchenmesser verletzt – kurz darauf sticht sie zwei weitere Menschen in den Hals und ins Gesicht! Die Polizei hat die Täterin geschnappt, die Mordkommission ermittelt. Messer-Amok mitten in Schwabing!
Alexander M. hat das alles gar nicht mitbekommen. „Ich hatte eine Scheißangst, dass ich verblute“, sagt er am Nachmittag der tz. Er stürmt die Treppe runter, seine Nachbarin Katja S. hinterher. Auf der Straße stoppt er ein Taxi. Mit drei Hemden bindet er sich den Arm ab, versucht, die Blutung zu stillen. Die anderen beiden Hemden hat er auf der Flucht verloren. Das Taxi rast ins Schwabinger Krankenhaus. Am Nachmittag darf Alexander M. wieder raus: Seine Nachbarin hat ihm zwei vier Zentimeter lange Schnitte zugefügt.

Einen anderen Nachbarn erwischt sie viel schlimmer: Das Geschrei der Messer-Attacke hat einen Mann (60) aus dem ersten Stock alarmiert. Er öffnet die Tür und läuft Katja S. offenbar direkt in die Arme. Sie sticht ihn mit dem Messer in den Hals! Am Nachmittag ist der Nachbar laut Polizei außer Lebensgefahr.

Die Messer-Frau lässt immer noch nicht ab: Sie rast auf die Elisabethstraße, wo gerade eine Joggerin (45) ihren Frühsport absolviert. Katja S. greift die Frau unvermittelt an und schneidet sie ins Gesicht. Die Täterin will fliehen – und versucht vergeblich, in ein nahes Lokal zu kommen.

Markus Kraus, Leiter der Mordkommission (links), untersucht mit seinen Kollegen den Tatort

Polizeibeamte können Katja S. in der Nähe des Tatorts stellen und festnehmen. Sie können sie nur mit Pfefferspray bändigen. Die Mordkommission übernimmt die Ermittlungen, Chef Markus Kraus untersucht den Tatort. Über ein Motiv ist nichts bekannt. Die Staatsanwaltschaft will die Frau einweisen lassen – „aufgrund ihrer Persönlichkeit“. Alexander M. hat in den acht Jahren in der Wohnung zweimal mit der Frau zu tun gehabt. Einmal beschwerte sie sich über die Lautstärke des Fernsehers, sie leide an einem Lärmtrauma. Ein anderes Mal alarmierte sie ihn nachts, weil ein Mann auf der Straße sie beobachte. Alexander M. schaute für sie nach. Aber da war nichts.

Jacob Mell, David Costanzo

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