Heizkörper geplatzt: Riesenschaden in Edel-Geschäft Meier

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Das Geschäft von Eduard Meier in der Residenzstraße zählt in München zu den Top-Adressen, was Schuhe angeht.

München - In diese Schuhe ging’s nass nei! Bei der edlen Schuhboutique Meier in der Residenzstraße erlebten die Mitarbeiter eine böse Überraschung, als sie morgens den Laden betraten.

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Eiszeit in München - nur einen Steinwurf von der Oper entfernt wurde das Klagelied auf den verflixten Frost gestern sozusagen im Kanon angestimmt. Genauer gesagt bei Eduard Meier in der Residenzstraße: Als die Verkäufer der edlen Schuhboutique morgens zur Arbeit kamen, mussten sie einen triefenden Luxustreter nach dem anderen aus den Regalen fischen. Bei der extremen Kälte waren ein Rohr und ein Heizkörper geplatzt. Das Wasser demolierte zirka 500 Paar Schuhe, jedes einzelne im Wert von 400 bis 1000 Euro.

Feuerwehr und Notdienste im Dauereinsatz

Verkäufer Andreas Westermeyer mit den durchnässten Schuhen.

„Während unserer Morgenbesprechung haben wir plötzlich bemerkt, dass der Teppich saunass war“, berichtet MitarbeiterAndreas Westermeyer. Zunächst bemerkten sie den Wassereinbruch im Geschäftsraum, später dann im Keller. „Dort hat’s regelrecht von der Decke geregnet“, erzählt Inhaber Peter Meier. Die Schuhkartons auf den oberen Regalen sahen aus wie frisch geduscht. Sofort nach dem Wasseralarm wurde die Belegschaft in Münchens kleinste Betriebsfeuerwehr umfunktioniert. Mit Schrubber und Schuhcreme bewaffnet - um zumindest einen Teil des edlen Schuhe zu retten. Später sollen sie bei einem Sonderverkauf wenigstens noch rund 250 Euro einbringen.
Auch in vielen anderen Münchner Häusern bescheren gefrorene Leitungen den Bewohnern derzeit heiße Köpfe, die Feuerwehr und die Notdienste sind im Dauereinsatz. „Allein bis heute Mittag hatte ich schon drei Fälle“, berichtet Uli Baumann von der Heizungs-Firma Spiess. Die Rohre enteist er mit einem speziellen Auftaugerät, um weitere Schäden zu vermeiden (siehe unten). Oft muss er auch die Brenner richten: „Im Moment kommen viele Heizungen an ihre Grenzen.“

Heizen im Winter und Schutz vor Rohrbruch: Das rät der Experte

Für die deutschen Versicherungen wirken geplatzte Rohre wie ein Riesen-Loch in der Kasse. 2010 mussten sie rund 1,4 Millionen Leitungswasserschäden begleichen, viele davon waren im Winter entstanden. Insgesamt flossen zur Schadensbegleichung 2,3 Milliarden Euro. Die Versicherung zahlt allerdings nicht automatisch. Vor dem Abschluss sollten Hausbesitzer unbedingt darauf achten, dass in ihrer Gebäudeversicherung das Risiko „Leitungswasser“ eingeschlossen ist. Experte Günther Schütz von der Allianz: „Mieter und Hausbesitzer müssen das Risiko eines Frostschadens möglichst gering halten. Das ist wichtig, damit voller Versicherungsschutz besteht.“ Die genauen Vorschriften stehen in den Versicherungsbedingungen.

Damit Sie gar nicht erst zu ihrer Police greifen müssen, hat die tz einige Tipps zusammengestellt: Immer alle Heizkörper aufdrehen: „Mindestens auf Stufe eins bis zwei“, rät Experte Uli Baumann, „und das auch nachts.“ Die Heizung nie vorübergehend abstellen: Das Wiederaufwärmen kostet mehr Energie als eine kontinuierliche Raumtemperatur. Eingefrorene Rohre richtig auftauen: Die Allianz rät: „Verwenden Sie heißes Wasser, heiße Tücher, Heizmatten, Haartrockner oder Heizlüfter. Öffnen Sie den Hahn und tauen die Leitung immer in Richtung der blockierten Stelle auf, damit die Leitung nicht platzt.“ Auf keinen Fall sollte man zum Auftauen Infrarotstrahler, Heißluftpistolen, Lötlampen oder Kerzen verwenden. Nicht auf das Eiskristall-Symbol am Thermostat verlassen: Der sogenannte „Frostwächter“ soll zwar verhindern, dass der Heizkörper einfriert. Die Wasserleitungen schützt er allerdings nicht.

Andreas Beez

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