Vandalen wüten an drei Standorten

Grabstein-Schändung in München: Vandalen zerstören 200 Grabsteine

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Steinmetz Martin Schneider inmitten der zerstörten Grabsteine in seinem Betrieb.

Ein Münchner Familienbetrieb, der Steine für die letzte Ruhestätte herstellt, ist Opfer von Zerstörungswut geworden. Der Miteigentümer bangt: „Wozu sind die Täter noch fähig?“

München - Von Grabschändern hat man schon gehört. Grabsteinschänder, die die Denkmäler zerstören, bevor sie überhaupt erst aufgestellt werden, sind aber neu. Mit solchen Vandalen hatte es jetzt Martin Schneider zu tun, der gemeinsam mit seinem Vater Ludwig das Unternehmen Ludwig Schneider Denkmale und Steinbau AG führt.

In einer Nacht Ende April haben Unbekannte rund 200 Grabsteine irreparabel verschandelt. Die standen in drei verschiedenen Filialen des Betriebs, waren noch nicht fertiggestellt. „Der Schaden liegt im sechsstelligen Bereich“, schimpft Martin Schneider (32). Betroffen sind die Zentrale am Waldfriedhof, Lorettoplatz 7, das Geschäft an der Unterhachinger Straße in Perlach und die Filiale an der Brunnerstraße in Haar. „Der oder die Täter haben die Steine mit einer Art wachs- und ölhaltigen Flüssigkeit besprüht“, berichtet Schneider junior. „Dieses Gemisch zieht in den Naturstein ein und lässt sich nicht abwaschen.“

Grabsteinschändung: Die Polizei hat eine Vermutung

Da es gleich drei Filialen der Ludwig Schneider Denkmale und Steinbau AG getroffen hat und die Täter anscheinend wussten, wie sie die Steine komplett zerstören können, vermutet der 32-Jährige Absicht, vielleicht auch einen persönlichen Hintergrund. „Davon geht auch die Polizei aus“, sagt er. Diese möchte zum Fall noch nichts sagen, da „derzeit Ermittlungen laufen“, so ein Sprecher. Martin Schneider hält eine Beteiligung ehemaliger Mitarbeiter für möglich.

Aber unabhängig davon, wer’s war: Was die Täter angerichtet haben, lässt den Junior-Chef seufzen. Er kniet inmitten der beschädigten Steine und schüttelt den Kopf. Sein Vater und er leben in München, beide haben Angst. Martin Schneider: „Wer weiß, wozu die Täter noch fähig sind? Hoffentlich stehen die nicht bald vor meiner Haustür.“ 

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Unglaublich: Eine Frau durchbrach ein Tor und raste mit ihrem SUV über den Nürnberger Südfriedhof - sie hinterließ eine Spur der Verwüstung.

Laura Felbinger

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