Hansastraße: Rathauszoff um Mega-Spielhalle

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Der Komplex an der Hansastraße.

München - Die Hansastraße hat den Ruf als Heimstätte der Prostitution. Jetzt soll hier auch noch Deutschlands größte Spielhölle entstehen.

Die CSU will das nicht genehmigen, KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle sieht dafür allerdings keinen rechtlichen Spielraum. Der schlichte Industriebau in der Hansastraße ist vielen Münchnern noch als „Kartpalast“ in Erinnerung, der 2011 zusperrte. Als Nachmieter zog der Bochumer Spielhallenbetreiber VGL mit sechs Zockerparadiesen ein – da in einer Spielhalle maximal 25 Automaten aufgestellt werden dürfen, wurden das Casino Center einfach in sechs Einzelhallen unterteilt.

Zu den Spielhallen sollen jetzt weitere zwölf hinzukommen – dann wäre das Casino Center Deutschlands größte Spielhölle! Die betroffenen Bezirksausschüsse liefen Sturm, und der Stadtrat versagte vorigen Sommer die Genehmigung für das Groß-Casino. Doch der Betreiber klagte erfolgreich gegen den Beschluss. Das Kreisverwaltungsreferat KVR beantragte zwar eine Berufung, doch KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle will den Antrag zurückziehen. Grund: Wenn die Stadt das Verfahren verlöre, so könnte die VGL München auf Schadens­ersatz für entgangenen Gewinn verklagen.

Nächste Woche berät der Stadtrat das weitere Vorgehen. CSU-Stadtrat Michael Kuffer fordert: „Wir sollten alle Rechtsmittel ausschöpfen, auch wenn ein großes Prozessrisiko besteht. Die neue Spielhalle wäre ein Anzugspunkt für Drogen und Vermögenskriminalität.“

Johannes Welte

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