Streit mit Ex-Personalchef

Posse um Haus der Kunst geht weiter: Schlammschlacht landet vor Gericht

+
Das Haus der Kunst.

Seit einiger Zeit wird im Haus der Kunst eine hässliche Schlammschlacht ausgetragen, über deren Auswirkungen am Mittwoch sogar das Arbeitsgericht entscheiden musste.

München - Marco M., früher kaufmännischer Leiter, war vom Haus der Kunst gefeuert worden. Gegen seine Kündigung wehrte er sich vor Gericht – und erzielte gestern einen Erfolg: Insgesamt rund 45 000 Euro Abfindung muss ihm das Haus der Kunst nun laut einer getroffenen Vereinbarung zahlen.

Vorausgegangen war ein Skandal in der Institution: Der frühere Personalchef wurde als Scientologe ausgemacht, im Haus soll es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein, und finanziell drohte ein Desaster. Kurzum: Über der Prinzregentenstraße zogen dunkle Wolken auf.

Lesen Sie auch:  Biesel-Panik in der Borstei: Kein Klo in Spielplatz-Nähe

Interims-Geschäftsführer soll prekäre Situation in den Griff kriegen

Mit Stefan Gros wurde im Herbst 2017 schließlich ein Interims-Geschäftsführer installiert, der die fatale finanzielle Situation in den Griff kriegen sollte. Dazu muss man wissen: Im Haus der Kunst wurde die Position des gleichberechtigten kaufmännischen Geschäftsführers erst im vergangenen Jahr geschaffen.

Marco M. musste Ende 2017 dann gehen. Angeblich betriebsbedingt: Es habe eine Neuorganisation gegeben, im Zuge derer die Stelle des bisherigen kaufmännischen Leiters weggefallen sei.

„Schikanös“

Der Ex-Finanzboss dagegen sagt: „Nach 13 Jahren Zugehörigkeit zum Betrieb nehme ich das als schikanös wahr. Für einen Kulturbetrieb ist das unwürdig. Es wurden Gründe gesucht, mich zu entlassen. Es gab nie ein Vorgespräch.“ Bis zu 70 Stunden hatte der dreifache Familienvater pro Woche gearbeitet. 7500 Euro brutto kassierte er pro Monat. Und dann insgesamt drei Kündigungen, gegen die er nun klagte. „Mir ist nicht nur ein immenser wirtschaftlicher Schaden entstanden, sondern auch mein Ruf hat öffentlich gelitten. Im Kultur-Bereich bin ich quasi gestorben.“

Lesen Sie auch: „Sackratte“: Fiese Kommentare auf Münchner Luxusauto - ein Detail empört Passanten zutiefst

Bis Jahresende bleibt er offiziell noch angestellt – als Teil der Abmachung vor Gericht, die zusätzlich 45 000 Euro Abfindung bringt.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite Altstadt/Lehel – mein Viertel.

thi

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Mega-Aushub am Marienhof: „Diese Baustelle wird eine Katastrophe“
Mega-Aushub am Marienhof: „Diese Baustelle wird eine Katastrophe“
Neugestaltung der Fußgängerzone steht: Kein Bach, sondern das Grau(en) für die Sendlinger Straße
Neugestaltung der Fußgängerzone steht: Kein Bach, sondern das Grau(en) für die Sendlinger Straße
Packerl-Tram: Bekommt München eine bahnbrechende Neuerung?
Packerl-Tram: Bekommt München eine bahnbrechende Neuerung?
Nockherberg 2019: Wird dieser Kandidat der Nachfolger von Luise Kinseher?
Nockherberg 2019: Wird dieser Kandidat der Nachfolger von Luise Kinseher?

Kommentare