Im Nebenberuf Einbrecher

Gärtner, Küchenhilfe und Prostituierte räumen Wohnungen aus

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Der Gärtner (Mitte) vor Gericht.

Kurioser Fall vor dem Münchner Landgericht: Ein Trio aus einem Gärtner, einer Küchenhilfe und einer Prostituierten hat mehrere Wohnungen in München ausgeraubt. 

München - Treffen sich ein Gärtner, eine Küchenhilfe und eine Prostituierte ... Was wie der Anfang eines Erwachsenenwitzes klingt, beschäftigt seit Donnerstag das Münchner Landgericht. Die Richter müssen herausfinden, ob die Angeklagten eine kriminelle Bande gebildet und im großen Stil Wohnungen ausgeräumt haben, wie es die Staatsanwaltschaft ermittelt hat.

Die Anklage: Anfang 2015 beschließen der Gärtner (36) und die Küchenhilfe (48) mit einem Bekannten, Münchner Wohnungen auszurauben. Die Prostituierte Ilona P. (37) stößt später dazu. In den folgenden Monaten bricht die Bande mit wechselnder Besetzung in Apartments ein. So könnte es gewesen sein, wenn die Staatsanwaltschaft recht hat.

Bargeld, Schmuck, Sektflaschen - alles wurde eingesackt

Die Bande klaut in den Wohnungen laut Anklage alles, was nicht niet- und nagelfest ist: Bargeld, DuPont-Feuerzeuge, Goldbarren, Gemälde, Sonnenbrillen, Schmuck, Herrenanzüge, Handys, Laptops und Lederjacken. Sogar zwei afrikanische Stammesschwerter und zwölf sündhaft teure Sektflaschen haben die Ermittler gezählt.

Zumindest sprachlich haben sich die Bandenmitglieder verstanden – alle sind aus Ungarn. Die Frauen fühlten sich vom Kopf der Bande (für ihn gibt es einen eigenen Prozess) aber massiv eingeschüchtert. Sie räumten die Taten ein. Der Gärtner schwieg.

Laut Anklage liefen die Einbrüche so ab: Die Küchenhilfe und der Gärtner lassen sich vom Bandenchef die Eingangstür aufbrechen, dann räumen sie die Wohnung aus. Ilona P. steht draußen Schmiere. In einem Fall lotste sie einen Mann, den sie kurz vorher kennengelernt hatte, gezielt in eine Kneipe. Die anderen nehmen sich in der Zwischenzeit dessen Wohnung vor. Zwei Mal soll Ilona P. selbst mit eingebrochen haben. Hinterher verkaufen die Einbrecher laut Anklage ihre Beute.

Ein Gemälde enttarnte die Bande

Insgesamt sollen acht erfolgreiche Einbrüche und ein gescheiterter Versuch auf das Konto der Bande gehen. Bis September 2015 häufte das Quartett Beute im Wert von mindestens 150 000 Euro an.

Zum Verhängnis wurde den Einbrechern der Raub zweier Ölgemälde (20 000 und 50 000 Euro wert) aus der Wohnung eines 96-jährigen Münchners. Als die Bande ihre Beute in Ungarn verkaufen wollte, klickten die Handschellen.

Das Gericht hat sechs Termine angesetzt – zumindest die Frauen sind einem Deal aber nicht abgeneigt.

T. Scharnagl

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