Maßnahme nach Verunsicherungen

Geheimsache Notaufnahme: Münchner Kliniken sperren Online-Übersicht für Normalbürger

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Patientenstau in der Notaufnahme. Immer wieder müssen Münchner Kliniken mitteilen, dass sie niemanden mehr aufnehmen.

Wie ist die Patienten-Situation in den Notaufnahmen der Münchner Krankenhäuser? Darüber konnten sich Medien sowie Normalbürger bis zuletzt stets ein Bild machen. Doch damit ist nun Schluss.

München - Wie steht es um die Notaufnahmen in den Münchner Krankenhäusern? Welche nehmen im Moment noch Patienten auf, welche sind dicht? Wer das wissen wollte, ging bisher auf die Internetseite Ivena der Münchner Rettungsleitstelle. Doch damit ist Schluss! Die Kliniken haben die Seite nach über vier Jahren für den Normalbürger dicht gemacht. Warum? Die Bevölkerung wurde „durch falsche Medienberichte verunsichert“, so der Tenor.

Auch wir informierten uns immer wieder auf der Internetseite, um uns ein Bild von der Patienten-Situation in der Stadt zu machen. Besonders zur Grippezeit stellte sich oft die Frage: Können die Kliniken die Versorgung der Münchner noch gewährleisten? Ein Bericht des Bayerischen Rundfunks ärgerte die Rettungsleitstelle nun aber vor wenigen Wochen so richtig: 

Datenanalyse des BR brachte Fass zum Überlaufen

Der Bayerische Rundfunk hatte nämlich eine Datenanalyse veröffentlicht – für die ­zweieinhalb Jahre lang alle Ivena-Infos rund um die Geburtskliniken registriert wurden. Das Ziel: herauszufinden, ob es Versorgungsengpässe in der Stadt gibt. „Unser Portal ist aber nicht dazu gedacht, die Infos für Studien auszuwerten“, sagt Roland Dollmeier, Chef des Rettungszweckverbandes München, gegenüber unserer Zeitung.

Früher konnte jeder einsehen, welche Klinik noch Notfälle aufnimmt. Damit ist Schluss.

Das wollen Münchner Kliniken gegen den drohenden Kollaps machen

Die Bevölkerung sei verunsichert worden. „Insbesondere in jüngster Zeit, wo es hieß, Schwangere würden an Kliniken abgewiesen“, so Dollmeier. Oft sei die Seite so ausgewertet worden, dass ein falsches Bild entstand. Nun habe man sich entschlossen, Ivena mit einem Passwort zu sichern. Fahrer von Rettungswagen können also noch immer einsehen, welche Notaufnahmen noch Patienten aufnehmen. Der Münchner Normalbürger aber nicht mehr... 

Auch lesenswert: Fast 2000 Krankenhäuser gibt es in Deutschland. Noch. Denn besonders kleine und mittlere Kliniken stecken oft in wirtschaftlichen Problemen. Ein neuer Struktur-Plan soll Zukunftsperspektiven aufzeigen.

Armin Geier

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