Knapp 500 Besucher pro Nacht

Trotz Super-Sommer: Am Gärtnerplatz ist’s ruhiger geworden - Party-Sheriffs ziehen Bilanz

Der Gärtnerplatz in München ist besonders im Sommer sehr beliebt. 
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Der Gärtnerplatz in München ist besonders im Sommer sehr beliebt. 

Knapp 500 Besucher pro Nacht verzeichnete der Gärtnerplatz in München in den heißen Sommer-Nächten. Die Party-Sheriffs ziehen Bilanz. 

München - Der Gärtnerplatz lockt nachts zum sommerlichen Hocken und ist deshalb ein Dauerthema für die Anwohner. Heuer, so der Saisonrückblick der städtischen Platzwächter von Akim, hielt sich der Andrang trotz langanhaltender sommerlicher Wärme in Grenzen.

„Wir erleben, es gibt einen wachsenden Bedarf an nächtlichen Treffpunkten“, sagt Traudl Baumgartner vom städtischen Konfliktmanagement (Akim), die schon jahrelang für ein friedliches Miteinander am Gärtnerplatz im Auftrag des Sozialreferats arbeitet. Baumgartner zufolge war Ihr Rückblick auf die gerade erst zu Ende gegangene Sommersaison am Platz ist recht positiv. Vielleicht saßen einige gerade wegen der Hitze lieber direkt an der Isar, die sogar nachts zum Baden einlud. „Wir am Gärtnerplatz hatten keine Überfüllung, aber durchaus über 500 Besucher pro Nacht“, erzählt Baumgartner. „Es kommen sehr viele Franzosen, Italiener und Spanier, einige Bulgaren, kaum Griechen.“ Viele ausländische Gäste kämen mit ihren Münchner Freunden.

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Knapp 500 Besucher pro Nacht: Viele Münchner zog es direkt an die Isar

Und es bleibt – dazu tragen auch die AKIM-Mitarbeiter bei – ein gepflegtes Feiern. Es werde generell viel getrunken, aber wenig direkt am Platz verkauft, sagt Baumgartner. Andere weiche Drogen spielten nur eine untergeordnete Rolle. Alkohol mache manchen uneinsichtig – gab vergangenen Sommer aber nur einen Polizeieinsatz wegen Körperverletzung.

„Lästiger sind die Müllberge, die die Stadt bereits ab 6 Uhr früh wegräumt, was aber auch wieder Lärm verursacht“, betont Baumgartner. „Unser nächster Schritt ist darum Recup, ein Konzept zur Müllvermeidung.“ Denn nur 20 Einwegcocktailbecher füllten einen ganzen Mülleimer. „Jetzt im November starten wir die Mehrweginitiative mit Gärtnerplatzwirten“, fügt ihre Kollegin Brigitte Gans hinzu. „Wir schlagen ein Pfandsystem vor, ähnlich wie für Kaffeebecher. Die erste Resonanz auf Recup ist sehr positiv.“ Akim pflegt dazu sogar einen europäischen Austausch mit anderen Großstädten. „Feiern im öffentlichen Raum ist überall ein Thema“, so die beiden Mitarbeiterinnen.

Im Gespräch mit Feiernden: Traudl Baumgartner vom städtischen Konfliktmanagement Akim am Gärtnerplatz.

Toiletten wahrscheinlich auch. Am Gärtnerplatz wurden im Sommer zwei Dixiehäuschen etabliert, weil die Stadt es nicht geschafft hatte, einen Ort für eine festes Klo zu finden. „Der müsste direkt am Rondell sein, schön wäre dazu eine Litfaßsäule“, sagt Baumgartner. Immerhin, Sauberkeit und Akzeptanz der Plastikkabinen haben zugenommen und man kann sie im Winter wieder abbauen.

Und nächstes Jahr? „Dann arbeiten unsere Honorarkräfte weiter jedes Wochenende auf dem Gärtnerplatz“, sagt Baumgartner. „Ihre Anwesenheit erinnert die Leute immer wieder an die Anwohner und die nötige Rücksicht. Trotzdem wäre unser Ziel, auch am Brennpunkt Gärtnerplatz irgendwann mal überflüssig zu werden.“

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